mini|Grabfigur des Ritters Hanns Kämmerer von Worms in der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Martin mini|Das Grabmal der Eheleute in der Martinskirche Johann XXII. Kämmerer von Worms Nach der Zählung von Bollinger, S. 10, 36: Johannes XXII. , genannt zu Kropsburg, auch Hanns (* 1454 Bollinger, S. 36; Schwennicke, Taf. 55 führt als früheste Erwähnung dagegen das Jahr 1484 an. ; † 22. Oktober 1531 Schwennicke, Taf. 55, Bollinger, S. 36. ), war ein deutscher Adeliger aus dem Rittergeschlecht Kämmerer von Worms, Herr der Kropsburg und zu Sankt Martin (Pfalz), dessen prächtiges Grabmal sich in der dortigen Martinskirche erhalten hat.
Herkunft und Familie Er wurde als Sohn des Philipp I. Kämmerer von Worms zu Herrnsheim (1428–1492) und dessen Gattin Barbara, geborene von Flersheim († 1483), Tante des späteren Speyerer Bischofs Philipp von Flersheim, geboren.Genealogische Webseite Flersheim. Der Vater erwarb den Ort Herrnsheim und machte ihn zu seiner Residenz. Zur Familie siehe im Übrigen hier.
Johann zu Kropsburg, heiratete Katharina von Cronberg, Schwester des Walther von Cronberg (1477–1543), Hochmeister des Deutschen Ordens.Heraldische Webseite mit Genealogie Aus der Ehe stammen sieben Kinder Schwennicke, Taf. 55. (siehe dazu auch: hier): Elisabeth Nicht genannt bei Battenberg: Repertorien 14/3, Taf. IV. , * 1485 Bollinger, S. 36. , sie wurde Dominikanerin im Kloster Maria Himmelskron Schwennicke, Taf. 55. in Hochheim. Philipp, * um 1487 Bollinger, S. 36. , Ritter des Deutschen Ordens, erwähnt zwischen 1512 Schwennicke, Taf. 55. und 1521, zuletzt als Kompan der Kommende Balga. Erich Joachim: Die Politik Des Letzten Grossmeisters in Preussen Albrecht Von Brandenburg. Books on demand, 2013. ISBN 373400005X, S. 380, auch (Digitalscan) Joachim, * um 1494 Bollinger, S. 36. , † 13. Juli 1532 Schwennicke, Taf. 55; Bollinger, S. 36. , bestattet im Speyerer Dom, 1518 wurde er Domherr in Worms, 1523 in Speyer. Er war mit Philipp Melanchthon befreundet. Schwennicke, Taf. 55; Bollinger, S. 36; Battenberg: Repertorien 14/3, Taf. IV). Balthasar, geboren um 1495 So: Bollinger, S. 42; Schwennicke, Taf. 55, führt dagegen an, dass er erst ab 1519 belegt ist. war seit 1514 Domherr in Speyer, trat 1518Gerhard Fouquet: Das Speyerer Domkapitel im späten Mittelalter, Band 2. Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte, Mainz 1987, S. 375–377. aber wieder in den weltlichen Stand und heiratete Maria Anna Jakob(e)a von Neuhausen (* 1507/1508 Schwennicke, Taf. 55 und Battenberg: Repertorien 14/3, Taf. IV. Bollinger, S. 42, dagegen: 1503. ; † 18. Juli 1582 So: Bollinger, S. 42. oder 18. August 1582 So: Schwennicke, Taf. 55 und Battenberg: Repertorien 14/3, Taf. IV. ). Balthasar starb 1528. Maria Anna Jakobea heiratete in zweiter Ehe Johann Sebastian von Hirnheim, Richter am Reichskammergericht, der am 31. Mai 1555 starb. In dritter Ehe heiratete sie daraufhin einen Herrn von Hohenstein, Amtmann in Höchst und Hofheim am Taunus. Bollinger, S. 42. Maria Anna Jakobea starb am 18. Juli 1582 So: Bollinger, S. 42. oder am 18. August 1582 So: Schwennicke, Taf. 55. und wurde im Speyerer Dom beigesetzt. Anna (* um 1489 Bollinger, S. 36. ) heiratete 1507 Dieter Landschad von Steinach († 1519). Schwennicke, Taf. 55, Bollinger, S. 36. Johann XXIII. wurde 1514 als Kanoniker des Cyriakusstifts in Neuhausen genannt, ist aber jung gestorben. Bollinger nimmt ein Geburtsjahr um 1491 an, Schwennicke geht dagegen davon aus, dass er als Kind gestorben ist; Battenberg: Repertorien 14/3, Taf. IV,: „† jung“. Ursula Nicht genannt bei Battenberg: Repertorien 14/3, Taf. IV. wurde Nonne im Kloster Marienberg bei Boppard. Sie starb nach dem 30. September 1521. Schwennicke, Taf. 55.
Wirken Johann nannte sich nach seiner Hauptresidenz, der Kropsburg in Sankt Martin in der Pfalz. Unter Johann wurde die dortige Pfarrkirche St. Martin 1492 mit dem noch erhaltenen gotischen Chor ausgestattet, womit er den renommierten Baumeister Jakob von Landshut beauftragte. Auf einen Auftrag durch Johann dürften überdies die gotische Madonnenfigur und das sechs Meter hohe Sakramentshaus der Kirche zurückgehen.
Tod Am 22. Juli 1510 starb seine Ehefrau und wurde in der Pfarrkirche von Sankt Martin beigesetzt. Johann starb 1531 und fand dort ebenfalls seine Ruhestätte. In der Kirche ist das prächtige Grabmal der Eheleute mit ihren stehenden Vollfiguren, das dem Meister von Oppenheim, einem Schüler des Hans Backoffen, zugeschrieben wird, erhalten. Johann trägt eine Rüstung. Sein Rufname ist in der Grabinschrift zweimal als Hanns angegeben.
Literatur Johannes Bollinger: 100 Familien der Kämmerer von Worms und der Herren von Dalberg. Bollinger, Worms-Herrnsheim 1989. Ohne ISBN. Johann Georg Lehmann: Urkundliche Geschichte der Burgen und Bergschlösser in den ehemaligen Gauen, Grafschaften und Herrschaften der bayerischen Pfalz, Band 2, 296–298, Kaiserslautern, 1857; (Digitalscan) Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten. Neue Folge, Bd. 9: Familien vom Mittel- und Oberrhein und aus Burgund. Marburg 1986. Ohne ISBN, Tafel 53. Christian von Stramberg: Das Nahetal, historisch und topographisch dargestellt, 1. Band, S. 175, Koblenz, 1869 (Band 16 von: Denkwürdiger und nützlicher rheinischer Antiquarius); (Digitalscan) Cäcilia Ziegler: St. Martin/Südliche Weinstraße, Kirche und sakrale Kunstwerke, Kath. Pfarramt Sankt Martin, 1988, S. 6 u. 25
Weblinks Webseite Stiftung Seeau (siehe unter den Jahren 1510 und 1531)
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ritter (Mittelalter) Kategorie:Ritter (HRR) Kategorie:Mäzen Kategorie:Sankt Martin (Pfalz) Johann 22 Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1531 Kategorie:Mann