Lusaka [] ist die Hauptstadt von Sambia und der Provinz Lusaka. Sie hat 2.212.301 Einwohner (Stand: 2022).

Geographie, Geologie und Hydrologie Lusaka liegt in etwa 1250 Meter Höhe über dem Meeresspiegel auf einem Plateau im Süden Sambias. Die Stadt, die einen eigenen Distrikt bildet, grenzt im Osten an den Distrikt Chongwe, im Süden an Kafue, im Westen an Chilanga sowie im Norden an Chibombo in der Zentralprovinz.

Die Region um Lusaka bildet einen Teil der großen Tiefebene Zentralafrikas aus dem mittleren Tertiär. Die flachen Hügel im Norden von Lusaka, die aus Quarzit bestehen, sind Überreste einer Hochebene, die sich in der Kreidezeit morphologisch herausgebildet hat.

Das Stadtgebiet von Lusaka erstreckt sich auf einem Karbonatgesteinsuntergund aus dolomitischen Marmoren und marmorisierten Dolomiten (geomorphologisch das Lusaka-Plateau) sowie auf geschieferten Gesteinen aus dem Neoproterozoikum (Katanga-Supergruppe (Supergroup), früher „Katanga-System“). Zu dieser Gesteinsabfolge gehören (von unten nach oben) Matero-Quarzite, Ridgeway-Schiefer und karbonatische Gesteinskörper der Lusaka-Dolomit-Formation sowie Quarzite und Schiefergesteine der Cheta-Formation. Diese Gesteinseinheiten werden nah an der Erdoberfläche von alluvialen Sedimenten des Quartärs überdeckt, die stadtregional differenzierte Bodenprofiltiefen besitzen. Diese Bodenschichten bestehen überwiegend aus Eisenoxid-Oolithen über dem Karbonatgesteinsuntergrund, die von einer tonigen Matrix eingeschlossen sind, sowie von sandigen Sedimenten über den Grundgebirgsbereichen aus Schiefer, Gneis und Granit in den Randgebieten der Stadt. Letztere erstrecken sich nördlich und südlich von Lusaka. Das Grundgebirge besteht hier aus kataklastisch verformten Quarz-Feldspat-Biotit-Gneis im Norden sowie im Süden aus Augengneis, hier ein feldspatreiches und deutlich foliiertes Gestein.

Die im Untergrund des Stadtgebietes vorkommenden Karbonatgesteine sind an ihrer Oberfläche stellenweise stark verkarstet, was für jegliche Baumaßnahmen erhebliche Schwierigkeiten verursachen kann. Die Verkarstung reicht jedoch auch in die Tiefe des Karbonatkomplexes, wodurch sich ein Karstgrundwasserleiter bildete. Der Trinkwasserbedarf der Stadt wird zu etwa 80 Prozent aus dem Karstgrundwasserleiter des Karbonatgesteins gedeckt und nur 20 Prozent gewinnt man aus dem Kafue-Wasser südlich von Lusaka in etwa 40 Kilometer Entfernung zum Großstadtraum der sambischen Hauptstadt.Levy Museteka, Roland Bäumle: Development of a Groundwater Information & Management Program for the Lusaka Groundwater Systems. (= Report No. 1, Groundwater Chemistry of Springs and Water Supply Wells in Lusaka), Lusaka 2009, online auf www.bgr.bund.de (englisch, PDF), S. 6–8, geologische Übersichtskarte.Roland Bäumle, Jack Nkhoma: Development of a Groundwater Information & Management Program for the Lusaka Groundwater Systems. (= Technical Note No. 1, Preliminary assessment of the hydrogeological situation around Lusaka South Local Forest Reserve No. 26). online auf www.bgr.bund.de (englisch, PDF).René Arthur Pelletier: Mineral Resources of South-Cental Africa. Oxford University Press, Cape Town / London / New York / Toronto 1964, S. 175.Rosa Cidu, Jo De Waele, Felice Di Gregorio, Roberto Follesa: Geochemistry of groundwater in an intensely urbanised karst area (Lusaka, Zambia). In: GeoActa. an international Journal of Earth Science, Vol. 2 (2003), S. 35–42. (online, PDF).

Mehrere Flüsse fließen um Lusaka herum und einige durch Abwassereinleitungen verschmutzte Bäche direkt durch die Stadt. Die Verfügbarkeit von Oberflächenwasser ist jedoch gering. Innerhalb der Stadtfläche gibt es keine bedeutenden Gewässer. Die Basis der Wasserversorgung von Lusaka bilden Grundwasserentnahmen. auf www.lcc.gov.zm.

Nördlich und östlich der Stadt liegen dichter bewaldete Gebiete, im Südwesten Savannenwälder. Offene Laubwälder, die lokal als Miombo bekannt sind, machen etwa 80 % der bewaldeten Gebiete aus, den Rest bilden die Baumsavannen.

