Mit der Ehrenmitgliedschaft würdigt die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) die Leistungen ihrer Mitglieder und anderer Physiker im Bereich der Wissenschaft und der Mitarbeit innerhalb der Gesellschaft. Die Verleihung einer Ehrenmitgliedschaft findet im Rahmen des Festakts einer DPG-Jahrestagung durch den jeweiligen Vorsitzenden statt. Obwohl die DPG die größte Fachgesellschaft der Welt ist (Stand 2018), besitzt sie eine überschaubare Zahl von 61 Ehrenmitgliedern (Stand 2019). Der Physikalische Verein hat beispielsweise seit seiner Gründung im Jahre 1824 mehr als 300 Ehrenmitglieder ernannt.Wolfgang Trageser (Hrsg.): Stern–Stunden: Höhepunkte Frankfurter Physik. Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main 2005, S. 219–229. Lise Meitner ist die einzige Frau, der diese Ehre zuteilgeworden ist.

Ehrenmitglieder Name Lebensdaten Ernennung zum Ehrenmitglied Begründung 1818–1896 1888 1834–1924 1904 1846–1931 1917 1850–1930 1919 1845–1923 1919 1866–1936 1919 1852–1934 1922 1861–1935 1923 1877–1945 1923 1872–1941 1924 1864–1943 1924 1858–1947 1928 1842–1934 1932 1864–1941 1937 1866–1938 1937 1868–1957 1938 1868–1951 1938 1877–1951 1947 1875–1953 1947 1885–1986 1947 1871–1959 1947 1879–1968 1948 Biographie Otto Hahn, Sammlungen der Humboldt-Universität Berlin (abgerufen am 24. September 2015) 1878–1968 1948 1899–1985 1949 1879–1960 1951 1879–1955 1951 1881–1955 1951 1882–1970 1954 1892–1987 1954 1891–1957 1955 1882–1964 1955 1888–1956 1955 1881–1972 1956 1886–1976 1956 1883–1958 1957 1896–1983 1963 1896–1997 1977 1900–1985 1983 1908–2002 1983 1911–2000 1989 in Anerkennung seiner Beiträge zur Physik und seiner langjährigen Verdienste um die Entwicklung der Physikalischen Forschung in Deutschland. Sie würdigt insbesondere auch seine Ausstrahlung als Lehrer und seine unermüdlichen Aktivitäten zur Förderung nachwachsender Physiker, sein erfolgreiches Wirken zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse sowie sein entschiedenes Eintreten für die internationale Zusammenarbeit der Wissenschaftler und für die Wahrnehmung der gemeinsamen Verantwortung für die Zukunft unserer Welt. 1910–2005 1989 in Anerkennung seiner langjährigen Verdienste um die Entwicklung der Physikalischen Forschung in Deutschland sowie seiner Initiative und tätigen Mithilfe beim Wiederaufbau der Deutschen Physikalischen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie würdigt insbesondere auch sein erfolgreiches Wirken zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und zur Stärkung der Stellung der Naturwissenschaften in unserer Kultur sowie sein entschiedenes Eintreten für, die Wahrnehmung der Verantwortung für die Zukunft unserer Welt. 1920–2003 1999 in Anerkennung seiner Beiträge zur physikalischen Forschung in Deutschland, insbesondere zur Tieftemperaturphysik und Supraleitung sowie in Würdigung seines großen Einsatzes für die Deutsche Physikalische Gesellschaft und für das Physikzentrum Bad Honnef, seiner wichtigen Rolle bei der Beratung der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung und seines Engagements für die European Physical Society. Heinz Bethge – Kurzbiographie Heinz-Bethge-Stiftung (abgerufen am 24. September 2015) 1919–2001 2000 für seine wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Entwicklung elektronenmikroskopischer Methoden und deren Anwendung zur Erforschung molekularer Prozesse auf Kristalloberflächen und in dünnen Schichten, für seine Sachkompetenz, seine Weitsicht und sein Augenmaß bei der Leitung des Instituts für Festkörperphysik und Elektronenmikroskopie der Akademie der Wissenschaften der DDR in Halle, für seine wirksame Förderung der deutsch-deutschen Beziehungen als Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher LEOPOLDINA von 1973 bis 1990 sowie für sein vorbildliches Engagement als unkonventioneller Ratgeber in der Physikalischen Gesellschaft der DDR und nach der Vereinigung in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. 