Karl Friedrich Ernst August (Freiherr) von Bothmer (* 10. März 1796 in Stolzenau; † 21. Dezember 1861 in Hannover) war ein deutscher Richter, Diplomat und Minister des Königreichs Hannover.

Leben

Herkunft Friedrich von Bothmer entstammte der sog. Bennemühler Hauptlinie des niedersächsischen Adelsgeschlechts von BothmerAnmerkung zur Titulierung: Die Angehörigen seines Familienzweiges und er selbst bedienten sich zu seinen Lebzeiten lediglich des einfachen Adelsprädikats von; eine Berechtigung zum Führen des Freiherrntitels wurde erst 1882 erteilt (so Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser 38 (1888), S. 79f); die Bezeichnung als Graf (Artikeltitel, aber nicht -text in der ADB) ist falsch und beruht auf einer Verwechslung der Familienzweige. und war ein Sohn des Amtmanns von Stolzenau Ferdinand von Bothmer. Karl von Bothmer war sein jüngerer Bruder.

Werdegang Er studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Heidelberg und Göttingen. In Göttingen wurde er 1813 Mitglied des Corps Bremensia.Kösener Korps-Listen 1910, 63, 52; Kösener Corpslisten 1960, 39, 51 Er trat in den Justizdienst des Königreichs Hannover ein. 1831 führte er als Rat der Justizkanzlei Celle die Untersuchungen gegen die Teilnehmer am Göttinger Aufstand, der von dem Privatdozenten Johann Ernst Arminius von Rauschenplat angeführt worden war. 1841 wurde er Oberappellationsgerichtsrat am Kriminalsenat des Oberappellationsgerichts Celle und später Direktor der Justizkanzlei Celle. in diese Zeit fallen seine juristischen Fachveröffentlichungen. Nach der Deutschen Revolution 1848/1849 wurde er auch politisch im Königreich Hannover aktiv. Er war Mitglied der Ersten Kammer des Ständeversammlung des Königreichs Hannover für die evangelische Geistlichkeit. Er war Gesandter des Königreichs Hannover beim Deutschen Bund und wurde nach kurzzeitiger Rückkehr in den Richterberuf (1853) im Jahr 1855 Kultusminister im hannoverschen Ministerium Wilhelm von Borries. Den päpstlichen Piusorden erhielt er 1857 für die angemessene Ausstattung des Bistums Osnabrück. Bothmer war Rittergutsbesitzer auf Bennemühlen und Bothmer. Er verstarb im Amt als Kultusminister.

Familie Am 21. Mai 1822 heiratete er in Celle Wilhelmine von Schlepegrell (1799–1869), mit der einen Sohn hatte: Ferdinand (* 14. Mai 1825 Celle; † 7. Oktober 1905 Hannover), Berechtigung zur Führung des Freiherrntitels vom 14. Dezember 1881 ⚭ 1854 Hedwig Freiin von Hodenberg (1825–1917)

Schriften Gedanken über Gegenstände des Civilprocesses: Besonders in Beziehung auf das gerichtliche Verfahren in den älteren Provinzen Hannovers; Kundigen zur Prüfung, Hahn, Hannover 1839 Erörterungen und Abhandlungen aus dem Gebiete des Hannoverschen Criminal-Rechts und Criminal-Processes, Hahn, Hannover Fragmente zur bürgerlichen Proceß-Ordnung für das Königreich Hannover. Rümpler, Hannover 1854 Die Verhältnisse der durch Ablösung frei gewordenen Bauerhöfe in Hinsicht auf deren Zusammenhaltung und auf die Erbfolge, Rümpler, Hannover 1855

Auszeichnungen Piusorden erster Klasse

Literatur

Michael Wrage: Der Staatsrat im Königreich Hannover 1839–1866. Münster 2001. ISBN 3-8258-5401-9 Digitalisat Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, 1896, S.94 -- Falscher Titel bei books.google.de

Einzelnachweise

Kategorie:Richter (Oberappellationsgericht Celle) Kategorie:Rechtswissenschaftler (19. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Ersten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Hannover Kategorie:Mitglied des Hannoverschen Staatsrats Kategorie:Hannoverscher Diplomat Kategorie:Gesandter eines Mitgliedstaates beim Deutschen Bund Kategorie:Landesminister (Königreich Hannover) Kategorie:Kultusminister (Deutschland) Kategorie:Freiherr Kategorie:Träger des Piusordens (Ausprägung unbekannt) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Friedrich Kategorie:Geboren 1796 Kategorie:Gestorben 1861 Kategorie:Mann