Sträßchen Siefen ist der Name eines Ortsteils und einer Straße im Stadtteil Katterbach in Bergisch Gladbach.

Geschichte Der Ort Sträßchen Siefen ist vor 1893 durch die Zusammenlegung der beiden Weiler Sträschen und Siefen entstanden. Im Urkataster ist er im Bereich des historischen Wegs verzeichnet, der bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Paffrath nach Siefen führte (das ist die heutige Kempener Straße). Sträßchen (ma. am Strößchen) wird 1758 als Gut am Sträßchen zum Siefen genannt.Anton Jux: Das Bergische Botenamt, die Geschichte Bergisch Gladbachs bis in die Preußische Zeit, herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Bergisch Gladbach, Bergisch Gladbach 1964 Der frühneuzeitlichen Gründung der Hofstelle Sträßchen in der Nähe der Einmündung des Odenthaler Markwegs in die heutige Straße Sträßchen Siefen folgten fünf weitere Hofgründungen, die zusammen einen Weiler bildeten. Weiter westlich gab es bereits den mittelalterlichen Weiler Siefen, der um 1450 in der Form syfen erwähnt wurde.Andree Schulte, Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen, herausgegeben vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach, Band 3, und vom Bergischen Geschichtsverein Abteilung Rhein-Berg e. V., Band 11, Bergisch Gladbach 1995, S. 49 f., ISBN 3-9804448-0-5

Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Porz, belegt, dass der Wohnplatz Siefen 1715 als drei gemeine Höfe kategorisiert wurde. Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Siefen. Aus ihr geht hervor, dass Siefen zu dieser Zeit Teil der Honschaft Paffrath im gleichnamigen Kirchspiel war.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898

Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst, Siefen wurde politisch der Mairie Gladbach im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Gladbach im Kreis Mülheim am Rhein. Mit der Rheinischen Städteordnung wurde Gladbach 1856 Stadt, die dann 1863 den Zusatz Bergisch bekam.

Die Orte Siefen und Sträßchen sind auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824, auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 und ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 jeweils als Sträßchen und Siefen verzeichnet. Ab 1927 sind sie auf Messtischblättern regelmäßig als Sträßchen-Siefen oder ohne Namen verzeichnet. Sie waren Teil der politischen und katholischen Gemeinde Paffrath.

+ Einwohnerentwicklung Siefen Jahr Einwohner Wohn- gebäude Kategorie 1830 32 Hofstelle 1845 26 5 Hofstelle 1871 28 4 Hofstelle 1885 14 4 Wohnplatz 1895 17 3 Wohnplatz 1905 23 3 Wohnplatz + Einwohnerentwicklung Sträßchen bzw. Sträßchen-Siefen Jahr Einwohner Wohn- gebäude Kategorie Bemerkung 1830 14 Hofstelle Sträßchen 1845 21 4 Hofstelle Sträßchen 1885 34 7 Wohnplatz Sträßchen-Siefen 1895 72 13 Wohnplatz Sträßchen-Siefen 1905 81 16 Wohnplatz Sträßchen-Siefen Das Strandbach Katterbach Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde zwischen Sträßchen Siefen und Neuenhaus ein natürliches Freibad errichtet und mit dem Wasser des Katterbachs versorgt. Das Bad ist auf den Messtischblättern ab 1927 eingezeichnet. In den 1960er Jahren wurde das Freibad geschlossen und ein Campingplatz errichtet.

Etymologie Der Name Sträßchen deutet auf eine Siedlung an der Straße hin. Der Naturname Siefen bezeichnet eine feuchte Niederung oder sumpfige Quellmulde mit einem kleinen abfließenden Rinnsal. Dabei handelt es sich um den Oberlauf des Katterbachs. Siehe auch Liste der Straßen im Bergisch Gladbacher Stadtteil Katterbach

Einzelnachweise

Literatur Anton Jux: Das Bergische Botenamt, die Geschichte Bergisch Gladbachs bis in die Preußische Zeit, herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Bergisch Gladbach, Bergisch Gladbach 1964 Helmut Rosenbach: Das alte Paffrath – Katterbach, Paffrath, Hand – in Geschichte und Geschichten, ICS Communikations-Service GmbH, Bergisch Gladbach 1993

Kategorie:Ortsteil von Katterbach (Bergisch Gladbach) Kategorie:Straße in Bergisch Gladbach