1943– 2000 für seine außerordentlichen Erfolge in der Erforschung von Festkörpern in hohen Magnetfeldern, die zu seiner Entdeckung des quantisierten Hall-Effekts geführt haben, sowie für seine unermüdliche und erfolgreiche Grundlagenforschung in der Festkörperphysik und deren Darstellung in der Öffentlichkeit. 1927–2014 2002 in Anerkennung seiner wegweisenden Beiträge zur Kernphysik sowie für seine herausragenden Verdienste um die Deutsche Physikalische Gesellschaft, insbesondere bei dem Erhalt und der Etablierung des Magnus-Hauses in Berlin für die Deutsche Physikalische Gesellschaft als wissenschaftliches Begegnungszentrum. 1935–2006 2003 für seine bahnbrechenden Experimente zur Wechselwirkung einzelner Atome oder Ionen mit einzelnen Photonen, mit denen er das Forschungsgebiet der Hohlraumquantenelektrodynamik mitbegründet hat, für seine unermüdlichen Leistungen und Erfolge, die Quantenoptik, Atomphysik und Laserphysik in Deutschland zu einer blühenden Forschungslandschaft zu entwickeln, sowie für seine kompetente Mitwirkung in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien der akademischen Selbstverwaltung und der Beratung der Politik. 1938–2025 2009 für sein außerordentliches ehrenamtliches Wirken in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Hiermit sollen insbesondere seine herausragenden Leistungen als Industriephysiker in der DPG und die Wahrnehmung von Ehrenämtern im DPG-Vorstand und DPG-Vorstandsrat sowie als langjähriges Mitglied im Beratenden Ausschuss der Industrie (BAI, heute AIW) gewürdigt werden. 1937– 2009 in Anerkennung seines unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatzes für die Deutsche Physikalische Gesellschaft und die Physik. Hervorzuheben sind dabei sein außerordentliches Engagement bei der Organisation der 69. Jahrestagung "Physik seit Einstein" sowie seine zahlreichen Aktivitäten in DPG-Gremien und für das Physik-Journal. 1939–2018 2011 für seine im Jahr 2007 mit dem Nobelpreis in Physik (zusammen mit Albert Fert/Paris) ausgezeichnete Entdeckung der Zwischenschicht-Austauschkopplung und dem darauf basierenden Riesenmagnetowiderstand in dünnen Übergangsmetallschichten, deren technische Anwendung die magnetische Datenspeichertechnologie revolutionierte und ein neues Forschungsgebiet – die Spinelektronik – öffnete, sowie insgesamt für seine publizistischen Beiträge, mit denen er erheblich zur Steigerung des gesellschaftlichen Ansehens der Physik in Deutschland beigetragen hat. Pressemitteilung des Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching, 18. März 2011. 1941– 2011 für seine Pionierarbeiten zur Laserphysik und Quantenoptik, mit denen er insbesondere durch das Verfahren der Laserkühlung das Forschungsgebiet der kalten Atome prägte und Präzisionsmessungen atomarer Größen ermöglichte. Mit der Entwicklung der Frequenzkammtechnik hat er außerdem die Präzision von Atomuhren wesentlich verbessert und damit neue Forschungsarbeiten in der Metrologie ermöglicht. 1931–2011 2011 in Anerkennung seines wegweisenden und tatkräftigen ehrenamtlichen Einsatzes für die Deutsche Physikalische Gesellschaft und für die Physik in Deutschland. Hervorzuheben sind dabei die erfolgreiche Neustrukturierung der Satzung mit der Gründung des DPG-Vorstandsrates Anfang der 1980er Jahre sowie sein erfolgreicher Einsatz für eine hohe Qualität der Lehre in den Diplomstudiengängen aller Physik-Fakultäten in Deutschland. 