Die International Championship 2015 war ein Snookerturnier im Rahmen der Snooker Main Tour 2015/16, das vom 25. Oktober bis 1. November im Baihu Media Broadcasting Centre in Daqing ausgetragen wurde. Nach drei Jahren in Chengdu war das Turnier erstmals in die nordostchinesische Metropole verlegt worden.

Titelverteidiger war der Engländer Ricky Walden, er schied jedoch bereits in der Qualifikation aus. Der Schotte John Higgins holte sich seinen ersten Titel bei diesem Turnier und den zweiten Titel dieser Saison mit einem 10:5-Sieg über David Gilbert.

Preisgeld Das Preisgeld blieb im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Preisgeld Sieger 125.000 £ Finalist 65.000 £ Halbfinalist 30.000 £ Viertelfinalist 17.500 £ Achtelfinalist 12.000 £ Letzte 32 7000 £ Letzte 64 4000 £ Insgesamt 656.000 £

Wildcard-Runde Die Spiele der Wildcard-Runde fanden am 25. Oktober statt. Der Spielmodus war Best of 9. Wie in den Vorjahren gelang auch diesmal einem chinesischen Qualifikanten der Einzug in die Hauptrunde.

SpielQualifikant (Setzplatz) ErgebnisWildcard-Spieler WC1 Daniel Wells (99) 6:2 Fang Xiongman WC2 Ken Doherty (46) 6:2 Chen Zifan WC3 Aditya Mehta (51) 4:6 Wang Yuchen WC4 6:5 Lin Shuai

Finalrunde Die Sieger der ausstehenden vier Qualifikationsspiele und der vier Wildcardspiele vervollständigten zu Beginn des Hauptturniers die erste Runde. Während es in der ersten Runde noch kaum Überraschendes gab, scheiterten in Runde zwei mit Ding Junhui und Barry Hawkins zwei Top-10-Spieler schon frühzeitig. Ihre Bezwinger Ryan Day bzw. Jimmy Robertson verloren aber jeweils im folgenden Achtelfinale. Besser machte es Thepchaiya Un-Nooh, der mit Mark Williams einen weiteren Topspieler früh ausschaltete und mit weiteren Siegen unter anderem über den Vorjahresfinalisten Mark Allen ins Halbfinale einzog. Sein Gegner war David Gilbert, der mit Ryan Day und Marco Fu ebenfalls zwei Top-20-Spieler bezwungen hatte und zum ersten Mal die Vorschlussrunde eines Weltranglistenturniers erreicht hatte. Un-Nooh hatte zwar wenige Wochen zuvor die 6-Red World Championship 2015 gewonnen, wie Gilbert hatte er aber noch nie das Finale eines Weltranglistenturniers erreicht. Bis zum 3:3 verlief die Halbfinalpartie ausgeglichen, dann zog der Engländer mit fünf Framegewinnen in Folge auf 8:3 davon und konnte kurz darauf zum 9:5 vollenden.

In der zweiten Hälfte des Feldes zog der verbliebene Topplatzierte Mark Selby souverän seine Runden, bevor es bereits im Viertelfinale zur Spitzenbegegnung mit dem Australier Neil Robertson kam. Auch hier setzte sich der Weltranglistenerste durch. Besser machte es nur der Schotte John Higgins, der Shaun Murphy beim 6:0 im Achtelfinale keine Chance ließ und anschließend mit Joe Perry einen weiteren vor ihm platzierten Spieler klar bezwang. In einem hochklassigen Halbfinale ging Higgins mit 3:0 in Führung und hielt den Druck auf Selby ständig hoch. So schaffte dieser nicht mehr den Anschluss. Eine weitere 3:0-Serie zu Beginn der zweiten Session bedeutete die Vorentscheidung und mit einem 9:4-Sieg zog Higgins nach den Australian Goldfields Open 2015 zum zweiten Mal in der Saison in ein Finale ein.

Finale Nachdem David Gilbert in seinem ersten Main-Tour-Finale zweimal in Führung gegangen war, gelang John Higgins eine Serie von drei Framegewinnen. Doch der Engländer konnte postwendend zum 4:4 ausgleichen, bevor Higgins die erste Session mit einem Century-Break abschloss. Der Abend begann unglücklich für Gilbert: Er verschätzte sich bei der Spielbarkeit eines Balls und Higgins konnte den Einstieg zu seinem zweiten Century nutzen. Anschließend baute der Schotte seine Führung auf drei Frames aus. Obwohl Gilbert noch einmal verkürzen konnte, vergab er in der Folge zu viele Chancen und ein sicher lochender John Higgins machte mit seiner dritten Serie von drei Framegewinnen hintereinander den 10:5-Sieg perfekt.