Siedlungscharakter Bis heute hat Lusaka seinen besonderen Charakter hinsichtlich der Entwicklung seiner Stadtteile bewahrt. Mit dem Bau der Bahnlinie und der einhergehenden Besiedlung bildeten sich schon in den frühen Jahren westlich der Bahnlinie eher industriegeprägte Areale aus, während hingegen im östlichen Bereich großzügige Viertel mit rechtwinklig zulaufenden oder halbmondförmigen Straßenverläufen planvoll angelegt wurden.

Der Osten Lusakas führte dann auch zum Beinamen „Garden City“. Heute sind hier die Häuser der Mittel- und Oberschicht entlang breiter Alleen oder kleiner Nebenstraßen zu finden, die häufig mit Jacaranda- oder Flamboyant-Bäumen bestanden sind. Die Trennachse zwischen den beiden Stadträumen bildet neben der Eisenbahnstrecke in motorisierter Zeit vor allem die Cairo Road als Hauptdurchgangs- und Geschäftsstraße mit Einrichtungen der städtischen Infrastruktur wie Bürokomplexen, Banken, Hotels, Supermärkten und der Post.

Entlang der Cairo Road befinden sich mehrere Beispiele der in den 1970er-Jahren entstandenen Hochhäuser im Stil des Brutalismus, die von damaligen jugoslawischen Architekten entworfen wurden, so das Findeco und Indeco House.

Daneben gibt es auch 37 ungeplante Siedlungen wie zum Beispiel Chaisa und Chazanga in Lusaka.Relationship between land tenure and land use in unplanned settlements in Lusaka, Zambia, Januar 2024, abgerufen am 16. Februar 2025

Klimatabelle

Geschichte Die stadtgeschichtliche Entwicklung Lusakas ist eng mit dem Ausbau der Infrastruktur im damaligen Nordwestrhodesien unter britischer Herrschaft verbunden.

Bis in das späte 19. Jahrhundert unterlagen die gesellschaftlichen und politischen Strukturen der Region vor allem dem Druck durch den andauernden Sklavenhandel, der die Entstehung von städtischen Zentren im ehemaligen Reich der Soli verhinderte. In diese Zeit fielen auch die Bestrebungen der British South African Company (BSAC), das Gebiet in Besitz zu nehmen und für eine koloniale Bewirtschaftung zu erschließen. Während der Jahre 1899 und 1900 etablierte die Gesellschaft ihre formale Kontrolle in der Region. Im Jahr 1905 begann die Gesellschaft mit dem Bau einer Bahnlinie, die von den Victoria-Fällen im Süden der Teilkolonie in den Norden führte. Die Verkehrsachse sollte der Erschließung der Kupfervorkommen in der Grenzregion zu Belgisch-Kongo dienen und den Transport des Rohstoffes zu den Häfen Südafrikas erheblich vereinfachen. Entlang der Bahnstrecke errichtete man aller 20 Meilen (32 Kilometer) eine Station, so auch im Oktober 1905 nahe der nach dem örtlichen Chief benannten dörflichen Siedlung Lusaka(a)(s).

Eine großflächigere Besiedlung des Ortes um die Bahnstation erfolgte durch Buren aus Südafrika und Südrhodesien sowie Missionare etwa ab dem Jahr 1908, die weitere Infrastrukturleistungen nach sich zog. Ab 1909 verfügte Lusaka bereits über eine Schule. Vier Jahre später setzte die BSAC zur Ordnung der lokalen Verwaltung ein sogenanntes „Village Management Board“ ein, das vor allem die Belange der britischen Kolonialadministration und britischer, rhodesischer sowie südafrikanischer Bauern koordinierte, nachdem im Jahr 1911 Nordwestrhodesien Teil des neugebildeten Nordrhodesiens wurde. Zunächst wuchs die Stadt in den 1920er-Jahren auf niedrigem Niveau entlang der Bahnstrecke: 1929 zählte Lusaka knapp 2000 Bewohner und erhielt den Status einer Township.

