Hansjörg Sinn (* 20. Juli 1929 in Ludwigshafen am Rhein; † 16. Dezember 2025) war ein deutscher Chemiker, Professor und Rektor der Universität Hamburg und Hamburger Senator.
Leben Hansjörg Sinn studierte ab 1948 Chemie und Physik in Mainz. 1956 wurde er bei Ferdinand Bohlmann an der TH Braunschweig über „Studien an Acetylen-Systemen“ promoviert. Sinn habilitierte sich 1963 an der TU München bei Franz Patat über die „Wirkungsweise metallorganischer Polyreaktions-Katalysatoren“. Während dieser Zeit heiratete er. Mit seiner Frau Margrit hatte er zwei Söhne. Sinn war nach seiner Habilitation zwei Jahre bei der BASF tätig, wo er die Nitroseabsorption und Salpetersäurebildung optimierte.
1965 folgte ein Ruf auf den Lehrstuhl für angewandte Chemie an der Universität Hamburg. Sein Arbeitsgebiet waren die Metallocen/Methylaluminoxan-initiierten Polyreaktionen und die Pyrolyse von Kunststoffen und Altreifen. Berufungen an die Universitäten von Dortmund (1968) und München (1972) lehnte er ab. Er meldete diverse Patente in diesem Bereich an. Viele seiner ehemaligen Schüler wurden selbst Professoren. Sinn emeritierte 1995.
Auch hochschulpolitisch wirkte Sinn. Er war mehrere Jahre Rektor und Vizepräsident der Universität Hamburg und von 1978 bis 1984 parteiloser Hamburger Senator für Wissenschaft. In dieser Zeit initiierte er die Gründung der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Ehrendoktorwürden der TU Hamburg-Harburg und der TU Clausthal (1999) sowie weitere Ehrenpreise zeugen von seinem intensiven Wirken in Lehre, Forschung und Politik. 1989 wurde er vom Hamburger Senat mit der Bürgermeister-Stolten-Medaille ausgezeichnet. 1993 wurde er Ehrenmitglied des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), der ihn 1997 mit der Grashof-Denkmünze auszeichnete. 1995 erhielt er die Alwin-Mittasch-Medaille. Im Oktober 2009 wurde ihm zu Ehren ein Hörsaal des Departments Chemie der Universität Hamburg nach ihm benannt.
Inzwischen verwitwet, zog er in den Harz und arbeitete bis 2017 in seinem Labor im Institut für Organische Chemie der TU Clausthal. Anlässlich seines 90. Geburtstags ehrte die TU Clausthal ihn mit einem Festkolloquium. Nach der plötzlichen und schweren Erkrankung und dem Tod seiner Frau Margret sowie dem Tod seiner späteren Lebensgefährtin Beate lebte er bis 2024 in seinem Haus in Buntenbock, ehe er in ein Seniorenheim in Osterode zog.
Weblinks
Hansjörg Sinn Universität Hamburg Fachbereich Chemie
Einzelnachweise
Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Rektor (Universität Hamburg) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Hamburg) Kategorie:Hamburger Senator (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Kategorie:Ehrendoktor der Technischen Universität Hamburg Kategorie:Ehrendoktor der Technischen Universität Clausthal Kategorie:Person (Verein Deutscher Ingenieure) Kategorie:Person (BASF) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1929 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Mann