mini|hochkant=1.5|Stolperstein für Gino Benatti in Guastalla, 2017 Die Liste der Stolpersteine in der Provinz Reggio nell’Emilia enthält die Stolpersteine in der italienischen Provinz Reggio Emilia, die an das Schicksal der Menschen aus dieser Region erinnern, die von Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben worden sind. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt. Sie werden im Regelfall vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers verlegt. Ihre Bezeichnung lautet auf Italienisch: Pietre d’inciampo.

Überblick Die Stolpersteine in Reggio nell’Emilia sind Menschen jüdischer Herkunft gewidmet, die entweder vom NS-Regime in Vernichtungslager deportiert und ermordet wurden oder in ihrem Versteck ums Leben kamen. Der einzige Überlebende, Giorgio Melli, dessen Eltern beide vom NS-Regime ermordet worden waren, starb 57-jährig in Umnachtung in einem Pflegeheim. An der Synagoge in der Via Aquila 3A von Reggio nell’Emilia hängen rechts und links des Eingangs zwei Tafeln, eine davon ist den zehn Deportierten und Ermordeten gewidmet.Gedenkorte: Gedenktafeln an der Synagoge. mit Abbildung der Gedenktafel, abgerufen am 20. Oktober 2015.

Die Stolpersteine von Castelnovo ne’ Monti sind Kommunisten gewidmet, die im Rahmen von NS-Razzien am 8. Oktober 1944 verhaftet, verschleppt und noch vor dem Zusammenbruch des Hitler-Regimes im März und April 1945 ermordet wurden.

Die Stolpersteine von Cadelbosco di Sopra und Guastalla erinnern an Soldaten der italienischen Armee, die sich nach dem Waffenstillstand von Cassibile weigerten, dem NS-Regime zu dienen, nach Deutschland deportiert wurden und dort als Militärinternierte zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Eine Vielzahl starb an den Folgen der grausamen Behandlung.

Listen der Stolpersteine Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Bagnolo in Piano In Bagnolo in Piano wurden sechs Stolpersteine an sechs Adressen verlegt. Stolperstein ÜbersetzungVerlegeort Name, Leben HIER WOHNTECOMBES BIAGINIGEBOREN 1920FESTGENOMMEN 9.9.1943BOZENDEPORTIERT 1943ERMORDET 15.4.1944STALAG XVII AKAISERSTEINBRUCH Via Beviera, 28Pieve Rossa (1920–1944) 120px HIER WOHNTEANGELO DIACCIGEBOREN 1910GEFANGEN GENOMMEN 9.9.1943JUGOSLAWIENINTERNIERT 1943STALAG VI B HEMERERMORDET 16.9.1944 Via Verdi, 10Bagnolo in Piano (1910–1944)Il Resto del Carlino: Due pietre d’inciampo dedicate ai nostri militari Tamagnini e Diacci: i bagnolesi deportati nel 1943, abgerufen am 11. Juli 2023 HIER WOHNTEVASCO LUSETTIGEBOREN 1921FESTGENOMMEN 8.9.1943MESTREINTERNIERT 194319. AMERIKANISCHESKRANKENHAUS NANCYTOT 11.5.1945Via Martiri di BagnoloBagnolo in Piano (1921–1945) HIER WOHNTENATALE MEZZADRIGEBOREN 1902FESTGENOMMEN 9.9.1943MESTREINTERNIERT 1943STALAG VI D DORTMUNDERMORDET 10.10.1944Via Roma, 11Bagnolo in Piano (1902–1944) HIER WOHNTECESARE SACCANIGEBOREN 1912FESTGENOMMEN 8.9.1943MONTENEGROINTERNIERT 1943STALAG IV C BYSTRICESTALAG IV B ZEITHAINERMORDET 29.5.1944 Via Beviera, 44Bagnolo in Piano (1912–1944) 120px HIER WOHNTEPACE TAMAGNINIGEBOREN 1915GEFANGEN GENOMMEN 12.9.1943ALBANIENINTERNIERT 1943STALAG 352 MINSKERMORDET 2.4.1944 Via Gramsci, 10Bagnolo in Piano (1915–1944)

