miniatur|Gedenkstätte bei Bokel als Fliegerdenkmal

Die Gedenkstätte bei Bokel erinnert an drei Soldaten, die beim Absturz einer Messerschmitt Me 110 während des Zweiten Weltkrieges ums Leben kamen. Die 1997 eingerichtete Gedenkstätte befindet sich nahe dem Ort Bokel, an der Kreisstraße 45 im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Denkmal mini|hochkant=0.6|Tafel an der Gedenkstätte mini|hochkant=0.6|Detail: Propellerflügel der Unfallmaschine Die Gedenkstätte wurde von dem in der Nähe lebenden Bildhauer Manfred Sihle-Wissel entworfenInformationstafel auf der Rückseite des Denkmals. und besteht aus einem etwa zweieinhalb Meter hohen Betonsockel, auf dem sich der Flügel eines Propellers der Me 110 befindet und an dem eine Tafel mit folgender Inschrift befestigt ist: AM 20. AUGUST 1944 STARBEN UNWEIT DIESES MALS DIE FLIEGER EINER ME 110 ALS OPFER DER EIGNEN FLAK

HEINRICH LANGOHR OTTO ASCHERMANN EUGEN PETERS

EIN GRAB FANDEN SIE ERST AUF DER KRIEGSGRÄBERSTÄTTE HAMM SÜDERFRIEDHOF 1997

Geschichte Nur wenige Minuten nach ihrem Start am 20. August 1944 vom Flugplatz Schleswig-Jagel stürzte die Messerschmitt Me 110 G-4 bei einem Übungsflug um 02:30 Uhr durch den irrtümlichen Abschuss von der eigenen Marineflak in der Nähe von Bokel auf einem Feld ab. Beim Aufschlag bohrte sich die Maschine etwa vier bis fünf Meter tief in den moorigen Boden, ein Propeller wurde vom Bergungstrupp 100 Meter entfernt in einer Wiese steckend gefunden.Hohenwestedter Nachrichten vom 30. September 2015: Kyffhäuser besuchten Kiel und Denkmal. Eine Bergung des Wracks und der Toten wurde nach dem Absturz nicht vorgenommen, sondern die Absturzstelle schon kurz nach dem Unfall mit Sand zugeschüttet. Polizei und Wehrmacht wollten so unliebsame Nachforschungen zur Unfallursache verhindern.Hamburger Abendblatt vom 23. Mai 1997: Von der eigenen Flak abgeschossen. Die leeren Särge wurden mit Erdreich gefüllt und Scheinbeerdigungen mit allen militärischen Ehren in den Heimatorten der Gefallenen durchgeführt. Den Angehörigen war zuvor verwehrt worden, in die Särge zu schauen.Hamm Ehrenfriedhof – Kriegsgräberstätten in Hamm.

1997 stieß ein Landwirt beim Pflügen auf die Überreste der Maschine.Brammer/Bokel (Fliegerdenkmal) auf Onlineprojekt Gefallenendenkmäler. Am 8. Februar 1997 wurden bei der Bergung des Flugzeugwracks die Gebeine der Besatzungsmitglieder geborgen. Recherchen des Norddeutschen Rundfunks, der Deutschen Dienststelle in Berlin und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ergaben, dass die Me 110 in der Nacht des 20. August 1944 zweifelsfrei durch die eigene Luftabwehr abgeschossen worden war.Filmreportage von Christoph Lütgert: Der Todesflug der ME 110 – Rätsel um drei Wehrmachtsflieger, NDR 1997. Am 21. Mai 1997 wurden die Überreste der drei Flieger in einem gemeinsamen Grab auf der Kriegsgräberstätte Südenfriedhof in Hamm, Block 1, Reihe 2, Grab 128 (Koordinaten: ) beigesetzt, wo schon 1944 einer der Gefallenen angeblich beigesetzt wurde, dessen Angehörige über fünf Jahrzehnte unbewusst eine leere Grabstätte besucht hatten.Hamm Ehrenfriedhof – Kriegsgräberstätten in Hamm. Die Gedenkstätte bei Bokel wurde 1997 errichtet.Informationstafel auf der Rückseite des Denkmals. thumb|links|Grabstein auf dem Südenfriedhof in Hamm

Weblinks

Dokumentation des Absturzes bei Luftfahrt-Archäologie

Einzelnachweise

Bokel Kategorie:Denkmal in Schleswig-Holstein Kategorie:Bauwerk im Kreis Rendsburg-Eckernförde Kategorie:Bokel (bei Rendsburg) Kategorie:Deutschland im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg