Emil Hecker (* 4. Juni 1897 in Hamburg; † 11. Juli 1989 in Brunsbüttel) war ein deutscher Schriftsteller.
Leben Emil Hecker wuchs im Hamburger Stadtteil Billwerder als Einzelkind auf. Sein Vater war der Kaufmann Emil Friedrich Julius Hecker, seine Mutter die Kaufmannstochter Wilhelmine Catharine Maria Hecker, geb. Cohrs. Seine Eltern hatten eine Tochter, die aber bereits vor Heckers Geburt verstorben war. Ab 1903 besuchte er die Vorschule des Johanneums, 1906 wechselte er auf das Wilhelm-Gymnasium. Bereits 1904 waren Heckers Eltern nach Brunsbüttel, der Geburtsstadt seines Vaters gezogen, um den Zeugladen dessen Vaters weiterzuführen. Außerdem war Hecker senior Inhaber einer Versicherungsagentur, eines so genannten Brandkassengeschäfts. Emil Hecker blieb bei den Großeltern mütterlicherseits in Hamburg und legte 1916 sein Notabitur ab, danach wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Schwer verwundet, geriet er in belgische Gefangenschaft und kam in ein Lazarett, wo ihm ein Bein amputiert werden musste. Erst 1919 kehrte Hecker nach Hamburg zurück und begann im darauffolgenden Jahr ein Medizinstudium in seiner Geburtsstadt, das er 1922 aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes jedoch wieder aufgeben musste., abgerufen am 6. Oktober 2015., abgerufen am 6. Oktober 2015.
Hecker zog daraufhin ebenfalls nach Brunsbüttel und begann eine Tätigkeit in der Versicherungsagentur seines Vaters. Nachdem er bereits während seiner Schulzeit für kurze Zeit Redaktionsleiter der Schülerzeitung gewesen war, begann er mit dem Schreiben von Geschichten und Gedichten in überwiegend niederdeutscher Sprache. Hecker lernte schließlich Ivo Braak kennen, der ihm nahelegte, seine Geschichten an den Rundfunk zu schicken. Am 4. Januar 1930 sprach der Schauspieler Hans Langmaack zum ersten Mal ein Gedicht Heckers im damaligen Nordischen Rundfunk, der NORAG. Heckers Gage betrug 22 Reichsmark. Seine Arbeiten fanden nun regelmäßig den Weg in die Rundfunkanstalten. 1973 sendete der Norddeutsche Rundfunk innerhalb seiner Sendung Von Binnenland und Waterkant als 1000. Beitrag die 350. Erzählung Heckers.
Hecker schrieb neben heiteren Alltagsbegebenheiten auch ernste Beiträge. Bereits 1928 war sein erstes Buch Vun Dörp un Diek mit Gedichten und Geschichten erschienen, mehr als ein Dutzend weitere folgten bis in die 1980er Jahre hinein. Nach seinem Tod wurde noch der Band Hart wes man tofreden herausgegeben, 2014, auf Initiative von Heckers Witwe, Douaumont, benannt nach dem gleichnamigen, im Ersten Weltkrieg heftig umkämpften Fort Douaumont, veröffentlicht und von der Hamburger Carl-Toepfer-Stiftung zum plattdeutschen Buch des Jahres 2014 gekürt. Hecker hatte erst in den 1960er Jahren seine Kriegserlebnisse in 20 Gedichten zu Papier gebracht, zu Lebzeiten aber vergeblich versucht, sie zu veröffentlichen.Erschreckend aktuelle Lyrik op Platt, Norddeutsche Rundschau vom 1. November 2014, abgerufen am 6. Oktober 2015., abgerufen am 6. Oktober 2015.
Darüber hinaus verfasste Hecker eine Vielzahl von Hörspielen und Theaterstücken, dazu musikalische Werke wie z. B. die von Otto Tenne vertonte Chorkantate To Nijoor oder die Kantate Leeven is starker as Dood mit der Musik von Hans Friedrich Micheelsen., abgerufen am 6. Oktober 2015. Erhalten geblieben ist Heckers Stimme auf einer Schallplatte mit eigenen Werken unter dem Titel Emil Hecker vertellt spoßige Geschichten.
Emil Hecker war häufig zu Gast bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen, auf denen er seine Werke vortrug. Dreimal verheiratet, zuletzt mit seiner langjährigen Mitarbeiterin Telse, geb. Stock, war er Vater von zwei Söhnen. Hecker starb, am Ende seines Lebens nahezu gehörlos, im Juli 1989 in Brunsbüttel und wurde auf dem dortigen Jakobusfriedhof beigesetzt.
Werke (Auswahl) Musikalische Werke 1933: To Nijoor, Chorkantate, Vertonung: Otto Tenne 1938: Jugend voran, Kantate für Chor, Männerchor und Orchester, Musik von Heinrich Sthamer (Werk 73) 1949: Leven is starker as Dood, Kantate, Vertonung: Hans Friedrich Micheelsen 1949: Drei Lieder nach Gedichten von Emil Hecker, Vertonung: Hellmut Wormsbächer 1983: Plattdütsch wüllt wi blieven, Frauenchor, Vertonung: Hellmut Wormsbächer 1983: As en Krink, so loopt de Tiden, Vertonung: Hellmut Wormsbächer
Hörspiele 1932: Peer Ruug 1934: Dusenddübelswarft 1934: Die letzte Fehde 1934: Up de Slüs 1934: Wi buut en hogen Diek üm’t Land! 1934: Ein Dithmarscher Hof 1934: Graf Rudolf up de Bökelnborg 1934: Vullmacht Eggert Lau 1935: Ick bün al hier! 1935: So singt un klingt de Dag in’t Dörp 1935: Mien Corden 1936: Suhl Hinners 1937: Up Hinksand 1937: Vadder Dood 1939: Ick weet ni, wat mit Lene is 1946: Hallo üm de Koh (plattdeutsche Übersetzung) 1947: Bie uns tohuus 1955: De Smitt un de Dood 1975: Waterstraat
Bühnenstücke 1938: En Nacht vull Opregen (mit Wilhelm Ernst Asbeck) 1938: Kuddelmuddel (Musik von Otto Tenne) 1938: De Discher un sien Fleit (mit Wilhelm Ernst Asbeck) 1939: Wipp un Wupp, de beiden Snieder 1948: Klaas hett Glück 1949: Hans warrt König
Bücher 1928: Vun Dörp un Diek 1931: Vun’t bunte Leben 1939: Störm över’t Watt 1939: Wipp un Wupp, de beiden Snieder 1948: Hans warrt König 1949: Ooltmoder von Husum 1950: Klaas hett Glück 1951: Markst Müs …? 1952: Diekersjungs 1957: Hatt geiht de Stroom 1957: In’n Glückputt langt 1958: Vun Lüüd as du un ick 1962: Wiehnachtsbööm 1962: Dat Dingerdonner Christnachtsspill 1964: Wunnerli Volk – de Minschen 1972: An de Klöndör 1974: Mit Öltüg un Südwester 1975: Hest dat al hört …? 1977: De Waggboom 1978: Uns Lüüd vun de Küst 1980: Spossige Geschichten 1982: Dor steiht en Stern an’n Heven 1983: Moin, Moin! 1997: Hart wes man tofreden 2014: Douaumont
Auszeichnungen Neben mehreren Hörspielpreisen: 1985: Kulturpreis des Kreises Dithmarschen.
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Einzelnachweise
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