Baiso In Baiso wurden vier Stolpersteine an vier Adressen verlegt. Stolperstein ÜbersetzungVerlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEDOMENICOBENVENUTIGEBOREN 1899GEFANGEN GENOMMEN AUGUST 1944INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944KAHLAERMORDET 15.12.1944 Via Montecasale, 18Baiso (1899–1944)Il futuro non si cancella: Domenico Benvenuti, abgerufen am 17. Juli 2023 120px HIER WOHNTELORENZO CALUZZIGEBOREN 1924GEFANGEN GENOMMEN 15.8.1944LEVIZZANO DI BAISODEPORTIERTKAHLAERMORDET 19.1.1945 Via Borgo di Levizzano, 1Baiso (1924–1945)Il futuro non si cancella: Lorenzo Caluzzi, abgerufen am 17. Juli 2023 120px HIER WOHNTEGINO GESTONIGEBOREN 1905GEFANGEN GENOMMEN AUGUST 1944INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944KAHLAERMORDET 20.12.1944 Località Casale, 46Baiso (1905–1944)Modena 2000: Sabato 30 aprile posa delle pietre d’inciampo a Baiso e Scandiano, abgerufen am 17. Juli 2023 120px HIER WOHNTEARRIGOLODOVICO TONELLIGEBOREN 1896GEFANGEN GENOMMEN 30.7.1944PONTEDOLO DI BAISODEPORTIERT 1944KAHLAERMORDET 15.2.1945 Via Gavia 6, località GaviaBaiso (1896–1945)Comune di Baiso: LA STORIA DI LODOVICO TONELLI, abgerufen am 17. Juli 2023

Bibbiano In Bibbiano wurden vier Stolpersteine an drei Adressen verlegt. Stolperstein ÜbersetzungVerlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEERIO FERRARIJG. 1921GEFANGEN GENOMMEN 9.9.1943BOZENINTERNIERT 1943FALLINGBOSTELARBEITSKOMMANDOHILDESHEIMGESTORBEN 14.8.1945HELMSTEDT Via Fratelli Corradini, 15Bibbiano (1921–1945) 120px HIER WOHNTEWALTER FERRARIJG. 1923GEFANGEN GENOMMEN 9.9.1943BOLOGNAINTERNIERT 1943FALLINGBOSTELARBEITSKOMMANDOWOLFENBÜTTEL Via Fratelli Corradini, 15Bibbiano (1923–) HIER WOHNTEEZIO FERRARINIJG. 1923GEFANGEN GENOMMEN 8.9.1943INTERNIERT 1943STALAG XIII D NÜRNBERGERMORDET 30.8.1944RUTH SCHWABACH Via Sauro, 15Bibbiano (1923–1944) HIER WOHNTEPIERO GIAVARINIJG. 1923GEFANGEN GENOMMEN 13.9.1943ROMADEPORTIERT 1943STALAG XI C BERGEN-BELSENERMORDET Via Venturi, 40Bibbiano (1923–1944)

Cadelbosco di Sopra In Cadelbosco di Sopra wurden zwei Stolpersteine an zwei Adressen verlegt. Stolperstein ÜbersetzungVerlegeort Name, Leben120px HIER WOHNTEALLENIN BARBIERIGEBOREN 1919GEFANGEN GENOMMENBirgit Klausmann-Molter: PONS-Globalwörterbuch (italienisch/deutsch), Klett, Stuttgart 1986, S. 126: „catturare (persona) fangen, ergreifen, (fare prigionere) gefangennehmen.“ 8.9.1943DEPORTIERT 1943TREUENBRIETZENERMORDET 23.4.1945 Piazza della pace John Lennon 8Cadelbosco di Sopra war Sozialist, italienischer Soldat und italienischer Militärinternierter. Er wurde nach dem Kriegsaustritt Italiens im Jahre 1943 nach Deutschland deportiert und musste in einer Rüstungsfabrik nahe Treuenbrietzen Zwangsarbeit leisten. Er zählt zu den 127 italienischen Soldaten, die in einer Kiesgrube in Treuenbrietzen zusammengetrieben und dort am 23. April 1945 erschossen wurden. Er wurde auf dem Waldfriedhof von Berlin-Zehlendorf bestattet.gazzettadireggio.gelocal.itdeutschlandfunkkultur.de HIER WOHNTEAVANTI PERGETTIJG. 1912VERHAFTET 26.2.1944EINGESPERRTREGGIO EMILIAINTERNIERT FOSSOLIDEPORTIERT 1944MAUTHAUSENERMORDET 29.3.1945 Via Miselli, 105Sesso (1912–1945)

