Silymarin ist ein aus Mariendistel gewonnener Extrakt und ein Gemisch der Flavanonolderivate Silibinin, Isosilibinin, Silicristin und Silidianin.Rudolf Hänsel, Josef Hölzl: Lehrbuch der pharmazeutischen Biologie. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 1996. S. 202.

Gewinnung mini|hochkant=1.4|Früchte der Mariendistel (Silybum marianum) mit Federkelch Silymarin wird aus den Früchten der Mariendistel gewonnen. Es wurde 1930 von Ludwig Hörhammer erstmals extrahiert. Der Wirkstoffkomplex macht bis zu drei Prozent der getrockneten Droge aus. Silymarin setzt sich zu 20 bis 45 Prozent aus Silicristin (Silychristin) und Silidianin, zu 40 bis 65 Prozent aus Silybin A und B (= Silibinin) sowie zu 10 bis 20 Prozent aus Isosylibin A und B (Isosilibinin) zusammen. Als Auszugsmittel werden Ethylacetat, Aceton, Ethanol oder Methanol verwendet (ggf. mit Wasser verdünnt).

Verwendung Silymarin-Präparate werden zur unterstützenden Behandlung bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen und toxischen (durch Lebergifte verursachten) Leberschäden eingesetzt.T. Dingermann, K. Hiller, G. Schneider, I. Zündorf: Schneider Arzneidrogen. 5. Auflage. Elsevier 2004, ISBN 3-8274-1481-4, S. 193 f. Einer Cochrane-Übersichtsarbeit zufolge gibt es bei alkoholischen und/oder durch Hepatitis-B- oder -C-Viren verursachten Lebererkrankungen keine ausreichenden wissenschaftlichen Wirksamkeitsbelege für den klinischen Einsatz von Silybum-marianum-Extrakten.Alessandro Rambaldi, Bradly P. Jacobs, Christian Gluud: Milk thistle for alcoholic and/or hepatitis B or C virus liver diseases. In: Cochrane library. 2007, Band 2009, Nummer 1 .

Zur Behandlung von akuten Vergiftungen ist der Extrakt nicht bestimmt. Bei Pilzvergiftungen wird der Hauptinhaltstoff Silibinin intravenös in Form des Bernsteinsäureesters medizinisch eingesetzt.

Traditionell werden Mariendistel-Zubereitungen bei Völlegefühl und Blähungen angewendet.HMPC: European Union herbal monograph on Silybum marianum (L.) Gaertn., fructus (Draft). Assessment report on Silybum marianum (L.) Gaertn., fructus, Juni 2018.

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Literatur Volker Fintelmann, Rudolf Fritz Weiss: Lehrbuch Phytotherapie. Thieme, 2009. ISBN 978-3-8304-5418-2. S. 97ff. Rudolf Hänsel, Josef Hölzl: Lehrbuch der pharmazeutischen Biologie. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 1996, S. 202. Heinz Schilcher: Leitfaden Phytotherapie. Urban & Fischer, München 2007. ISBN 978-3-437-55348-6. S. 174f.

Weblinks Ulrich Meyer: Mariendistel: Heilsame Früchte für die Leber. Kooperation Phytopharmaka: Mariendistel. Forschergruppe Klostermedizin: Mariendistel - Silybum marianum Gaert. (Asteraceae).

Einzelnachweise

Kategorie:Stoffgemisch Kategorie:Arzneistoff