mini|Kirche Mariä Himmelfahrt in Täfertingen Die römisch-katholische PfarrkircheBistum Augsburg Mariä Himmelfahrt in Täfertingen, einem Stadtteil von Neusäß, gehört zur Pfarreiengemeinschaft Neusäß im Dekanat Augsburg-Land im Bistum Augsburg. Zur Pfarrei gehören auch noch die Katholiken des Edenberger Ortsteils Gailenbach. Im 18. Jahrhundert war die Kirche eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte.
Geschichte Mit seinem Marienpatronat gehört die Täfertinger Kirche zu den frühesten Kirchengründungen der Region,Walter Pötzl: Kirchengeschichte und Volksfrömmigkeit. Band 5. Landratsamt Augsburg, 1994, S. 15. deren Wurzeln vermutlich in der Epoche der Karolinger liegen.Walter Pötzl: Kirchengeschichte In: Neusäß. Die Geschichte von acht Dörfern auf dem langen Weg zu einer Stadt, Pröll-Druck und Verlag GmbH, Neusäß, 1988, S. 263 Die Kirche, ein einfacher Saalbau mit flacher Tonnendecke und eingezogenem Chor, ist das älteste Gotteshaus in Neusäß. Seit 1304 befand sich der Kirchensatz, zuvor Reichsgut, im Besitz des Augsburger Domkapitels. Im Jahr 1685 ging das Patronatsrecht an das Augsburger Heilig-Geist-Spital über. Der Turmunterbau, Chor und Langhaus stammen im Kern aus spätgotischer Zeit. Seine heutige Größe erhielt das Bauwerk im Jahr 1710, als die Kirche umgebaut und erhöht wurde. Das barocke Erscheinungsbild des Gotteshauses stammt aus dem letzten Umbau durch Johann Stephan Gelb 1791. Der Kirchturm mit Zwiebelhaube ist an der Nordseite des Altarraums angebaut. Er wurde 1720 durch den Baumeister Johann Braun erhöht. Die Turmobergeschosse in Oktogonform und die Zwiebelhaube stammen aus dem Jahr 1751.
Ausstattung
Hochaltar mini|hochkant|Hochaltar mini|Reliefgruppe am Hochaltar (um 1510) Der neubarocke Hochaltar aus dem Jahr 1880/90 zeigt, von unten nach oben gelesen, Stationen auf dem Weg Marias zu ihrer Aufnahme in den Himmel. Etwa in Augenhöhe ist am Hochaltar auf zwei Gemälden Mariä Verkündigung und Christi Geburt dargestellt. Darüber befindet sich eine große spätgotische Reliefgruppe, die der Schule des Nürnberger Meisters Veit Stoß um 1510 zugeschrieben wird. Sie stellt den Tod Marias dar. Maria kniet, umgeben von den Aposteln, in einem Buch lesend, das der Apostel Jakobus hält. Eine ähnliche Darstellung gibt es im Hochaltar von Veit Stoß in der Marienkirche in Krakau, auch dort kniet Maria bei ihrem Sterben im Beisein der Apostel.
Über diesem Bild befindet sich eine plastische Darstellung von Maria im Strahlenkranz. Sie wird von zwei Engeln flankiert, die Schildtafeln mit Anrufungen aus der lauretanischen Litanei tragen: „Refugium peccatorum“ (Zuflucht der Sünder) und „Mater salvatoris“ (Mutter des Erlösers). Über dem Hochaltar stellt ein Deckenfresko die Dreifaltigkeit (Gottvater, Sohn und Heiliger Geist) dar, die im Himmel die Ankunft Marias erwarten. Es wurde von Johann Joseph Anton Huber aus Augsburg gemalt.
Weitere Ausgestaltung Zur Linken und Rechten des Hochaltars befindet sich je ein Seitenaltar. Der linke (nördliche) Seitenaltar enthält eine spätgotische, aus Lindenholz geschnitzte, 89 Zentimeter hoheEkkart Klinge: Studien zur bildnerei der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Ostschwaben, 1964, S. 92 sitzende Madonnenfigur aus der Zeit um 1430.
Ein großes Deckengemälde im Langhaus, das 1791 ebenfalls von Johann Josef Anton Huber geschaffen wurde, stellt das Patrozinium der Kirche dar, Mariä Himmelfahrt. Es wird von vier Ovalmedaillons eingerahmt. Diese zeigen die vier lateinischen Kirchenväter: Ambrosius von Mailand (mit Bischofsstab und Bienenkorb), Hieronymus (mit Posaune), Augustinus von Hippo (mit Bischofsstab und flammendem Herzen) und Gregor der Große (mit Schreibfeder, Taube, Papstkreuz und Tiara).
An der linken Seitenwand gibt es eine Statue des Erzengels Michael mit Lanze und Teufel. Ihr gegenüber ist an der rechten Seitenwand der heilige Georg mit Lanze und Drachen zu sehen. Weitere Figuren zeigen Josef von Nazaret, den Ziehvater von Jesus, Sebastian, Leonhard von Limoges, Ignatius und Ulrich von Augsburg (mit Fisch). An der linken Seitenwand befindet sich außerdem ein großes Kruzifix.
Die Rückwand des Langhauses besitzt eine Doppelempore. An der unteren Emporenbrüstung ist mittig ein Bild von Christus als Kinderfreund. An der oberen Brüstung sind mittig Engelsköpfe, links davon ein Bild der Flucht nach Ägypten und rechts eines, das den barmherzigen Samariter zeigt. Den Eingang der Kirche schmückt eine Darstellung von Christus an der Geißelsäule.
Orgel mini|Orgel Eine erste Orgel wurde 1850 eingebaut. 1926 wurde sie durch einen Neubau der Orgelbaufirma Steinmeyer mit 9 Registern auf zwei Manualen und Pedal ersetzt.
1979 erbaute die Orgelbaufirma Maximilian Offner die heutige Orgel mit 16 Registern auf zwei Manualen und Pedal.
Pfarrhaus Links der Kirche befindet sich das um 1900 erbaute ehemalige Pfarrhaus im Stil der Neurenaissance.
Weblinks
Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt auf der Website der Pfarreiengemeinschaft Neusäß Informationen zur Orgel auf OrganIndex
Einzelnachweise
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