Elsbeth Huther, auch: Elsbet HutherLebensurkunden geben die Schreibung ihres Vornamens uneinheitlich wieder: Der Kirchenbucheintrag in Hagenow zu ihrer Geburt/Taufe beurkundet Elsbeth; ihr Sterbeeintrag beurkundet Elsbet. (* 30. März 1885 in Hagenow; † 14. Oktober 1960 in Rostock)Sterbeurkunde Nr. 1678 vom 15. Oktober 1960. Stadtarchiv Rostock. Standesamtliches Sterberegister 1950–1980. Laufende Nummer: C 313. In: ancestry.de (kostenpflichtig). Abgerufen am 5. November 2023. war eine deutsche Porträt- und Landschaftsmalerin.

Leben Elsbeth Huther wurde geboren als Tochter des Juristen und späteren Oberamtsrichters Karl Huther (* 1843) und dessen Frau Johanna, geb. Prätorius.Kirchenbuch Hagenow: Geburts- und Taufeintrag Nr. 70/1885. Ihre Vorfahren waren in der Generation ihres Großvaters, Hermann Huther (1805–1890), Oberlehrer am Friedrich-Franz-Gymnasium Parchim, nach Mecklenburg-Schwerin eingewandert.Johann Peter Hermann Huther. In: Hans Schröder: Lexikon der hamburgischen Schriftsteller bis zur Gegenwart. Band 3 (Günther – Kleye), Perthes-Besser und Mauke, Hamburg 1857, , S. 444–445; Carl Johannes Cäsar Huther. Universitätsarchiv Tübingen, Studierendenakten 1863, Archiv-Nr. UAT 40/102,107. Abgerufen am 2. Februar 2024.

Ersten Unterricht erhielt sie ab 1905 bei der Schweriner Porträtmalerin Louise Schmidt (1855–1924).Ernst Meyer: Die Malerin Elsbeth Huther. In: Mecklenburgische Monatshefte. Band 4. Schwerin 1928, S. 147–150 (PDF; 1,2 MB). Abgerufen am 5. November 2023. 1909 studierte sie an der Kunstschule in Berlin,B. Brinkmann: Jahrbuch der mecklenburgischen Lehrerschaft. Nach dem Stande im August 1936. Eberhardt’sche Hof- und Ratsbuchdruckerei, Wismar 1937 (), S. 103. Abgerufen am 5. November 2023. danach für drei Jahre bei Max Feldbauer, der als Lehrer an der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins unterrichtete. Zunächst nur Porträtmalerin, wendete sie sich später ebenso der Landschaftsmalerei zu. Im Jahr 1912 nahm sie an drei GemeinschaftsausstellungenDie Werkstatt der Kunst. 11. Jg. 1911/1912, Nr. 22, S. 301 (doi:10.11588/diglit.52948#0311); Nr. 46, S. 638 (doi:10.11588/diglit.52948#0648); 12. Jg. 1912/1913, Nr. 10, S. 133 (doi:10.11588/diglit.53854#0145). Abgerufen am 5. November 2023. des Kunstvereins München teil, im Februar 1912 bereits als Landschaftsmalerin. Studienreisen führten sie nach Italien; sie besuchte Rom und Florenz.

1914 wurde Elsbeth Huther am Lyzeum und Oberlyzeum zu Wismar am Turnplatz 5Wismar’sches Adreßbuch für 1915. 44. Jg., Hinstorff’sche Verlagsbuchhandlung, Wismar, S. 85 (online auf zeitreise-wismar.de, S. 44/183). Abgerufen am 5. November 2023. (heute: Musikschule Wismar) als Lehrerin angestelltGroßherzoglich Mecklenburg-Schwerinscher Staatskalender 1915. Großherzoglich Statistisches Amt (Hrsg.), 140. Jg., Bärensprung’sche Hofbuchdruckerei, Schwerin 1915 (), S. 337. Abgerufen am 5. November 2023. und war an dieser Schule bis mindestens 1930 als Zeichenlehrerin tätig.Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinscher Staatskalender 1916 (), S. 337; … 1917 (), S.349; … 1918 (), S. 359; Mecklenburg-Schwerinsches Staatshandbuch 1923 (), S. 145; … 1927 (), S. 148; … 1930 (), S. 149. Abgerufen am 5. November 2023. Außerdem beteiligte sie sich weiterhin an den Ausstellungen des Münchner Kunstvereins und stellte in den Jahren 1915,Die Werkstatt der Kunst. 14. Jg. 1914/1915, Nr. 47, S. 587 (doi:10.11588/diglit.55564#0595); 15. Jg. 1915/1916, Nr. 4, S. 49 (doi:10.11588/diglit.57056#0053). Abgerufen am 5. November 2023. 1916,Die Werkstatt der Kunst. 15. Jg. 1915/1916, Nr. 45, S. 591 (doi:10.11588/diglit.57056#0595). Abgerufen am 5. November 2023. und 1917Kunstverein München. In: Generalanzeiger. Beilage der Münchner Neuesten Nachrichten vom 18. September 1917, (Digitalisat MDZ). Abgerufen am 5. November 2023. erneut Bilder zur Verfügung.

