mini|Walter Feichtinger im Jahr 2016 Walter E. Feichtinger (* 13. November 1956 in Wippenham, Österreich) ist Präsident des Center für Strategische Analysen (CSA), einer unabhängigen Plattform für sicherheitspolitische Themen. Seit seiner Pensionierung ist er als Geostratege und Militäranalyst häufig als Keynote-Speaker und Kommentator tätig. 2025/26 war er stellvertretender Vorsitzender der von der österreichischen Verteidigungsministerin Klaudia Tanner eingesetzten Wehrdienstkommission. Im Kontext des Russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 ist Feichtinger häufig als Experte in deutschsprachigen Medien zu erleben.Vergeltungsangriffe befürchtet Feichtinger: "Putin kann sich das nicht bieten lassen" n-tv 15. September 2022Russische Offensive Militärexperte Walter Feichtinger: „Der große Angriff steht noch bevor“ Deutschlandfunk Interview Moritz Küpper 21. April 2022 Als österreichischer Brigadier des Bundesheeres und Politikwissenschaftler leitete er von 2002 bis 2020 das Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement an der Landesverteidigungsakademie in Wien.
Beruflicher Werdegang Feichtinger absolvierte nach der Matura 1975 am Realgymnasium in Ried im Innkreis in Oberösterreich den Präsenzdienst beim österreichischen Bundesheer als Einjährig-Freiwilliger. Von 1976 bis 1979 besuchte er die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt. 1979 wurde er als Leutnant und Zugführer beim Panzergrenadierbataillon 13 in Ried im Innkreis ausgemustert. Von 1979 bis 1993 wurde er als Panzeroffizier und Lehroffizier verwendet. Er absolvierte eine Ausbildung zum Sporttrainer und einen Führungskurs mittleres Management im Bundesheer. Im Dienstgrad eines Hauptmanns wurde er 1993 Kommandant des Panzerbataillons 10 in der Kopal-Kaserne in St. Pölten in Niederösterreich.
Er studierte nebenberuflich Politikwissenschaft und Publizistik und spondierte 1998 zum Mag. phil. Danach wurde er stellvertretender Leiter des Instituts für Internationale Friedenssicherung an der Landesverteidigungsakademie (LVAk) in Wien mit dem Spezialgebiet Entwicklung des Kriegsbildes. Seine Promotion zum Dr. phil. an der Universität Wien erfolgte im Jahr 2001 mit der Dissertation Streitkräfte als Instrument zur Lösung innerstaatlicher Konflikte. Die bestimmenden Faktoren des militärischen Konfliktbildes in Jugoslawien 1998/1999. 2001/02 versah Feichtinger im Bundeskanzleramt in der Zeit des Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel (ÖVP) als sicherheits- und verteidigungspolitischer Berater seinen Dienst. Von 2002 bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand 2020 war der Berufsoffizier LeiterMitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bundesheer.at, abgerufen am 6. April 2017. des Instituts für Friedenssicherung und Konfliktmanagement (IFK) an der Landesverteidigungsakademie. In dieser Funktion folgte ihm der sicherheitspolitische Direktor aus dem Verteidigungsministerium Generalmajor Dr. Johann Frank nach.
Feichtinger war stellvertretender Vorsitzender des „Strategie- und Sicherheitspolitischen Beirats“ (SSB) der „Wissenschaftskommission beim Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport“ (BMLVS), vom BMLVS nominierter Vertreter in der „Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Dienststellen des Bundesministeriums für Landesverteidigung“Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Dienststellen des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport, oeaw.ac.at, abgerufen am 6. April 2017. (ÖAW-Kommission), Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Master-Studienganges „Security and Safety Management“ an der Universität für Weiterbildung Krems, donau-uni.ac.at, 6. April 2017., wo er auch als Lektor wirkt, Mitglied des Beirats des österreichischen Sicherheitsforschungsprogramms KIRAS und Mitglied des Programmbeirats Politische Gespräche des Europäischen Forums AlpbachProgrammbeiräte, alpbach.org, abgerufen am 6. April 2017.. Außerdem ist er Visiting Fellow am Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik. Von 2001 bis 200550 Jahre Österreichische Offiziersgesellschaft, Chronik 1960–2010, S. 159 war er Generalsekretär der Österreichischen Offiziersgesellschaft. 2008 war er Mitbegründer der International Society of Military Sciences, dessen Council er angehört, isofms.org, abgerufen am 6. April 2017..
