Johann Sebastian Albrecht (* 4. Juni 1695 in Coburg; † 8. Oktober 1774 ebenda) war ein deutscher Arzt, Naturforscher und Gymnasialprofessor.

Albrecht studierte ab 1715 Medizin in Jena und Leiden und wurde 1718 in Jena nach einer Reise durch die Schweiz, die Niederlande und Norddeutschland, bei der er viele Gelehrte kennenlernte, promoviert. Danach war er niedergelassener Arzt in Coburg. 1734 wurde er Professor für Naturphilosophie am akademischen Gymnasium in Coburg und 1737 Land-Physikus (Landesarzt des Fürstentums Coburg).Biographie nach Susanne Grosser: Ärzte-Korrespondenz in der Frühen Neuzeit. Der Briefwechsel zwischen Peter Christian Wagner und Christoph Jacob Trew. De Gruyter, 2015, S. 286. Für Medizinstudenten führte er Exkursionen, so 1743 in Form des traditionellen Maibummels, durch. In Band 8 der von der Kaiserlich-Leopoldinischen Akademie der Naturforscher herausgegebenen Acta physico-medica sive Ephemerides publizierte er 1748Johann Sebastian Albrecht: De anchylosi seu coalitu vertebrarum spinae dorsi equinae et alius spinae humanae vertebrarum inter se et cum costis nonnullis. In: Acta physicomedica sive Ephemerides. Band 8, 1748, S. 452 ff. über die Ankylose der Wirbelsäule.Heinrich Buess, Huldrych M. Koelbing: Kurze Geschichte der ankylosierenden Spondylitis und Spondylose. J. R. Geigy, Basel 1964 (= Acta rheumatologica. Nr. 22), S. 36–38.

Von ihm stammen zahlreiche kleinere Schriften und Beiträge zum Commercium Litterarium. Er gab 1747 in Coburg die Opuscula botanico-physicua von Joachim Jungius heraus.

Am 15. Dezember 1730 wurde er mit dem akademischen Beinamen Panthemus zum Mitglied (Matrikel-Nr. 418) der Leopoldina gewählt.

Albrecht ist mit einem Bericht aus dem Jahre 1737 über fossile Hölzer, die in Coburg in großen Mengen gefunden wurden und für Schnitzarbeiten verwendet wurden, ein Vorläufer der Paläobotanik. Er erkannte an den Stämmen Zeichen von Fäulnis und Merkmale rezenter Bäume.Klaus-Peter Kelber: Die Erhaltung und paläobiologische Bedeutung der fossilen Hölzer aus dem süddeutschen Keuper (Trias, Ladinium bis Rhätium). In: H. Schüßler, T. Simon (Hrsg.): Aus Holz wird Stein – Kieselhölzer aus dem Keuper Frankens. 2007, S. 37. 1734 veröffentlichte er einen Aufsatz, in dem er Fossilien als Zeugen der Sintflut ansah.

Einzelnachweise

Kategorie:Naturforscher Kategorie:Mitglied der Leopoldina (18. Jahrhundert) Kategorie:Person (Coburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1695 Kategorie:Gestorben 1774 Kategorie:Mann