Die Liste der Stolpersteine in Gelsenkirchen-Ost enthält Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Gelsenkirchen in den Stadtteilen Erle, Resse und Resser Mark verlegt wurden. Mit ihnen soll Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Gelsenkirchen lebten und wirkten.

Diese Liste ist Teil der Liste der Stolpersteine in Gelsenkirchen.

Liste der Stolpersteine in Erle PersonAdresseInschriftBildweitere Informationen Cranger Str. 265 Hier wohnteArthur HerrmannJg. 1902verhaftet 1938Buchenwaldermordet 17.3.1940 140px Arthur Herrmann stammte aus Thorn im damaligen Westpreußen. Der Vater war Bergmann und kam mit seiner Familie etwa 1911 nach Buer. Auch Arthur Herrmann arbeitete als Bergmann in Gelsenkirchen. Er wurde in der NS-Zeit als Homosexueller verfolgt, verurteilt und 1938 in Kassel in „Schutzhaft“ genommen und am 6. August 1938 in das KZ Buchenwald deportiert, wo er Schikanen und härteste Zwangsarbeit erdulden musste und am 17. März 1940 als 37-Jähriger starb. Die Patenschaft für den 2012 verlegten Stolperstein hat der Verein Rosa Strippe e.V. aus Bochum übernommen.Quelle: Internetpräsenz Stolpersteine Gelsenkirchen; vgl. Lebensbild (PDF; 38 kB) von Jürgen Wenke, beide abgerufen am 27. Februar 2016. Cranger Str. 398 Hier wohnteErnst PapiesJg. 1909verhaftet 1934verurteilt § 1751935 Moorlager1939 Buchenwald1944 AuschwitzMauthausenbefreit/überlebt 140px Ernst Papies verließ als 17-Jähriger seine Familie und ging nach Bremen. Eine erste Verurteilung zu einem Monat Gefängnis wegen homosexueller Kontakte gab es 1932. Die zweite Verurteilung nach Verschärfung der Gesetzgebung durch die Nationalsozialisten hatte 1934 bereits ein Jahr Gefängnis zur Folge. 1936 folgte eine Verurteilung zu drei Jahren Gefängnis, die im Moorlager im Emsland mit Zwangsarbeit vollstreckt wurde. Nach der Verbüßung kam er krank nach Erle zurück. Dort wurde er denunziert und am 25. Juni 1939 verhaftet und in das KZ Buchenwald deportiert, wo er als angeblicher „Berufsverbrecher“ und „175er“ im Steinbruch unter mörderischen Bedingungen Schwerstarbeit leisten musste. Am 15. April 1940 kam er in das KZ Mauthausen bei Linz und wurde auch dort im Arbeitskommando der „Rosa-Winkel-Häftlinge“ im Steinbruch eingesetzt. Am 4. Dezember 1944 wurde er in ein Außenlager des KZ Auschwitz und kurz vor der Befreiung des Vernichtungslagers zurück nach Mauthausen gebracht. Weitere Monate schwerster Zwangsarbeit folgten, befreit wurde Mauthausen am 5. Mai 1945 von den Amerikanern. Nach Kriegsende versuchte Papies mehrfach, sich gerichtlich Wiedergutmachung und Entschädigung für das erlittene Unrecht zu erstreiten, hatte damit aber keinen Erfolg. Er starb 1997 im Alter von 88 Jahren in Konstanz. Die Patenschaft für den 2015 verlegten Stolperstein hat die aus Gelsenkirchen stammende Europaabgeordnete der Grünen Terry Reintke übernommen.Quelle: Internetpräsenz Stolpersteine Gelsenkirchen, abgerufen am 26. Februar 2016. Emscherstraße 41 Jürgen SommerfeldJg. 1941'eingewiesen' 20.7.1943HeilanstaltDortmund-Aplerbeck'Kinderfachabteilung'ermordet 9.8.1943 140px Mittelstraße 36 Hier wohnteFritz RosenbaumJg. 1888verhaftet 20.9.1944ZwangsarbeitOrganisation Todt1945 Theresienstadtbefreittot an Haftfolgen15. Juni 1945 140px Hier wohnteHelene Rosenbaumgeb. HeidenstecherJg. 1893ausgegrenzt/drangsaliertüberlebt 140px Hier wohnteHans-Günther RosenbaumJg. 1920ausgegrenzt/drangsaliertüberlebt 140px Hier wohnteWolfgang RosenbaumJg. 1929ausgegrenzt/drangsaliertüberlebt 140px