Casalgrande In Casalgrande wurde ein Stolperstein verlegt. Stolperstein ÜbersetzungVerlegeort Name, Leben HIER WOHNTEDANNUNZIO FERIOLIGEBOREN 1922GEFANGEN GENOMMEN 9.9.1943KRETASOUDA-BUCHTERMORDET 19.10.1943 Via Rio Rocca, 7Casalgrande (1922–1943)

Casina In Casina wurden zwei Stolpersteine an zwei Adressen verlegt. Stolperstein ÜbersetzungVerlegeort Name, Leben HIER WOHNTEVADO COMIGEBOREN 1925GEFANGEN GENOMMEN 2.8.1944DEPORTIERT 1944KAHLAERMORDET 10.1.1945 Via Migliara, 10/1Casina (1925–1945) HIER WOHNTECESARE ZANNETTIGEBOREN 1907GEFANGEN GENOMMEN 2.8.1944DEPORTIERT 1944KAHLAERMORDET 6.2.1945 Via Migliara, 3Casina (1907–1945)

Castelnovo ne’ Monti In Castelnovo ne’ Monti wurden bisher neun Stolpersteine an sieben Adressen verlegt. Stolperstein ÜbersetzungVerlegeort Name, Leben120px HIER WOHNTEINELLO BEZZIGEBOREN 1902GEFANGEN GENOMMEN 8.10.1944CASA DEL FASCIOINTERNIERT IM LAGER FOSSOLIDEPORTIERT 1944KAHLAERMORDET 14.3.1945 Via Umberto Monti, 9Castelnovo ne’ Monti , geboren 1902, war Kommunist und expliziter Gegner von Faschismus und Nationalsozialismus. Er wurde im Rahmen einer groß angelegten Razzia des NS-Regimes im Appennin am 8. Oktober 1944 festgenommen, ins Durchgangslager Fossoli verbracht und von dort nach Kahla in Thüringen deportiert. In den Jahren 1944 und 1945 wurde in der Umgebung von Kahla eines der unterirdischen Rüstungsprojekte der REIMAHG realisiert. 15.000 Zwangsarbeiter wurden für dieses Projekt aus ihren Heimatländern nach Deutschland verschleppt, um den Strahljäger Messerschmitt Me 262 in Serie zu bauen. Die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und die Arbeitstreiberei führten zu 2.800 bis 6.000 Opfern der REIMAHG, die meisten von ihnen Italiener.Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 213 ff., ISBN 3-88864-343-0 Inello Bezzi wurde am 14. März 1945 ermordet.ISTORECO (Istituto per la storia della Resistenza e della società contemporanea in Provincia di Reggio Emilia): Il 13 gennaio la posa di dieci nuove Pietre a Reggio, Correggio e Castelnovo Monti. 30. November 2015, abgerufen am 17. April 2016 120px HIER WOHNTEROBERTO CARLINIGEBOREN 1910GEFANGEN GENOMMEN 6.10.1944CASA DEL FASCIOINTERNIERT IM LAGER FOSSOLIDEPORTIERT 1944KAHLAERMORDET 17.3.1945 Gombio,Via Pian del Lago, 17 starb am 16. März 1944 im Alter von 33 Jahren als Zwangsarbeiter im Reimahg-Rüstungswerk bei Kahla. 120px HIER WOHNTEANSELMO GUIDIGEBOREN 1898GEFANGEN GENOMMEN 8.10.1944CASA DEL FASCIOINTERNIERT IM LAGER FOSSOLIDEPORTIERT 1944KAHLAERMORDET 26.3.1945 Isolato Maestà, 3Castelnovo ne’ Monti starb am 26. März 1945 im Alter von 17 Jahren als Zwangsarbeiter im Reimahg-Rüstungswerk bei Kahla. 