Im September 1919 wurde im Städtischen Kunst- und Altertumsmuseum Rostock eine Ausstellung mit Werken Mecklenburger Künstler eröffnet, unter anderem auch von Huther.Ausstellungsverzeichnis kulturhistorisches Museum Rostock (und seiner Vorgänger) 1841–2020. () Abgerufen am 5. November 2023.

Als zum Wintersemester 1920/1921 erstmals Frauen zum Studium an der Münchner Akademie der Bildenden Künste aufgenommen wurden,Anne-Kathrin Herber: Frauen an deutschen Kunstakademien im 20. Jahrhundert. Ausbildungsmöglichkeiten für Künstlerinnen ab 1919 unter besonderer Berücksichtigung der süddeutschen Kunstakademien. Dissertationsschrift, Heidelberg 2009, S. 88 (PDF; 1,6 MB). Abgerufen am 5. November 2023. immatrikulierte sich Elsbeth Huther für das Studienfach Malerei.Elsbeth Huther. Akademie der Bildenden Künste München, Matrikelbuch 4, 1920–1931, S. 16. Abgerufen am 5. November 2023. In den Folgesemestern ist ihr Name in den Matrikelbüchern nicht mehr aufgeführt.

1924/1925 reiste sie nach Italien und besuchte Neapel, 1926 fuhr sie auf die Insel Hiddensee und im Sommer 1927 mit Wolf Röhricht nach Oberbayern. Sie gehörte zu den Künstlern, die zum Malen nach Kallmünz kamen.Maler in Kallmünz. bergverein-kallmünz.de. Abgerufen am 5. November 2023. Während dieser Studienreisen entstanden meist kleinformatige Werke.

1931 wohnte Elsbeth Huther noch in Wismar.Adreß-Buch der Seestadt Wismar 1931. 51. Ausgabe, Eberhardt’sche Hof- und Ratsbuchdruckerei Wismar, S. 179 (online auf zeitreise-wismar.de, S. 100/181). Abgerufen am 5. November 2023. Von 1934Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon. Hinstorff Verlag, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01301-6, S. 4513. an lebte sie als akademische Zeichenlehrerin und Malerin in Rostock.Rostocker Adreß-Buch (Einwohnerbuch) 1935 einschl. Warnemünde und Gehlsdorf und der eingemeindeten Ortschaften. 71. Jg., Rostocker Anzeiger, Carl Boldt, Rostock 1935 (), S. 111. Abgerufen am 5. November 2023. Sie unterrichtete am Lyzeum mit Studienanstalt am Goetheplatz,B. Brinkmann: Jahrbuch der mecklenburgischen Lehrerschaft. Nach dem Stande im August 1936. Eberhardt’sche Hof- und Ratsbuchdruckerei, Wismar 1937, S. 47. Abgerufen am 5. November 2023. das 1939 in Oberschule I für Mädchen umbenannt wurde.Staatshandbuch für Mecklenburg. Mecklenburgisches Statistisches Landesamt (Hrsg.), 149. Jg., Niederdeutscher Beobachter, Schwerin 1939 (), S. 83. Abgerufen am 5. November 2023.

