mini|Fritz Weidemann auf der Photochemie-Starpostkarte K. 1661 Friedrich „Fritz“ Carl Woldemar Weidemann (* in Riga; † 5. März 1953 in Berlin) war ein deutscher Theater- und Stummfilmschauspieler und Drehbuchautor.

Leben und Wirken Weidemann, ein Sohn des Mechanikers Robert Weidemann und dessen Frau Leontine, geb. Niggel,Lettisches Nationalarchiv, Geburtsregister der St.-Jacobi-Kirche in Riga 1883–1890, S. 273 (online, anmeldepflichtig). war ab 1902 an verschiedenen Provinzbühnen engagiert, ehe er 1910 nach Berlin verpflichtet wurde. Dort stieß er zum Stummfilm. Nach seinem Debüt mit einem Tonbild spielte der Deutschbalte 1912/13 in mehreren Filmen von Urban Gad mit Asta Nielsen, war 1913 in Stellan Ryes Gruselklassiker Der Student von Prag mit Paul Wegener zu sehen und 1916 auch in einem Film mit Henny Porten unter der Regie von Rudolf Biebrach.

Im Februar des gleichen Jahres hatte Weidemann die Oto Film GmbH gegründet.Handelsregister Berlin HRB Nr. 14013. Die Firma wurde am 6. Juni 1917 im Handelsregister gelöscht. Er produzierte den Film Dschihad und führte gleichzeitig Regie. Nach eigenen Angaben zeichnete er zudem für mehrere Produktionen als Drehbuchautor verantwortlich, deren Titel jedoch nicht zu ermitteln sind. Der Carl-Auen-Krimi Das Tagebuch des Apothekers Warren von 1918, in dem er zusammen mit Lori Leux und Erner Hübsch vor der Kamera stand, ist der letzte von ihm bekannte Film.

In den 1920er-Jahren hielt er sich mit dem Verfassen von Propagandaschriften und Liedtexten über Wasser. Nach der NS-Machtergreifung versuchte das NSDAP-Mitglied Weidemann, wieder in der Filmwirtschaft unterzukommen, was ihm jedoch misslang.Bundesarchiv, Akten der Reichsschrifttumskammer, Personalakte Friedrich Weidemann, R 9361-V/39460 (vgl. Eintrag im Archivportal-D). Schließlich verlegte er sich ganz auf kaufmännische Tätigkeiten und führte zuletzt eine Gaststätte. Er starb 1953 im Dominikus-Krankenhaus in Berlin-Hermsdorf.Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Reinickendorf von Berlin, Nr. 581/1953 (online auf Ancestry, kostenpflichtig).

Von 1925 bis zu seinem Tod war Fritz Weidemann mit der Sängerin Gertrud Meißner verheiratet.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Schöneberg II, Nr. 11/1925 (online auf Ancestry, kostenpflichtig).

Filmografie

Literatur Holger Hühn, Isabella Fetzer: Studio Babelsberg. Das deutsche Hollywood. epubli, Berlin 2012, ISBN 978-3-8442-1782-7 (). Michelle Langford: Directory of World Cinema. Germany (= Directory of world cinema. , Band 9). Intellect Books, Bristol 2012, ISBN 978-1-84150-465-0, S. 40 (). Claudia Pinkas: Der phantastische Film. Instabile Narrationen und die Narration der Instabilität. De Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-11-023757-3, S. 280 (). Gabriele Jatho, Klaus Hoeppner: City Girls. Frauenbilder im Stummfilm. Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-86505-177-6, S. 30 f. (). Barbara Steinbauer-Grötsch: Die lange Nacht der Schatten. Film noir und Filmexil (= Deep Focus. Band 1). Bertz, Berlin 1997, ISBN 3-929470-09-8, S. 229 (). Holger Jörg: Die sagen- und märchenhafte Leinwand. Erzählstoffe, Motive und narrative Strukturen der Volksprosa im „klassischen“ deutschen Stummfilm (1910–1930). Pro Universitate, Sinzheim 1994, ISBN 3-930747-11-1, S. 300 (). Jörg Schweinitz: Prolog vor dem Film. Nachdenken über ein neues Medium 1909-1914 (= Reclams Universalbibliothek. Band 1432, Kunstwissenschaften). Reclam-Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-379-01432-X, S. 451–453 (). Dieter Helmuth Warstat: Frühes Kino der Kleinstadt (= Hochschul-Skripten / Medien. Band 25). Spiess, Berlin 1982, ISBN 3-88435-076-5, S. 436 ().

Weblinks ; die falschen Lebensdaten beruhen auf einer Verwechslung mit dem gleichnamigen Opernsänger

Einzelnachweise

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