120px HIER WOHNTERENATO EGIDIO GUIDIGEBOREN 1927GEFANGEN GENOMMEN 8.10.1944CASA DEL FASCIOINTERNIERT IM LAGER FOSSOLIDEPORTIERT 1944KAHLAERMORDET 6.3.1945 Isolato Maestà, 3Castelnovo ne’ Monti starb am 19. März 1945 im Alter von 46 Jahren als Zwangsarbeiter im Reimahg-Rüstungswerk bei Kahla. 120px HIER WOHNTEDINO PERETTIGEBOREN 1922GEFANGEN GENOMMEN 9.9.1943PIEDICOLLEDEPORTIERT 1943KASSELTOT 19.4.1944 Fariolo,Via Pian del Pre, 26 (1922–1944) 120px HIER WOHNTEPIERINO RUFFINIGEBOREN 1901GEFANGEN GENOMMEN 8.10.1944CASA DEL FASCIOINTERNIERT IM LAGER FOSSOLIDEPORTIERT 1944KAHLAERMORDET 27.2.1945 Isolato Maestà, 3Castelnovo ne’ Monti starb am 19. Februar 1945 im Alter von 43 Jahren als Zwangsarbeiter im Reimahg-Rüstungswerk bei Kahla.120px HIER WOHNTEUGOLINO SIMONAZZIGEBOREN 1901GEFANGEN GENOMMEN 8.10.1944CASA DEL FASCIOINTERNIERT IM LAGER FOSSOLIDEPORTIERT 1944BRANDENBURG 7 HAVELERMORDET 13.3.1945 Via Roma, 80Castelnovo ne’ Monti , geboren 1901, war Kommunist und expliziter Gegner von Faschismus und Nationalsozialismus. Er wurde im Rahmen einer groß angelegten Razzia des NS-Regimes im Appennin am 8. Oktober 1944 festgenommen, ins Durchgangslager Fossoli verbracht und danach ins Zuchthaus Brandenburg-Görden. Dort wurde er am 13. März 1945 ermordet.120px HIER WOHNTEFRANCESCO TOSCHIGEBOREN 1902GEFANGEN GENOMMEN 8.10.1944CASA DEL FASCIOINTERNIERT IM LAGER FOSSOLIDEPORTIERT 1944KAHLAERMORDET 30.3.1945 Via I° Maggio, 2Castelnovo ne’ Monti , geboren 1902, war Kommunist und expliziter Gegner von Faschismus und Nationalsozialismus. Er wurde im Rahmen der Razzia des NS-Regimes im Appennin am 8. Oktober 1944 festgenommen, ins Durchgangslager Fossoli verbracht und von dort nach Kahla in Thüringen deportiert. Er musste – so wie weitere 15.000 Deportierte aus verschiedenen Ländern – Zwangsarbeit unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen für die deutsche Rüstungsindustrie leisten. Francesco Toschi wurde am 30. März 1945 ermordet.120px HIER WOHNTEERMETE ZUCCOLINIGEBOREN 1909GEFANGEN GENOMMEN 8.10.1944CASA DEL FASCIOINTERNIERT IM LAGER FOSSOLIDEPORTIERT 1944KAHLAERMORDET 1.4.1945 Vicolo CostoleCastelnovo ne’ Monti , geboren 1909, war Kommunist und expliziter Gegner von Faschismus und Nationalsozialismus. Er wurde im Rahmen der Razzia des NS-Regimes im Appennin am 8. Oktober 1944 festgenommen, ins Durchgangslager Fossoli verbracht und von dort nach Kahla in Thüringen deportiert. Er musste – so wie weitere 15.000 Deportierte aus verschiedenen Ländern – Zwangsarbeit unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen für die deutsche Rüstungsindustrie leisten. Ermete Zuccolini wurde am 1. April 1945 ermordet.

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