mini|Dorfansicht (2025) Ligota Wielka (deutsch Ellguth) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Otmuchów im Powiat Nyski in der Woiwodschaft Opole in Polen.

Geographie Das Straßendorf Ligota Wielka liegt im Südwesten Oberschlesiens, etwa sechs Kilometer nordwestlich von Otmuchów, 19 Kilometer westlich von Nysa und 73 Kilometer südwestlich von Opole am Nordufer des Jezioro Otmuchowskie (Ottmachauer Staubecken). Der Bahnhof Otmuchów Jezioro liegt an der Bahnstrecke Nysa–Kamieniec.

Nachbarorte von Ligota Wielka sind im Nordwesten Lubiatów (Lobedau), im Nordosten Maciejowice (Matzwitz) sowie im Südosten Sarnowice (Sarlowitz).

Geschichte Ellguth, das zur bischöflichen Kastellanei Ottmachau gehörte, wurde 1261 erstmals unter der lateinischen Bezeichnung „major Lghota“ erwähnt. Damals verkaufte der Breslauer Bischof Thomas I. die Ellguther Scholtisei nach Deutschem Recht einem Peter Puscowitcz. Damit wurde zugleich eine frühere Urkunde, die sich nicht erhalten hat, erweitert. Zusammen mit dem Ottmachauer Kastellaneigebiet gelangte es 1290 an das neu gegründete Fürstentum Neisse, in dem die Breslauer Bischöfe sowohl die geistliche als auch die weltliche Macht ausübten. Für das Jahr 1310 ist die Ortsbezeichnung „Elgotha magnum“ belegt. 1342 gelangte Ellguth zusammen mit dem Fürstentum Neisse als ein Lehen an die Krone Böhmen. Für das Jahr 1370 ist der Ortsname Elgotha überliefert.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Ellguth zusammen mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen.

Mit der Säkularisation des preußischen Anteils des Fürstentums Neisse 1810 wurde die Herrschaft der Breslauer Bischöfe in diesem Anteil beendet. Nach der Neugliederung Schlesiens 1813 gelangte Ellguth an den Landkreis Grottkau, der zugleich vom Regierungsbezirk Breslau in den oberschlesischen Regierungsbezirk Oppeln eingegliedert wurde. 1845 bestanden im Dorf ein Schloss, eine Betkapelle, eine Brennerei, ein Wirtshaus, eine Scholtisei und 107 weitere Häuser. Damals h 475 Einwohner, allesamt katholisch.Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 117–118. 1855 wurden 666 Einwohner gezählt. 1865 bestanden im Ort eine rittermäßige Scholtisei, elf Bauern, sieben Halbbauern, 39 Gärtner-, 332 Häuslerstellen und 16 Einlieger. Die zweiklassige Schule wurde damals von 169 Schülern besucht.Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien. Breslau 1865, S. 1215 (). 1874 wurde der Amtsbezirk Ellguth gebildet, dem die Landgemeinden Ellguth, Gräditz, Matzwitz und Sarlowitz sowie die Gutsbezirke Ellguth, Gräditz und Matzwitz eingegliedert wurden.Amtsbezirk Ellguth/Neuensee 1885 wurden 613 Einwohner gezählt.Kreis Grottkau. In: agoff.de, AGoFF, abgerufen am 23. Februar 2020.

1929 wurde in Ellguth eine römisch-katholische Kirche errichtet, da die bis dahin genutzte Schlosskapelle dem Bau des Ottmachauer Stausees weichen musste. 1933 lebten in Ellhuth 535 Einwohner, 1939 waren 532 Einwohner. Bis Kriegsende 1945 gehörte der Ort zum Landkreis Grottkau.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Ellguth 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Ligota Wielka umbenannt. 1950 wurde es der Woiwodschaft Opole eingegliedert. Seit 1999 gehört es zum Powiat Nyski. 2006 wurden in Ligota Wielka 357 Einwohner gezählt.Charakterystyka Gminy Otmuchów 2006 (polnisch)

Sehenswürdigkeiten mini|Kirche Matki Bożej Bolesnej (Schmerzensmutter) Die katholische Kirche der Schmerzensreichen Muttergottes wurde 1929 errichtet. 1982 wurde sie zur Pfarrkirche für die Orte Ligota Wielka, Sarnowice (Sarlowitz) und Lubiatów (Lobedau) erhoben. Das Rittergut mit dem Schloss Ellguth war von 1755 bis 1928 im Besitz der Familie Drescher. Danach beherbergte es eine Landwirtschaftsschule. Im Zweiten Weltkrieg wurde es beschädigt und nach 1945 devastiert.

Persönlichkeiten Konstantin Gloger (1745–1814); Abt der Zisterzienserklöster Heinrichau im Fürstentum Münsterberg und Zirc in Ungarn

Literatur Bernhard W. Scholz: Das geistliche Fürstentum Neisse. 2011 Böhlau Verlag Köln Weimar Wien, ISBN 978-3-412-20628-4, S. 349

Weblinks

Historische Aufnahme Kirche Historische Aufnahme und geographische Lage

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Opole Kategorie:Geographie (Gmina Otmuchów) Kategorie:Straßendorf Kategorie:Ort in Schlesien Kategorie:Ersterwähnung 1261