Der Deutsche Musical Theater Preis ist ein seit 2014 vergebener Theaterpreis für Musicals und für mit dem Musical verbundene Personen, der von der Deutschen Musical Akademie vergeben wird, dem Branchenverband des deutschen Musicalfachs.
Geschichte und Zielsetzung Die Deutsche Musical Akademie wurde nach mehr als einem Jahr Vorbereitung im September 2013 von 19 Personen, darunter Thomas Hermanns, Gayle Tufts, Norbert Hunecke, Bettina Meske und Thomas Zaufke, aus der informellen Gruppe „Interessengemeinschaft Musical“ heraus gegründet. In: deutschemusicalakademie.de. Abgerufen am 26. September 2015. In: musicalinsider.io. Abgerufen am 26. September 2015. Zu den in der Satzung definierten Vereinszwecken zählte ab der Gründung die Schaffung und Verleihung des Deutschen Musical Theater Preis In: deutschemusicalakademie.de. Abgerufen am 26. September 2015.. Ziel des Preises ist es, durch eine entsprechende Auszeichnung künstlerische Leistungen im Genre Musical zu würdigen und diesen eine größere öffentliche Aufmerksamkeit zu geben. Beim jährlich vergebenen Deutschen Musical Theater Preis handelt es sich um einen undotierten Theaterpreis für den deutschsprachigen Raum, der auf die Vielfalt, die Leistungskraft und die künstlerische Ausstrahlung der Bühnengattung Musical aufmerksam machen soll. Der Preis wurde 2014 in Form eines Ehrenpreises an Helmut Baumann eingeführt und 2015 auf insgesamt 13 Kategorien erweitert In: deutschemusicalakademie.de. Abgerufen am 11. November 2020.. 2018 kam die neue Kategorie „Bestes Revival“ hinzu, in dem neue Inszenierungen deutschsprachiger Musicals ausgezeichnet werden. Gleichzeitig wurden auch die beteiligten Künstler dieser Produktionen, nicht aber die Autoren, für ihre jeweiligen Kategorien zugelassen.
Jury Der Vorstand der Deutschen Musical Akademie bestimmt für jede Spielzeit eine Jury, welche die angemeldeten Produktionen sichtet und deren Abstimmung mit einem Stimmgewicht von 50 % in die Wahl der Gewinner einfließt. Unter den bisherigen Jurymitgliedern waren Bernd Steixner (ehemaliger Musikalischer Leiter des Theater des Westens in Berlin), Inga Hilsberg (Chefdirigentin der Deutschen Musical Company und der Kölner Symphoniker), der Regisseur und Übersetzer Hartmut H. Forche, die Komponisten Thomas Zaufke und Marian Lux, der Bühnenbildner Mathias Fischer-Dieskau, Darsteller und Autor Florian Stanek und die Librettistin und Dozentin Edith Jeske.
Nominierung Für die Nominierung zum Deutschen Musical Theater Preis ist eine Anmeldung durch den Produzenten des Musicals erforderlich. Angemeldet werden können Musicals, die in der jeweiligen Spielzeit (15. August und endet am 14. August) ihre Uraufführung in deutscher Sprache feiern und von öffentlichen Theatern oder professionellen Privattheatern, Produktionsunternehmen und Festivals produziert werden. Bei dem Musical muss es sich um ein neues Stück mit neuer Musik handeln, entsprechend sind Compilation-Musicals und Revuen nicht zugelassen. Die Jury besucht alle zum Wettbewerb zugelassenen Produktionen und stellt nach Ende der Spielzeit die Nominierungen auf.
Wahl Die Jurymitglieder und alle ordentlichen Mitglieder des Vereins Deutsche Musical Akademie e. V. wählen aus den Nominierten in einer geheimen Wahl die Gewinner, wobei jeweils 50 % des Stimmgewichts auf beide Gruppen entfällt.
Kategorien Ab 2015 wurde der Deutsche Musical Theater Preis in 13 Kategorien vergeben, 2018 kam ein Preis für das beste Revival hinzu, 2023 zusätzlich noch je ein Preis für das beste Licht- und Sounddesign (insgesamt 16 Kategorien). Neben Auszeichnungen, die sich auf das Musical als Werk beziehen (Bestes Musical, Beste Komposition, Bestes Buch, Beste Liedtexte) werden auch Preise für das jeweilige Ensemble vergeben. So werden zudem die Beste Darstellerin, der Beste Darsteller, die Beste Nebendarstellerin und der Beste Nebendarsteller geehrt. Zudem gibt es Preise für den Stab (Beste Regie, Beste Choreografie, Bestes Bühnenbild, Beste Musikalische Gestaltung, Bestes Kostüm-/Maskenbild). Seit 2014 wurde zudem ein Ehrenpreis und im Jahr 2015 sowie seit 2019 ein Sonderpreis vergeben. Ab 2023 trägt der Sonderpreis den Namen „Craig-Simmons-Preis“.