Qualifikation Die Qualifikationsrunde wurde bis auf vier Spiele vom 30. September bis 3. Oktober 2015 im Metrodome in der englischen Stadt Barnsley ausgetragen. Der Titelverteidiger Ricky Walden, der Weltmeister Stuart Bingham sowie die beiden besten chinesischen Spieler Ding Junhui und Liang Wenbo (Spiele 1, 4, 32 und 64) trugen ihre Qualifikations-Spiele erst in Daqing aus. Sämtliche Partien wurden im Best-of-11-Modus gespielt.

Größte Überraschung der Qualifikation war das Ausscheiden von Judd Trump, der noch zwei Wochen zuvor beim Shanghai Masters im Finale gestanden hatte. Vor allem das Ergebnis von 6:0 war ungewöhnlich. Er hatte in Michael Wild zwar einen erfahrenen Gegner, dieser war aber nach zehnjähriger Abwesenheit von der Main Tour erst in dieser Saison zurückgekehrt. Von den Top 16 scheiterte außerdem der Schotte Stephen Maguire. Sein Gegner Noppon Saengkham war ebenfalls ein Tourrückkehrer. Seinen ersten Sieg als Profi schaffte Darryl Hill und das gegen Robert Milkins, Nummer 18 der Weltrangliste. Von den 10 Amateuren, die in Barnsley spielten, gelang nur dem Chinesen Zhao Xintong die Qualifikation für Daqing. Der 18-Jährige besiegte mit Stuart Carrington einen Spieler aus der oberen Hälfte der Weltrangliste mit 6:0. An den drei vorhergehenden Ausgaben der International Championship hatte Zhao jeweils mit einer Wildcard teilgenommen und jedes Mal die Finalrunde erreicht. Bei den vier erst in China ausgetragenen Qualifikationsspielen gab es ebenfalls eine Überraschung. Tian Pengfei konnte den Heimvorteil nutzen und besiegte Ricky Walden, den Titelverteidiger und Nummer 11 der Weltrangliste.

