Karl-Heinz Martell, auch Karlheinz Martell (* 16. März 1928 in BerlinDeutsches Bühnenjahrbuch 1998, Seite 840; † 9. September 2002 in Werfenweng) war ein deutscher Schauspieler und Hörspielsprecher.

Leben Auf Umwegen über ein Studium der Theaterwissenschaft und der Philosophie kam Karl-Heinz Martell zur Schauspielerei. Nach Stationen in Hannover, Lübeck und Mannheim stand er 15 Jahre lang auf der Bühne des Düsseldorfer Schauspielhauses. Neben Engagements am Hamburger Ernst-Deutsch-Theater hatte Martell weitere Verpflichtungen am Wiener Burgtheater und am Theater in der Josefstadt. Anschließend arbeitete er vorwiegend an Tourneetheatern, zum ersten Mal 1971 in Siegfried Lenz’ Die Augenbinde, gemeinsam mit seinem Schwiegervater Ewald Balser. Ab 1980 spielte er regelmäßig in Produktionen des Euro-Studio Landgraf., abgerufen am 28. September 2015

In Düsseldorf war Martell u. a. 1961 im Sommernachtstraum von William ShakespeareDie Zeit vom 15. September 1961, abgerufen am 28. September 2015 oder in der Spielzeit 1964/65 als Sigismund in Calderóns Das Leben ist ein Traum zu sehen. Am Ernst-Deutsch-Theater spielte er 1983 die Titelrolle in Bertolt Brechts Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui.Brigitte Ehrich: Hitler-Parabel mit deutlicher Warnung, Hamburger Abendblatt vom 21. Januar 1983, abgerufen am 29. September 2015 Auf Tourneen verkörperte er u. a. 1990 den Shylock im Kaufmann von Venedig, 1995 Michael Kramer in Gerhart Hauptmanns gleichnamigem Drama oder 1996 die Titelfigur in Brechts Leben des Galilei. Außerdem wirkte Martell 1998 in Thornton Wilders Unsere kleine Stadt und 2000 in Die Liebe in Madagaskar von Peter Turrini mit. Für seine Darstellung des Shylock wurde er bei den Bad Hersfelder Festspielen 1989 mit dem Hersfeld-Preis ausgezeichnet., abgerufen am 28. September 2015

Als Fernsehschauspieler nur selten zu sehen, war Karl-Heinz Martell dagegen ein vielbeschäftigter Sprecher in Hörspielen verschiedener Rundfunksender. Unter anderem konnte man ihn 1962 in Fußgänger der Luft von Eugène Ionesco und 1963 in Medea von Euripides hören, beides Mitschnitte von Inszenierungen des Düsseldorfer Schauspielhauses.

Karl-Heinz Martell, den eine intensive künstlerische Freundschaft mit dem polnischen Schauspielkollegen Henryk Tomaszewski verbunden hatte, lebte zuletzt in der österreichischen Ortsgemeinde Werfenweng im Pongau im Salzburger Land. Dort verstarb er am Morgen des 9. September 2002 an den Folgen eines häuslichen Treppensturzes.

Filmografie 1958: Warum sind sie gegen uns? 1961: Das Bildnis des Dorian Gray 1967: Nach der Entlassung 1967: Zwischenfall in Antiochia 1977: Abschiede 1977: Die Rückkehr des alten Herrn 1977: Das Rentenspiel 1980: Die weiße Stadt 1981: Die Leidenschaftlichen 1982: Kalkstein

Hörspiele (Auswahl) 1956: L’Impromptu de Paris – Regie: Hans Rothe 1957: Herrenhaus – Regie: Günther Rennert 1958: Moral – Regie: Paul Land 1959: Die Tarnkappe – Regie: Wilhelm Semmelroth 1959: Teilnehmer antwortet nicht – Regie: Paul Land 1959: Abraham Lincoln – Der letzte Tag – Regie: Hans Dieter Schwarze 1960: Spiegel – Regie: Otto Kurth 1960: Romeo und Julia – Regie: Friedhelm Ortmann 1960: Frédéric Chopin. Einsamkeit des Herzens – Regie: Ludwig Cremer 1961: Heinrich von Kleist: Der zerbrochene Krug – Bearbeitung und Regie: Alfred Hartner (ORF Salzburg) 1962: Der Schottenschatz – Regie: Otto Düben 1962: Fußgänger der Luft – Karl Heinz Stroux 1963: Der Herr in den grauen Beinkleidern – Regie: Fritz Peter Vary 1963: Medea – Karl Heinz Stroux 1964: Der Kinderkönig – Regie: Manfred Brückner 1964: Sarajewo – Regie: Ludwig Cremer 1964: Ein geistliches Gespiel aus der Obersteiermark – Regie: Hans Gerd Krogmann 1965: Musterhaft in Freud und Qual – Regie: Otto Kurth 1966: Fred Hoyle: Die schwarze Wolke (Knut Jensen) – Regie: Otto Düben (Hörspielbearbeitung, Science-Fiction-Hörspiel – WDR) 1968: Flucht zu den Sternen – Regie: Heinz Dieter Köhler 1969: Das Kerbelgericht – Regie: Oswald Döpke 1969: Saucer-Man – Regie: Enno Dugend 1971: Kosmos Ibiza – Regie: Hans Gerd Krogmann 1972: Der Ehrenpunkt – Regie: Gustav Burmester

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Einzelnachweise

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