Bisherige Sieger 2014 wurde Helmut Baumann für sein Lebenswerk geehrt. Seit 2015 wird der Preis in den genannten Kategorien verliehen.
mini|hochkant=1.25|Zuletzt als bestes Musical ausgezeichnet: das am Theater des Westens gespielte Ku’damm 56 Bestes Musical 2015: Gefährliche Liebschaften (Staatstheater am Gärtnerplatz, München) 2016: Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm (Neuköllner Oper, Berlin) 2017: In 80 Tagen um die Welt (Landestheater Linz) 2018: Fack Ju Göhte – Se Mjusicäl (Stage Entertainment – WERK7, München) 2019: Der Hase mit den Bernsteinaugen (Landestheater Linz) 2020/21: The Wave (Die Welle) (Landestheater Linz) 2022: Ku’damm 56 (Theater des Westens, Berlin) 2023: Briefe von Ruth (Stadttheater Gmunden) 2024: Die Königinnen (Landestheater Linz) 2025: Die Weiße Rose (Festspielhaus Neuschwanstein)
Bestes Revival 2018: Erwin Kannes – Trost der Frauen (Letterland) (Theater für Niedersachsen, Hildesheim) 2019: Elternabend (Theater für Niedersachsen, Hildesheim) 2020/21: Baby Talk (Theater Bielefeld) 2022: Der Besuch der alten Dame (Freilichtspiele Tecklenburg) 2023: Dällebach Kari (Thunerseespiele AG, Thun) 2024: Die Päpstin – das Musical (spotlight musicals GmbH im Schlosstheater Fulda) 2025: Kein Pardon – Das Musical (First Stage Theater)
Beste Komposition 2015: Gefährliche Liebschaften (Staatstheater am Gärtnerplatz, München) – Musik: Marc Schubring 2016: Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm (Neuköllner Oper, Berlin) – Musik: Wolfgang Böhmer 2017: Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit (Volksoper Wien) – Musik: Christian Kolonovits 2018: Herz aus Gold (Theater Augsburg) – Musik: Stephan Kanyar 2019: Der Hase mit den Bernsteinaugen (Landestheater Linz) – Musik: Thomas Zaufke 2020/21: The Wave (Die Welle) (Landestheater Linz) – Musik: Or Matias 2022: Ku’damm 56 (Theater des Westens, Berlin) – Musik: Peter Plate, Ulf Leo Sommer, Daniel Faust, Joshua Lange 2023: Briefe von Ruth (Stadttheater Gmunden) – Musik: Gisle Kverndokk 2024: Die Königinnen (Landestheater Linz) – Musik: Thomas Zaufke 2025: Saving Mozart (Musical Frühling in Gmunden) – Musik: Charli Eglinton
Bestes Buch 2015: Grimm! (Next Liberty Jugendtheater, Graz / Oper Graz) – Buch: Peter Lund 2016: Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm (Neuköllner Oper, Berlin) – Buch: Peter Lund 2017: Klassenkampf (Heimathafen Neukölln & Constanze Behrends, Berlin) – Buch: Constanze Behrends 2018: Welcome to Hell (Neuköllner Oper, Berlin) – Buch: Peter Lund 2019: Drachenherz (Theater Chemnitz) – Buch: Peter Lund 2020/21: The Wave (Die Welle) (Landestheater Linz) – Buch: Or Matias 2022: Berlin Karl-Marx-Platz (Neuköllner Oper Berlin) – Buch: Hakan Savaş Mican 2023: Frankensteins Braut (Stadttheater Ingolstadt) – Buch: Peter Lund 2024: Die Gänsemagd (Brüder Grimm Festspiele Hanau) – Buch: Franziska Kuropka 2025: Die Weiße Rose (Festspielhaus Neuschwanstein) – Buch: Vera Bolten
Beste Liedtexte 2015: Alma und das Genie (Stammzellformation, Berlin) – Liedtexte: Tom van Hasselt 2016: Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm (Neuköllner Oper, Berlin) – Liedtexte: Peter Lund 2017: Vom Fischer und seiner Frau (Brüder Grimm Festspiele, Hanau) – Liedtexte: Kevin Schroeder 2018: Jana & Janis – Sag einfach Jein (Schmidtchen.Theater.Reeperbahn, Hamburg) – Liedtexte: Lukas Nimscheck, Franziska Kuropka 2019: Der Hase mit den Bernsteinaugen (Landestheater Linz) – Liedtexte: Henry Mason 2020/21: Goethe! (Bad Hersfelder Festspiele) – Liedtexte: Frank Ramond 2022: Operette für zwei schwule Tenöre (BKA-Theater Berlin) – Liedtexte: Johannes Kram 2023: Sie rufen außerhalb der Sprechzeiten an – Ein Psychical (Brandenburger Theater, Brandenburg an der Havel) – Liedtexte: Miriam Schwan & Carola Söllner 2024: Oh! Oh! Amelio! (Staatstheater am Gärtnerplatz, München) – Thomas Pigor 2025: Die Weiße Rose (Festspielhaus Neuschwanstein) – Vera Bolten, Alex Melcher