Er veröffentlichte zahlreiche Beiträge, insbesondere in den Bereichen Konfliktforschung und Sicherheitspolitik. Feichtinger ist (Mit-)herausgeber der wissenschaftlichen Buchreihen Internationale Sicherheit und Konfliktmanagement (Böhlau Verlag)Internationale Sicherheit und Konfliktmanagement, boehlau-verlag.com, abgerufen am 6. April 2017. und Sicherheit und Frieden (Nomos Verlag)Herausgeberinnen und Herausgeber, sicherheit-und-frieden.nomos.de, abgerufen am 6. April 2017. sowie der hauseigenen Reihe IFK-Aktuell (LVAk/BMLVS).
Einer breiteren Öffentlichkeit ist Feichtinger als Analyst militärischer Zusammenhänge aus Radio und Fernsehen bekannt. Er trat in dieser Funktion eine Art Nachfolge des Brigadiers Gerald Karner an.
Feichtinger ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Maria-Anzbach.
Schriften (Auswahl) (Hrsg.): Afrika im Blickfeld. Kriege – Krisen – Perspektiven. Tagungsband des Instituts für Friedensforschung und Konfliktmanagement, Wien. [Resultat eines Workshops, der vom Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement (IFK) der Landesverteidigungsakademie Wien in der Zeit vom 29. bis 30. Jänner 2004 durchgeführt wurde]. Nomos, Baden-Baden 2004, ISBN 3-8329-0712-2. mit Gerald Hainzl (Hrsg.): Krisenherd Nordostafrika – internationale oder afrikanische Verantwortung?. Tagungsband des Instituts für Friedenssicherung und Konfliktmanagement, Wien. Nomos, Baden-Baden 2005, ISBN 3-8329-1374-2. mit Franz Kernic (Hrsg.): Transatlantische Beziehungen im Wandel. Sicherheitspolitische Aspekte der Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Lateinamerika. Nomos, Baden-Baden 2006, ISBN 3-8329-2015-3. mit Predrag Jureković: Internationales Konfliktmanagement im Fokus. Kosovo, Moldova und Afghanistan im kritischen Vergleich. Nomos, Baden-Baden 2008, ISBN 3-8329-2241-5. mit Sibylle Wentker (Hrsg.): Islam, Islamismus und islamischer Extremismus. Eine Einführung (= Internationale Sicherheit und Konfliktmanagement. Bd. 1). Böhlau, Wien u. a. 2008, ISBN 978-3-205-77767-0. mit Wolfgang Braumandl, Nieves-Erzsebet Kautny (Hrsg.): Private Sicherheits- und Militärfirmen. Konkurrenten – Partner – Totengräber? (= Internationale Sicherheit und Konfliktmanagement. Bd. 2). Böhlau, Wien u. a. 2008, ISBN 978-3-205-77742-7. mit Gerald Hainzl (Hrsg.): Krisenmanagement in Afrika. Erwartungen – Möglichkeiten – Grenzen (= Internationale Sicherheit und Konfliktmanagement. Bd. 3). Böhlau, Wien u. a. 2009, ISBN 978-3-205-78222-3. mit Carmen Gebhard (Hrsg.): Globale Sicherheit – EUropäische Potenziale. Herausforderungen, Ansätze, Instrumente (= Internationale Sicherheit und Konfliktmanagement. Bd. 4). Böhlau, Wien u. a. 2010, ISBN 978-3-205-78419-7. mit Anton Dengg (Hrsg.): Kein Feind in Sicht. Konfliktbilder und Bedrohungen der Zukunft (= Internationale Sicherheit und Konfliktmanagement. Bd. 5). Böhlau, Wien u. a. 2010, ISBN 978-3-205-78481-4. mit Gerald Hainzl (Hrsg.): Somalia. Optionen – Chancen – Stolpersteine (= Internationale Sicherheit und Konfliktmanagement. Bd. 6). Böhlau, Wien u. a. 2011, ISBN 978-3-205-78582-8. mit Hermann Mückler, Gerald Hainzl, Predrag Jurekovic (Hrsg.): Wege und Irrwege des Krisenmanagements. Von Afghanistan bis Südsudan (= Internationale Sicherheit und Konfliktmanagement. Bd. 7). Böhlau, Wien u. a. 2014, ISBN 978-3-205-78856-0.
Auszeichnungen (Auswahl) 1996: Verdienstzeichen des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes 2. Klasse in Silber als Major 2005: Kommandeurkreuz in Gold der Österreichischen Offiziersgesellschaft (ÖOG) 2015: Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 2021: Verleihung Berufstitel "Professor" durch den Bundespräsidenten
Weblinks
www.bundesheer.at – Publikationen von Walter Feichtinger
Einzelnachweise
Kategorie:Politikwissenschaftler Kategorie:Konfliktforscher Kategorie:Brigadier (Zweite Republik Österreich) Kategorie:Bundesministerium für Landesverteidigung Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Absolvent der Theresianischen Militärakademie Kategorie:Befehlshaber (Panzertruppe) Kategorie:Herausgeber Kategorie:Träger des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1956 Kategorie:Mann