In der ersten Nachkriegsausgabe des Rostocker Adressbuchs von 1949/1950 wurde Elsbeth Huther sowohl als akademische Zeichenlehrerin und MalerinRostocker Adreßbuch 1949/50 einschließlich Warnemünde und Gehlsdorf und der eingemeindeten Ortschaften. 77. Jg., Landesdruckerei, Rostock (), S. 94. Abgerufen am 5. November 2023. als auch als Studienrätin aufgeführt.Rostocker Adreßbuch 1949/50 einschließlich Warnemünde und Gehlsdorf und der eingemeindeten Ortschaften. 77. Jg., Landesdruckerei, Rostock, S. 99. Abgerufen am 5. November 2023. Nach einer ersten Personalausstellung mit Ölbildern und Aquarellen von Elsbeth Huther im Jahr 1949 im Rostocker Museum gab es 1955 zu Ehren des 70. Geburtstages der Künstlerin eine weitere Ausstellung mit ihren Werken in diesem Museum. Die Tageszeitung Neue Zeit veröffentlichte Anfang des Jahres 1956 einige Namen von Unterzeichnern einer Glückwunschbotschaft der Christlich-Demokratischen Union zum 80. Geburtstag von Wilhelm Pieck, darunter „von den berühmten Kunstschaffenden … Elsbeth Huther, Kunstmalerin, Rostock“.Neue Zeit. 12. Jahrgang, Nr. 5 vom 6. Januar 1956, S. 3 (abrufbar im ZEFYS Zeitungsinformationssystem). Abgerufen am 5. November 2023.

Elsbeth Huther starb 1960 im Alter von 75 Jahren in Rostock.

Werke (Auswahl) Selbstporträt (Kulturhistorisches Museum Rostock), um 1915, Bleistift, Feder und Tusche.Bärbel Kovalevski: Heldinnen der Kunst – vor 100 Jahren. In: Stier und Greif. Heimathefte für Mecklenburg-Vorpommern, Jg. 2022, Nr. 1, Hinstorff, Rostock 2022, ISBN 978-3-356-02400-5, S. 28–31. Lesende Kinder, 1917. Selbstbildnis, 1926, Öl. Japanerin, 1926, Öl. Die goldene Lotosblume, 1927.Abbildung In: Mecklenburgische Monatshefte, Bd. 3, Schwerin 1927, (Digitalisat – PDF). Wasserburg am Inn, 1927, Öl. Hiddensee, 1927, Öl. Möwen im Wismarer Hafen, 1939.Abbildung In: Mecklenburgische Monatshefte, Bd. 15, Schwerin 1939, (Digitalisat – PDF) Boddenlandschaft (Kulturhistorisches Museum Rostock), o. J., Aquarell und Bleistift. Rammer beim Buhnenbau (Kulturhistorisches Museum Rostock), o. J., Aquarell.

Ausstellungen Februar 1912, August 1912 und November 1912: München, Teilnahme an Ausstellungen des Kunstvereins September 1915 und 16. bis 29. Oktober 1915: München, Teilnahme an Ausstellungen des Kunstvereins 13. bis 23. August 1916: München, Teilnahme an der Ausstellung des Kunstvereins September 1917: München, Teilnahme an der Ausstellung des Kunstvereins 20. September 1919 (– ?): Rostock, Städtisches Kunst- und Altertumsmuseum: Mecklenburger Künstler 1929: Berlin, Galerie Flechtheim: Aquarell- und Zeichenausstellung des Vereins der KünstlerinnenDer Cicerone. Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers. 21. Jg., 1929, S. 59 (doi:10.11588/diglit.41323#0089). Abgerufen am 5. November 2023. 1939: Schwerin, Mecklenburgisches Landesmuseum: Zeitgenössische Mecklenburgische Maler, vertreten mit Abend im bayerischen Wald, Öl, 1938 25. November bis 31. Dezember 1945: Schwerin, Landesmuseum: Jahresschau 1945 der Kunstschaffenden aus Mecklenburg-Vorpommern September 1949: Rostock, Museum der Stadt Rostock: Elsbeth Huther. Aquarelle und Ölbilder 3. April bis 19. Mai 1955: Museum der Stadt Rostock: Elsbeth Huther. Rückblick und Gegenwart. Ölgemälde, Aquarelle, Graphik 28. Mai bis 22. August 2010: Rostock, Kulturhistorisches Museum: Schönheit pur. Mecklenburg ein Land für Künstler 1900–1945Schönheit pur. Mecklenburg von 1900 bis 1945. (rostock-heute.de). Abgerufen am 5. November 2023.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Maler (DDR) Kategorie:Porträtmaler Kategorie:Landschaftsmaler Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1885 Kategorie:Gestorben 1960 Kategorie:Frau