1944–2024 2012 in Anerkennung seines tatkräftigen ehrenamtlichen und zukunftsweisenden Einsatzes für die Physik und für die Deutsche Physikalische Gesellschaft. Besonders hervorzuheben ist seine aktive Rolle bei der Konzeption und Planung des ersten Wissenschaftsjahres „2000 – Jahr der Physik“ sowie bei der Gründung des „New Journal of Physics“, einer der ersten „open access“-Zeitschriften. 1936– 2012 in Anerkennung seiner bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Physik und der Chemie der Oberflächen und der heterogenen Katalyse. Mit seinen Arbeiten zur Oberflächenphysik und seinem jahrzehntelangen unermüdlichen Einsatz für die Oberflächenphysik in Deutschland ist er zum Pionier dieser physikalischen und gleichzeitig chemischen Disziplin in Deutschland geworden. Die von ihm mit seinen Mitarbeitern entwickelten neuen Methoden, beispielsweise der Photoelektronenmikroskopie, führten zu Durchbrüchen in der Erforschung der Kinetik von Molekülreaktionen an Oberflächen. 1932–2025 2013 in Anerkennung seiner Pionierleistungen in der Laserphysik und, aufbauend auf einer erfolgreichen Industriekarriere, seines wegweisenden und tatkräftigen ehrenamtlichen Einsatzes für die Deutsche Physikalische Gesellschaft und für die Physik in Deutschland. Als Vorstandsvorsitzender der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung hat er sich über mehr als 25 Jahre überragende Verdienste in der Förderung der wissenschaftlichen Kommunikation und des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der Physik erworben. Sein Ideenreichtum, seine Energie und seine Genauigkeit im Einsatz der Stiftungsmittel haben einen gewichtigen Anteil daran, dass die DPG sich in seiner Amtszeit zur größten Physikalischen Gesellschaft der Welt entwickelte. Unermüdlicher Einsatz – Ehemaliger DESY-Direktor Herwig Schopper wird DPG-Ehrenmitglied In: DESYinFORM 05|13 (PDF) 1924–2025 2013 in Anerkennung seines langjährigen unermüdlichen Einsatzes für die physikalische Grundlagenforschung in Deutschland und Europa, insbesondere als Direktor von DESY und CERN, wo er mit den Speicherringen PETRA und LEP die Voraussetzung für bahnbrechende Messungen schuf. Darüber hinaus hat er als Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in der Zeit der Wiedervereinigung und der European Physical Society wichtige Beiträge zur Stärkung und Sichtbarkeit der Physik in Europa geleistet. 1957– 2015 in Anerkennung seiner herausragenden Forschungsleistungen sowie seines vorbildlichen persönlichen Einsatzes für die Physik, seiner Fähigkeit und seines ungebrochenen Engagements, junge Menschen über Länder und Kontinente hinweg für die Physik zu begeistern. 1941– 2015 in Anerkennung seiner grundlegenden und anwendungsorientierten Arbeiten auf dem Gebiet der atomar auflösenden Elektronenmikroskopie sowie seiner jahrzehntelangen herausragenden Tätigkeit und seiner Verdienste für die Deutsche Physikalische Gesellschaft. Als Mitglied des Vorstandsrats, des Vorstands und als Präsident hat er die DPG erfolgreich und sichtbar gemacht: nach innen durch eine neue Satzung, das Leistungsspektrum der DPG und Einrichtung des Konvents, nach außen besonders durch den verstärkten Kontakt zu nationalen und internationalen Fachgesellschaften und durch zahlreiche Stellungnahmen der DPG zu wissenschaftlichen, erziehungs- und gesellschaftsrelevanten sowie politischen Themen. 1927–2024 2016 Die DPG würdigt mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft sein jahrzehntelanges, Beispiel gebendes Engagement als akademischer Lehrer, der durch seine Lehrbücher Generationen von Physikstudierenden geprägt hat, und als Forscher, der der Physik neue Wege gewiesen und neue Gebiete wie das der Synergetik erschlossen hat. Er hat dadurch in einzigartiger Weise und ganz im Sinne der Satzung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft Herausragendes für das Fach Physik geleistet. 1935–2019 2016 Gustav Magnus-Medaille – Sonderform der Ehrenmitgliedschaft