Beste Darstellerin in einer Hauptrolle 2015: Julia Klotz – Gefährliche Liebschaften (Staatstheater am Gärtnerplatz, München) 2016: Frederike Haas – Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm (Neuköllner Oper, Berlin) 2017: Anna Montanaro – Vom Fischer und seiner Frau (Brüder Grimm Festspiele, Hanau) 2018: Janne Marie Peters – Jana & Jannis – Sag einfach Jein (Schmidtchen.Theater.Reeperbahn, Hamburg) 2019: Anja Pahl – Go Trabi Go (Comödie Dresden) 2020/21: Karolin Konert – Swing Street (Stadttheater Fürth) 2022: Katja Uhlig – Ku’damm 56 (Theater des Westens, Berlin) 2023: Jasmina Sakr – Briefe von Ruth (Stadttheater Gmunden) 2024: Alexandra-Yoana Alexandrova – Die Königinnen (Landestheater Linz) 2025: Katia Bischoff (als Mileva Marić) – Einstein – A Matter of Time (Konzert und Theater St. Gallen)
Bester Darsteller in einer Hauptrolle 2015: Christof Messner – Grimm! (Next Liberty Jugendtheater, Graz / Oper Graz) 2016: Thomas Klotz – Burn Out (Sabine Haydn Produktionen, Berlin) 2017: Drew Sarich – Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit (Volksoper Wien) 2018: Florian Stanek – Der gestiefelte Kater (Next Liberty Jugendtheater, Graz / Oper Graz) 2019: Armin Kahl – Drei Männer im Schnee (Staatstheater am Gärtnerplatz, München) 2020/21: Lukas Sandmann – The Wave (Die Welle) (Landestheater Linz) 2022: Michael Ophelders – Brigitte Bordeaux (Burgfestspiele Mayen) 2023: Rolf Sommer – Dällebach Kari (Thunerseespiele AG, Thun) 2024: Drew Sarich – Kasimir und Karoline (Staatsoper Hannover) 2025: David Jakobs (als „Albert Einstein“) – Einstein - A Matter of Time (Konzert und Theater St. Gallen)
mini|hochkant=1.1|Bettina Meske und Ewald Arenz 2016 Beste Darstellerin in einer Nebenrolle 2015: Elisabeth Hübert – Das Wunder von Bern (Stage Entertainment, Hamburg) 2016: Bettina Meske – Der Tunnel (Theater Fürth, Fürth) 2017: Elena Zvirbulis – Cindy Reller (Schmidts Tivoli, Hamburg) 2018: Franziska Becker – Erwin Kannes – Trost der Frauen (Letterland) (Theater für Niedersachsen, Hildesheim) 2019: Angelika Mann – Der Mann mit dem Lachen (Staatsoperette Dresden) 2020/21: Vera Bolten – Himmel und Kölle (apiro entertainment, Köln) 2022: Kira Primke – Brüderchen und Schwesterchen (Brüder Grimm Festspiele Hanau) 2023: Tamara Pascual – Briefe von Ruth (Stadttheater Gmunden) 2024: Bettina Meske – Berlin Non Stop (TH Entertainment GmbH im Pfefferberg Theater, Berlin) 2025: Anja Backus (als Lilly) – Seele für Seele (Festspielhaus Neuschwanstein, Luisenburg-Festspiele Wunsiedel)
Bester Darsteller in einer Nebenrolle 2015: David Jakobs – Das Wunder von Bern (Stage Entertainment, Hamburg) 2016: Remo Traber – Mein Name ist Eugen (MAAG Music & Arts, Zürich) 2017: Rob Pelzer – In 80 Tagen um die Welt (Landestheater Linz) 2018: Christoph Marti – Coco (Konzert Theater Bern) 2019: Peter Neustifter – Drei Männer im Schnee (Staatstheater am Gärtnerplatz, München) 2020/21: Mark Weigel – Himmel und Kölle (apiro entertainment, Köln) 2022: David Nádvornik – Ku’damm 56 (Theater des Westens, Berlin) 2023: Nico Went – Romeo & Julia – Liebe ist alles (Theater des Westens, Berlin) 2024: Lukas Sandmann – Berlin Non Stop (TH Entertainment GmbH im Pfefferberg Theater, Berlin) 2025: Jan-Philipp Rekeszus (als Prof. Philip Lenard) – Einstein - A Matter of Time (Konzert und Theater St. Gallen)
Beste Regie 2015: Ost Side Story (Theater am Hechtplatz, Just4Fun Entertainment / shake company, Zürich) – Regie: Dominik Flaschka 2016: Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm (Neuköllner Oper, Berlin) – Regie: Martin G. Berger 2017: In 80 Tagen um die Welt (Landestheater Linz) – Regie: Matthias Davids 2018: Erwin Kannes – Trost der Frauen (Letterland) (Theater für Niedersachsen, Hildesheim) – Regie: Werner Bauer