SpielSpieler 1 (Setzplatz) ErgebnisSpieler 2 (Setzplatz) SpielSpieler 1 (Setzplatz) ErgebnisSpieler 2 (Setzplatz) 1 Ricky Walden (1) 4:6 Tian Pengfei (96) 33 Mark Selby (3) 6:1 Eden Sharav (98) 2 Cao Yupeng (63) 6:2 Liam Highfield (65) 34 Li Hang (54) 2:6 Craig Steadman (66) 3 Andrew Higginson (50) 6:3 Zhang Yong (110) 35 Mike Dunn (43) 6:3 Mitchell Mann (74) 4 Liang Wenbo (20) 6:3 Alex Taubman (A) 36 Anthony McGill (23) 6:3 James Wattana (116) 5 Kyren Wilson (21) 6:1 Thor Chuan Leong (92) 37 Mark Davis (17) 5:6 Lee Walker (82) 6 Anthony Hamilton (62) 2:6 Jamie Cope (81) 38 Robin Hull (57) 3:6 Sean O’Sullivan (89) 7 Joe Swail (59) 6:5 Allan Taylor (96) 39 Rory McLeod (60) 1:6 Daniel Wells (99) 8 Judd Trump (7) 0:6 Michael Wild (112) 40 Graeme Dott (16) 6:3 Andy Hicks (A) 9 Barry Hawkins (8) 6:0 Rhys Clark (111) 41 John Higgins (11) 6:1 Ashley Hugill (A) 10 Mark King (35) 2:6 Ian Burns (70) 42 6:4 Michael Georgiou (73) 11 6:5 Hammad Miah (A) 43 Jamie Burnett (42) 6:2 James Cahill (100) 12 Alan McManus (22) 5:6 Ross Muir (102) 44 Peter Ebdon (29) 6:1 Zak Surety (79) 13 Martin Gould (24) 6:4 Gareth Allen (93) 45 Fergal O’Brien (28) 6:2 Hatem Yassin (115) 14 Sam Baird (64) 4:6 Zhou Yuelong (67) 46 Ken Doherty (46) 6:3 Vinnie Calabrese (103) 15 David Morris (55) 3:6 Sanderson Lam (101) 47 Tom Ford (53) 6:1 Michael Leslie (83) 16 Mark Allen (10) 6:5 Scott Donaldson (75) 48 Neil Robertson (5) 6:3 Kuldesh Johal (A) 17 Mark Williams (13) 6:3 Nigel Bond (104) 49 Shaun Murphy (6) 6:2 Lu Chenwei (87) 18 Marco Fu (12) 6:2 Paul Davison (105) 50 Gerard Greene (39) 4:6 Martin O’Donnell (91) 19 Peter Lines (61) 4:6 Chris Wakelin (94) 51 Luca Brecel (41) 6:1 David Grace (77) 20 Jimmy Robertson (45) 6:1 Lu Ning (86) 52 Jamie Jones (30) 6:4 21 Robert Milkins (18) 4:6 Darryl Hill (107) 53 Michael Holt (26) 6:1 Jake Nicholson (A) 22 Ali Carter (27) 6:0 Luke Simmonds (A) 54 Kurt Maflin (38) 6:2 Joe O’Connor (A) 23 Jack Lisowski (52) 6:3 55 Joe Perry (9) 6:1 Michael Wasley (76) 24 Matthew Stevens (33) 6:0 Fraser Patrick (95) 56 Matthew Selt (25) 6:2 Adam Duffy (A) 25 Stephen Maguire (14) 2:6 57 Ben Woollaston (32) 6:3 Leo Fernandez (A) 26 Michael White (15) 6:5 Alfie Burden (97) 58 Rod Lawler (34) 6:3 Jimmy White (109) 27 Gary Wilson (37) 3:6 Oliver Lines (68) 59 Stuart Carrington (58) 0:6 Zhao Xintong (A) 28 David Gilbert (49) 6:2 Barry Pinches (78) 60 Aditya Mehta (51) 6:1 Ian Glover (88) 29 Xiao Guodong (31) 6:0 Jason Weston (108) 61 Dominic Dale (36) 6:2 Sydney Wilson (106) 30 Ryan Day (19) 6:1 Zhang Anda (71) 62 Robbie Williams (49) 6:2 Joel Walker (72) 31 Mark Joyce (44) 6:2 Hamza Akbar (114) 63 Yu Delu (56) 6:1 Chris Melling (80) 32 Ding Junhui (4) 6:4 Sam Craigie (A) 64 Stuart Bingham (2) 6:1 Steven Hallworth (90)

A = Amateurspieler (während der Saison 2015/16 nicht auf der Main Tour; Qualifikation über die Q-School-Order-of-Merit)

Century Breaks Hauptrunde 46 Century Breaks wurden in der Hauptrunde erzielt, die beiden Finalisten Higgins und Gilbert waren mit sechs bzw. fünf Breaks von 100 oder mehr Punkten die erfolgreichsten Spieler. Zhao Xintong 142 Jimmy Robertson 141, 108 John Higgins 138, 129, 113, 108, 103, 101 Cao Yupeng 138 Zhou Yuelong 138, 115 Marco Fu 137, 101 Ben Woollaston 137 David Gilbert 130, 112 (2×), 105, 100 Neil Robertson 127 (2×), 104 Mark Allen 126, 118 Xiao Guodong 124 Liang Wenbo 121, 101 Graeme Dott 121 Ross Muir 118 Mark Selby 115, 100 Barry Hawkins 112 Ryan Day 111, 108 Tian Pengfei 110, 106 Dominic Dale 110 Peter Ebdon 110 Fang Xiongman 108 John Higgins 106 Martin O’Donnell 104 Thepchaiya Un-Nooh 103 Fergal O’Brien 100 Sam Craigie 100 Jack Lisowski 100

Qualifikation Mark Allen 142 Liam Highfield 136, 111 Shaun Murphy 134 Marco Fu 133, 106 Matthew Selt 133 Luca Brecel 132, 121 Mark Joyce 131 Ben Woollaston 131 Jack Lisowski 129, 125 Sanderson Lam 128 Michael Holt 122 Dechawat Poomjaeng 120 Rod Lawler 120 Mark Selby 118 Allan Taylor 110 Ryan Day 105 Adam Duffy 105 Thepchaiya Un-Nooh 104 Peter Ebdon 104 Yu Delu 103 Lee Walker 103 Cao Yupeng 102 Anthony McGill 102 Ali Carter 100

Quellen

#2015 Kategorie:Snookerveranstaltung 2015 Kategorie:Billardturnier in Daqing