Njonoksa (, auch als Nenoksa transliteriert) ist ein Dorf (selo) in Nordwestrussland mit Einwohnern (Stand ). Es befindet sich in der Oblast Archangelsk und gehört zum Stadtkreis Sewerodwinsk.Gesetz "Über den Status der Grenzen der munizipalen Gebilde der Oblast Archangelsk" Abgerufen am 21. Mai 2011 Nördlich des Dorfes befindet sich ein Raketenstartplatz der russischen Marine.

Geographie Njonoksa liegt etwa 64 km westlich der Oblasthauptstadt Archangelsk, rund drei Kilometer südlich der Küste des Weißen Meeres. Das Dorf befindet sich etwa 31 km westlich der Stadt Sewerodwinsk, welcher es administrativ unterstellt ist. Durch Njonoksa und den im Norden des Dorfes liegenden See Nischneje () verläuft der Fluss Werchowka (), welcher nördlich von Njonoksa ins Weiße Meer mündet. Von Westen her durchquert der namensgebende, rund sechs Kilometer lange Fluss Njonoksa das Dorf und mündet innerhalb Njonoksas in die Werchowka.Sowjetische Generalstabskarte; Abrufbar auf , Überprüft am 21. Mai 2011

Njonoska ist administratives Zentrum des Administrativen Kreises Njonoksa (), in dem sich außerdem die Siedlungen Sopka (), Seljony Bor () und die Dörfer Solsa () und Sjusma () befinden."Statut über das munizipale Gebilde von Sewerodwinsk" Abgerufen am 16. Januar 2016

Geschichte mini|links|Blick auf Njonoksa Das pomorische Dorf Njonoksa wurde 1397 erstmals in einer Urkunde des Moskauer Großfürsten Wassili Dmitrijewitsch erwähnt.Галина Чарупа: С юбилеем, Ненокса!, Северный рабочий, 11. Juni 2007 Abgerufen am 21. Mai 2011

Im Jahr 1553 landete der englische Seefahrer Richard Chancellor beim Versuch der Erschließung einer Nordostpassage für die englische Handelsflotte westlich des Nikolo-Korelski-Klosters nahe Njonoksa. Im Folgenden entwickelten sich rege Handelsbeziehungen zwischen dem Königreich England und dem Zarentum Russland, in deren Zuge 1584 die Stadt Archangelsk errichtet wurde.Artikel über Njonoksa auf towns.ru Abgerufen am 21. Mai 2011Artikel über das Nikolo-Korelski Kloster auf towns.ru Abgerufen am 21. Mai 2011

Njonoksa war bis ins 19. Jahrhundert eines der größten Zentren des Salzsiedens und besaß um 1890 mehr als 1200 Einwohner.Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12, Vierte Auflage, Leipzig und Wien 1885-1892, S. 49 Leipzig und Wien Abgerufen am 21. Mai 2011 Durch die Förderung von Salz aus großen Salzvorkommen im Ural wurde die Produktion unrentabel, sodass die Salzproduktion im 20. Jahrhundert eingestellt wurde.

Am 8. August 2019 kam es nahe dem Ort zum Nuklearunfall von Njonoksa, bei dem mehrere Personen starben oder schwer verletzt wurden.

Raketenstartplatz

Etwa zwei Kilometer nördlich von Njonoksa, östlich der Siedlung Sopka, befindet sich ein Truppenübungsplatz zum Test von U-Boot-gestützten ballistischen Raketen für Atom-U-Boote. Seit den 1960er Jahren wurden hier unter anderem Prototypen der Raketen R-29 und R-39 getestet.Artikel zur R-29 / SS-N-8 SAWFLY auf globalsecurity.net Abgerufen am 21. Mai 2011Artikel zur R-39 / SS-N-20 STURGEON auf globalsecurity.net Abgerufen am 21. Mai 2011 Aus Gründen der Geheimhaltung wurde als Lage des Truppenübungsplatzes offiziell lange Zeit die ukrainische Stadt Feodossija in der Oblast Krim angegeben.Андрей Михайлов: Полигон, связавший Неноксу и Кубу, Prawda, 3. Dezember 2004

Wie auch Sewerodwinsk liegt Njonoksa, auf Grund seiner militärischen Bedeutung, in einem Gebiet mit Zugangsbeschränkung, das von ausländischen Personen ohne Sondergenehmigung nicht betreten werden darf. Abgerufen am 21. Mai 2011 Weiterhin ist es auch russischen Staatsbürgern nur mit einem Sonderausweis möglich, nach Njonoksa zu reisen. Abgerufen am 21. Mai 2011

Wirtschaft und Infrastruktur In Njonoksa befindet sich mit der 1724 erbauten Troizki-Kirche () die einzige hölzerne Kirche Russlands mit fünf Zeltdächern. Daneben gibt es zwei Sakralbauten, die 1763 erbaute Nikolski-Kirche () sowie ein 1834 errichteten Glockenturm.

Nach Njonoksa führt keine ganzjährig befahrbare Straßenverbindung. Die wichtigste Transport- und Verkehrsanbindung besteht über die 65 km lange Eisenbahnlinie Issakogorga – Sewerodwinsk – Njonoksa, die im Besitz der russischen Nordeisenbahn ist. Wichtigster Arbeitgeber ist der Truppenübungsplatz.

Literatur Ju.M. Šul'man: Istorija posada Nënoksy. Istoriko-kraevedčeskij očerk. AIB, Moskau 1997, .

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oblast Archangelsk