Einen erheblichen Entwicklungsschub erfuhr der Ort zu Beginn der 1930er-Jahre vornehmlich aus zwei Gründen: Zum einen erklärte die britische Verwaltung 1931 die Verlegung der Hauptstadt von Livingstone nach Lusaka, für die günstige klimatische Verhältnisse und ausreichende Ressourcen an Grundwasser ausschlaggebend waren. Zum anderen begann die Kupferförderung im Norden der Kolonie industrielle Ausmaße zu erreichen. Lusaka war als vorteilhafter Umschlagplatz nicht nur an der Eisenbahn, sondern auch an der Kreuzung zweier bedeutender Fernstraßenachsen gelegen. Schließlich erfolgte im Mai 1935 der formelle Umzug der Verwaltung von Livingstone und damit auch ein Ausbau an Infrastruktur sowie Bevölkerungswachstum in den Folgejahren. Die Stadtplanung konzentrierte sich zunächst auf den Auf- und Ausbau des Verwaltungssitzes, mit dem die britische Administration den Südafrikaner John A. Hoogterp beauftragte. Schließlich zog Lusaka mit den neu erworbenen Hauptstadtfunktionen vor allem ab den 1940er-Jahren vermehrt weiße Siedler an, für die zwangsläufig neuer Wohnraum geschaffen werden musste und in dem bis zu 20.000 Bewohner geplant waren. So nahmen nach dem Zweiten Weltkrieg östlich der Eisenbahnlinie großzügige Wohnanlagen mit Gärten und breite Straßen mit Baumbepflanzungen Gestalt an, die der Stadt den Beinamen „Garden City“ verliehen. Mit dem parallelen Aufschwung der Minenwirtschaft etablierte sich auch in Lusaka das System der lohnabhängigen Wanderarbeiterschaft, die sich aus einheimischen Kräften rekrutierte, in großem Stil.

Nach 1945 nahm in der noch jungen Kapitale somit der Siedlungsdruck erheblich zu. Im Jahr 1946 lebten etwa 19.000 Menschen europäischer Abstammung in Lusaka. Westlich und südwestlich der Bahnlinie entstanden Gebiete für die Schwerindustrie. Zunächst beherbergten Kabwata und Kamwala die aus nahezu ausnahmslos männlichen Wanderarbeitern bestehende einheimische Bevölkerung in vornehmlich Ein-Zimmer-Behausungen. Die Mehrheit der Bewohner im Raum Lusaka bestand zu diesem Zeitpunkt aus Angehörigen der afrikanischen Ethnien sowie Menschen aus dem asiatischen Raum (etwa 80 Prozent der Bevölkerung Lusakas), die in den zugewiesenen Vierteln unmittelbar am Stadtrand oder in der Nähe der Industrieanlagen wohnten. Die Angehörigen der männlichen Arbeiter hatten in der Stadt kein Wohnrecht inne und durften diese nur in Ausnahmefällen innerhalb der Stadtgrenzen begleiten.

Als dieses für die afrikanischen Volksgruppen ab 1948 nicht mehr auf die Dauer der Vertragsarbeit beschränkt wurde, erfolgte ein enormer Zuzug aus dem Umland und anderen Teilen der Kolonie nach Lusaka. Zusätzlich bleiben viele Arbeiter nun auch nach dem Ende der Kontraktphase in der Stadt und suchten sich im urbanen Umfeld neue Beschäftigungsverhältnisse. Mit dem Wegfall der ausschließlichen Wohnraumbereitstellung durch den Arbeitgeber und dem massenhaften Familiennachzug entwickelte sich daher für die einheimische Bevölkerung ein Dilemma, da die Gehälter der arbeitenden Männer für den Bau und Erwerb adäquaten Wohnraums kaum ausreichten. Es entstanden so Ende der 1940er- und zu Beginn der 1950er-Jahre sowohl Wohnviertel aus einfachsten Baumaterialien mit rudimentären, gemeinschaftlichen Sanitäreinrichtungen außerhalb der Stadtgrenze (wie etwa Matero und Chilenje) als auch Slums ohne städtische Infrastruktur (wie etwa Kanyama und Chibolya). Die Etablierung von informellen Siedlungen im Westen, Süden und Norden Lusakas basierte jedoch zunächst nicht auf der illegalen Landaneignung, sondern auf Mietverhältnissen mit den weißen Farmen, auf deren Gelände gewohnt wurde. Der östliche Teil der Stadt jedoch blieb aufgrund der Qualität des Bodens, der Eigentumsrechte der dortigen Farmer sowie der Entfernung zu den Industrieanlagen den weißen Bewohnern vorbehalten.

Im Jahr 1948 fungierte Lusaka als Gründungsort des Northern Rhodesian Congress der Federation of African Welfare Societies, der wesentlicher Träger der Unabhängigkeitsbewegung werden sollte. Auf deren Grundlage erfolgte fünf Jahre später auch der Zusammenschluss von Nord- und Südrhodesien zur Zentralafrikanischen Föderation. Zeitgleich entwickelte sich Lusaka zu einem Sammelbecken der zivilen Protestbewegung gegen die koloniale Herrschaft außerhalb der politischen Institutionen und somit Zentrum für die Aushandlungsprozesse, die am 24. Oktober 1964 in der Unabhängigkeit Sambias vom Vereinigten Königreich mündeten.