Eine Bologneser Flasche (Bologneser Hammer oder Springkolben) ist ein dickwandiges kugeliges bis kolbenförmiges Glasgefäß mit langem Hals und dickwandigem Boden, das durch ein spezielles Herstellungsverfahren außen robust und innen verletzlich ist.

Geschichte Bei der Herstellung von Gefäßen aus Glas ist es erforderlich, die glühende Masse langsam abzukühlen, um innere Spannungen zu vermeiden. Seit dem 18. Jahrhundert erzeugte man – nach dem Vorbild der Bologneser Tränen – in Bologna eine Flaschenform (1716 von Asmadei entdeckt & von Adriano Balbi beschrieben), die durch absichtliche schnelle Abkühlung in einen Spannungszustand versetzt wird. Diese Flasche kann wie ein Hammer benutzt werden, um einen Nagel in ein Brett einzuschlagen. Lässt man dagegen einen Nagel, Steinchen etc. durch den Flaschenhals fallen, zerspringt die Flasche in kleinste Bruchstücke. Der Effekt wird gern als Zaubertrick oder in Experimentalvorträgen demonstriert.

Literatur Giuseppe Lorenzo Bruni: Extract of a letter from Dr. Josephus Laurentius Bruni, of Turin, F. R. S. to Mr. Henry Baker, F. R. S. concerning the bologna bottles. In: Philosophical Transactions. Band 43, Nr. 475, 31. März 1745, S. 272–273 (doi:10.1098/rstl.1744.0059, ). Meyers Konversationslexikon, Dritte Auflage, 1874, Band 2 (Berlin - Bureja), Seite 488 (s. http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Bologneser+Flasche) Pierers Konversations-Lexikon, Siebente Auflage, 1889, Band 2 (Auffsteigen - Bottrop), Seite 1514 Brockhaus Konversations-Lexikon, Vierzehnte Auflage, 1893, Band 3 (Bill - Catulus), Seite 261/262 Herders Konversations-Lexikon, Dritte Auflage, 1902, Band 1 (A - Bonaparte), Seite 1780

Kategorie:Glasgefäß Kategorie:Zauberkunststück