Henri Chopin (* 18. Juni 1922 bei Paris; † 3. Januar 2008 in Dereham, Norfolk) war ein französisch- englischer Vertreter der Konkreten Poesie, der Lautpoesie und ein Herausgeber.Ubu Henri Chopin, abgerufen am 26. September 2015.
Leben und Familie Henri Chopin wurde als einer von drei Brüdern 30 km außerhalb von Paris geboren. Sein Vater war Buchhalter.
Beide Brüder starben im Krieg, einer wurde von einem deutschen Soldaten erschossen, einen Tag nach der Deklaration eines Waffenstillstands in Paris, der andere während Sabotage an einem Eisenbahnzug.
Henri kritisierte seinen Vater, doch seine Mutter mochte er sehr. Als er auf ihre brieflichen Anfragen letztlich erklärte, dass seine Frau eine Engländerin sei, brach seine Mutter den Kontakt zu ihm ab.
Werk Henri Chopin ist bekannt als Körperstimmenforscher. Als Klangkünstler entwickelte er mit François Dufrêne und Bernard Heidsieck elektrisch verstärkte Geräuschkompositionen, die er „Poésie sonore“ genannt hat.
Chopin setzt so den menschlichen Körper als ein tönendes Instrument ein und isoliert mit dem Mikrofon zuvor nicht wahrgenommene Klänge und verarbeitet sie in zahlreichen elektroakustischen Werken., abgerufen am 27. September 2015. Er hat Klang- und Bildwerke, Skulpturen, Theaterstücke und experimentelle Filme geschaffen. 1964 hat Chopin die erste Schallplattenedition für Audiopoesie herausgegeben. Der Standard: Henri Chopin 85-jährig gestorben, abgerufen am 27. September 2015.
1966 nahm Chopin am Destruction in Art Symposium (DIAS) in London teil.– neben Gustav Metzger, Otto Muehl, Wolf Vostell, Peter Weibel und anderen.
Seit Anfang der 1970er Jahre arbeitete Chopin mit dem Atelier de création von Radio France, dem Stockholmer Fylkingen-Studio und dem Westdeutschen Rundfunk Köln zusammen.Artist Biography by Rolf Semprebon abgerufen am 27. September 2015 (englisch) Bei zahlreichen internationalen Festivals der Klangpoesie war Chopin vertreten. Zudem trat er mit Konzert-Performances auf.Martin Rass Henri Chopin, Forscher von Körperstimmen. Abgerufen am 27. September 2015
Chopin publizierte zwischen 1958 und 1974 das Avantgarde-Magazin „Cinquième Saison“ und von 1964 bis 1974 „OU“, eine Zeitschrift über Klangpoesie, die unter anderem zeitgenössischen Autoren und Künstlern des Lettrismus und Fluxus ein Forum boten. Jiří Kolář, Ian Hamilton Finlay, Tom Phillips, Brion Gysin, William S. Burroughs, Raoul Hausmann und Marcel Janco wurden vorgestellt. Auch Lautdichtern wie Paul de Vree, Åke Hodell, Arthur Pétronio, Pierre Albert-Birot, Ladislav Novák und Bob Cobbing wurde es ermöglicht, zu veröffentlichen.centre international de poésie Marseille Henri Chopin abgerufen am 27. September 2015 (französisch)
Mit „Le Corpsbis“ nahm Chopin 1987 an der documenta 8 teil.
1992 und 1993 lehrte Henri Chopin an der „Schule für Dichtung“ in Wien.Schule für Dichtung Henri Chopin (18. Juni 1922 - 3. Jänner 2008), abgerufen am 27. September 2015.
Einen der letzten Auftritte absolvierte Chopin 2005 im Wiener Jazzclub Porgy & Bess.
Ausstellungen (Auswahl) 1974: Henri Chopin: Ideas Gallery, Whitechapel Art Gallery, London 1987: documenta 8, Kassel 1993: Henri Chopin: Revue OU, Collection OU, Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen (curated by Guy Schraenen) 2005: Henri Chopin, Espace Gantner, Belfort (FR) (curated by Frédéric Acquaviva and Yvan Etienne) 2011: Henri Chopin and the OU Magazine, Museo Serralves, Porto (curated by Guy Schraenen) 2012: OU OU OU, Summerhall, Edinburgh (curated by Frédéric Acquaviva) 2012: Ecstatic Alphabets Museum of Modern Art, New Yorkkunstaspekte Henri Chopin, abgerufen am 27. September 2015. 2013: Henri Chopin und die Revue OU Basel, Oslo 10 2013: Anton Voyls Fortgang / A Void Henri Chopin, Guy de Cointet & Channa Horwitz, Kunsthalle Düsseldorf, DüsseldorfFrieze, Noemi Smolik , abgerufen am 27. September 2015. 2015: pêche de nuit (oh well ah well yes well) / A project of Supportico Lopez, RaebervonStenglin, ZürichSupportico Lopez Berlin Henri Chopin, abgerufen am 27. September 2015. 2015: OU UR SOURCE , La Plaque Tournante, Berlin (curated by Frédéric Acquaviva)
Weblinks Henri Chopin Discography
Fabrikzeitung Nr. 298: Henri Chopin & die Revue OU (Hrsg.: Marc Matter; Texte von Johannes Ullmaier, Xavier Garcia-Bardon, Franziska Glozer u. a.) Mein Körper ist eine Klangfabrik. Henri Chopin - ein Pionier der akustischen Poesie. – Feature von Eva Roither, gesendet in Tonspuren, Radio Ö1, 18. Juli 2017, 16:06–16:55. 7 Tage nachhörbar.
Einzelnachweise
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