Liste der Stolpersteine in Resse PersonAdresseInschriftBildweitere Informationen Ewaldstraße 29 Hier wohnteOtto LieberJg. 1883Flucht 1939England 140px Hier wohntePaula Liebergeb. MeyerJg. 1881Flucht 1939England 140px Ewaldstraße 42 Hier wohnteNaphtalie HessJg. 1875deportiert 1942Rigaermordet Nov. 1943 140px Hier wohnteRecha Hessgeb. WolfsheimerJg. 1876deportiert 1942Rigaermordet Nov. 1943 140px Hier wohnteErnst HessJg. 1910deportiert 1942Riga1944 Stutthofermordet 140px Hier wohnteEva Hessgeb. GoldsteinJg. 1915deportiert 1942Riga1944 Stutthofermordet 140px Hier wohnteHerbert HessJg. 1913verhaftet 1943Gestapolager Bielefelddeportiert 1943ermordet inAuschwitz 140px Hier wohnteGerson HessJg. 1942verhaftet 1942Gestapolager Bielefelddeportiert 1943Auschwitzermordet 140px Hier wohnteRegina Hessgeb. IsaakJg. 1923verhaftet 1942Gestapolager Bielefelddeportiert 1943Auschwitzermordet 140px Hedwigstraße 2 Hier wohnteDr. Samuel HocsJg. 1905Flucht 1933Italien1939 Shanghai1943 Ghetto Hongkewbefreit 140px Samuel Hocs stammte aus Riga, wo er die Deutsche Schule besuchte, und gehörte einer orthodox-jüdischen Familie an; sein Vater kam aus Lugansk, seine Mutter aus der Umgebung von Mitau in Russisch-Lettland. 1924 verließ er Riga und ging zum Studium nach Basel in die Schweiz. Im Sommer 1930 trat er eine Stelle als Assistenzarzt am katholischen Hedwig-Krankenhaus in Resse an, wo er ein Zimmer bewohnte. Am 5. April 1933 wurde er als ausländischer Jude gezwungen, seine Tätigkeit aufzugeben, und musste Deutschland verlassen. Er zog nach Italien und arbeitete von 1933 bis 1939 als Arzt in Neapel. Nach dem Bündnis Italiens mit Deutschland 1939 emigrierte er nach China, wo er im Februar 1943 von den Japanern auf deutschen Druck im Shanghaier Ghetto interniert wurde. Im August 1945 befreit, blieb er anders als die meisten deutschsprachigen Juden auch nach der kommunistischen Machtübernahme in China und arbeitete in Shanghai als Arzt, zeitweise aber auch als Kesselarbeiter. 1957/58 emigrierte er zusammen mit seiner russisch-jüdischen Frau Tatiana über Hongkong, Singapur und Südafrika nach São Paulo in Brasilien, wo er als Neurochirurg und Physiotherapeut tätig war und vor 2000 verstarb. 1962 wurde ihm von der Bundesrepublik Deutschland eine Wiedergutmachungsleistung für den erlittenen beruflichen und persönlichen Schaden zugesprochen.Quelle: Internetpräsenz Stolpersteine Gelsenkirchen, abgerufen am 7. Juli 2025. Hocs hat sich einen Namen als Sammler chinesischer Malerei gemacht.Dawn of Spring: Chinese Paintings. Christie’s, Online-Auktion 2023; abgerufen am 7. Juli 2025.

Siehe auch Liste der Stolpersteine in Gelsenkirchen

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Einzelnachweise

Kategorie:Gelsenkirchen Gelsenkirchen Kategorie:Homosexualität in der Zeit des Nationalsozialismus