Heinrich Arnold Theodor Spitta (* 19. März 1902 in Straßburg; † 23. Juni 1972 in Lüneburg) war ein deutscher Musikpädagoge, Komponist und Musikwissenschaftler.

Leben mini|hochkant|Grabstätte auf dem Zentralfriedhof Lüneburg Heinrich Spitta stammte aus einer Musiker- und Theologenfamilie. Sein Vater war der Theologe Friedrich Spitta und sein Onkel der Musikwissenschaftler und Bach-Biograph Philipp Spitta.

Heinrich Spitta studierte bei Arnold Mendelssohn und Hermann Grabner und wurde 1927 an der Universität Göttingen mit einer Dissertation über Heinrich Schütz promoviert.Werner Breig: Schütz-Gesamtausgaben. In: Reinmar Emans, Ulrich Krämer (Hrsg.): Musikeditionen im Wandel der Geschichte. De Gruyter, Berlin / Boston 2015, ISBN 978-3-11-044090-4, S. 97–125, hier S. 106.

1933 unterrichtete Spitta als Lehrer an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik in Berlin und wurde zugleich ins Kulturamt der Reichsjugendführung berufen. Er komponierte vor allem Chorwerke, die in der Feiergestaltung der Hitlerjugend zum Einsatz kamen (unter anderem Heilig Vaterland, 1934; Jahr überm Pflug, 1936). Aufgrund dieser Tätigkeit war er im Krieg teilweise uk-gestellt und in die Gottbegnadeten-Liste aufgenommen.

Ab 1950 lehrte Spitta an der Pädagogischen Hochschule in Lüneburg, ab 1957 als Professor. 1967 ging er in den Ruhestand. Spitta ruht auf dem Zentralfriedhof Lüneburg.

Lieder

+ Bekannte Lieder oder Melodien von Heinrich Spitta Liedanfang Dichter Komponist Jahr Erde schafft das Neue Heinrich Spitta Heinrich Spitta 1933 Heilig Vaterland nach Rudolf Alexander Schröder Heinrich Spitta 1933 Lang war die Nacht Herbert Böhme Heinrich Spitta 1934 Eine Flamme ward gegeben Heinrich Spitta Heinrich Spitta 1934 Nichts kann uns rauben Karl Bröger Heinrich Spitta 1935 Morgensonne lächelt auf mein Land Karl Bröger Heinrich Spitta 1935

Schriften Heinrich Schuetz’ Orchester- und unveröffentlichte Werke. Göttingen 1927.

Literatur Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 7164–7190. online Carola Schormann: Heinrich Spitta – Eine Musikerkarriere im 20. Jahrhundert, Böhlau Verlag, Wien 2025, ISBN 978-3-205-22250-7 (print), ISBN 978-3-205-22252-1 (e-lib).

Weblinks Nachlass Spitta - Boie an der Staatsbibliothek zu Berlin

Fußnoten

Kategorie:Hochschullehrer (Pädagogische Hochschule Lüneburg) Kategorie:Hochschullehrer (Hochschule für Musik Berlin) Kategorie:Musiker (Nationalsozialismus) Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Gestorben 1972 Kategorie:Mann