mini|hochkant|Gerd Rokahr Gerd Rokahr (* 17. August 1942 in Hannover) ist ein deutscher Maler, Grafiker und Autor.

Leben und Wirken Gerd Rokahr verbrachte seine Kindheit und Jugend in Esens, Ostfriesland.Susanne Augat: Gerd Rokahr – Landschaften, Menschen und Tiere. Eine Veröffentlichung des Kunsthauses Leer. Oldenburg 2013. S. 64. ISBN 978-3-89995-958-1 Nach einer Lehre als Schaufenstergestalter studierte er Malerei und Graphik an der Staatlichen Kunstschule Bremen bei Winfred Gaul und Karl Heinrich Greune.Axel-Alexander Ziese: In: Allgemeines Lexikon der Kunstschaffenden in der bildenden und gestaltenden Kunst des ausgehenden XX. Jahrhunderts. Abgerufen am 24. September 2015. 1967 erhielt er ein Förderstudium an der Staatlichen Kunstschule Bremen sowie eine „Künstlerförderung“ durch den Senator für das Bildungswesen Bremen.. In: Anzeiger für Harlingerland vom 8. August 2012. Abgerufen am 9. August 2024. Von 1971 bis 2001 war er in Esens als Kunsterzieher und von 1975 bis 1978 als Dozent für Malerei und Graphik an der Kreisvolkshochschule Wittmund tätig. Rokahr ist seit 1976 Mitglied des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK Ostfriesland).BBK Ostfriesland: . Abgerufen am 9. August 2024.

Im Zentrum des künstlerischen Schaffens Gerd Rokahrs steht der Mensch mit seinen Eigenarten. „Mit bisweilen subtilem Humor und in einer unkonventionellen, an die kindliche Ausdrucksweise erinnernden Formensprache übersetzt der Graphiker menschliche Schwächen und Verhaltensweisen in eindrucksvolle Bilder. Auch Träume, das Unbewusste und Geheimnisvolle werden von ihm auf phantasievolle Weise gestaltet. Seine Landschaftsbilder zeigen dagegen die Besonderheiten der Nordseeküste, während die politischen Arbeiten aktuelle gesellschaftliche Konflikte aufgreifen. Das mit der visuellen Wahrnehmung spielende Gesamtwerk zeichnet sich durch Mehrsinnigkeit aus“.Susanne Augat, Leiterin des Kunsthaus Leer zur Ausstellung: Gerd Rokahr: Landschaften, Menschen und Tiere im Kunsthaus Leer. Abgerufen am 24. September 2015.

Als Autor hat sich Gerd Rokahr insbesondere mit der Geschichte der Stadt Esens beschäftigt. In Würdigung seines Engagements verlieh ihm der Stadtrat 1992 den „Silbernen Bären“ der Stadt Esens.Klaus Wilbers (Bürgermeister der Stadt Esens) und Jürgen Buß (Stadtdirektor): Zum Geleit. In: Gerd Rokahr: Eine Chronik der Stadt Esens. Brune-Mettcker-Verlag, Wittmund 2010. ISBN 978-3-87542-075-3. S. 4 Gerd Rokahrs Buch „Die Juden in Esens“, welches 1987 als erste Monographie des Arbeitskreises „Geschichte der jüdischen Gemeinden in Ostfriesland“ bei der Ostfriesischen Landschaft in Aurich erschien, galt nach seiner Veröffentlichung als Vorbild für alle nachfolgenden Monographien des Arbeitskreises.Michaela Ölsner: Land der Entdeckungen. Reise ins jüdische Ostfriesland. Dokumentation zum Kooperationsprogramm. Aurich 2014, S. 28. Ebenso: Hajo van Lengen: Zum Geleit. In: Gerd Rokahr: Die Juden in Esens. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Esens von den Anfängen im 17. Jahrhundert bis zu ihrem Ende in nationalsozialistischer Zeit, Aurich 1987, 1994², ISBN 3-925365-76-1. Sein BuchEine Chronik der Stadt Esens gilt als die erste, wissenschaftlich begründete und umfassende Chronik einer ostfriesischen Stadt.

1987 wurde der „Ökumenische Arbeitskreis Juden und Christen in Esens“ gegründet, den Rokahr bis 1996 als 1. Vorsitzender leitete. 1990 konnte während einer „Woche der Begegnung“ von Juden und Christen aus dem Harlingerland in Esens das „August-Gottschalk-Haus“ als Gedenkstätte und Museum zur Geschichte die Juden in Ostfriesland eingeweiht werden.Gerd Rokahr: Erinnern, nicht verdrängen. Zehn Jahre Ökumenischer Arbeitskreis Juden und Christen in Esens. Esens/Wittmund, 1997, S. 17, 36–74, 117.

Gerd Rokahr lebt und arbeitet als Graphiker und Autor regionalgeschichtlicher Studien in Esens, Ostfriesland.

Gerd Rokahr wurde mit seinem Werk in die „Künstlerdatenbank und Nachlassarchiv Niedersachsen“ aufgenommen.

Ausstellungen (Auswahl) Ölbilder, Zeichnungen und Druckgraphiken von Gerd Rokahr wurden in 19 Einzelausstellungen und 150 Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt.Susanne Augat: Gerd Rokahr – Landschaften, Menschen und Tiere. Eine Veröffentlichung des Kunsthauses Leer. Oldenburg 2013 (ISBN 978-3-89995-958-1). Liste der Einzel- und Gruppenausstellungen von 1965–2012 auf S. 66–70, Detlef Kiesé: Auch in einigen Nachbarländern Kunst gezeigt. Esenser Grafiker Gerd Rokahr beteiligte sich jetzt zum 150. Mal an einer Gruppenausstellung. In: Anzeiger für Harlingerland vom 15. Oktober 2013

Einzelausstellungen 1967: Ölbilder, Zeichnungen und Lithographien, Kabinett für aktuelle Kunst, Bremerhaven 1968: Zeichnungen und Lithographien, Galerie Werkstatt, Bremen 1970: Zeichnungen, Collagen und Druckgraphik, Galerie Beck, Erlangen 1970: Ölbilder und Collagen, Von der Heydt-Museum, Wuppertal 1971: Ölbilder, Collagen und Druckgraphik, Galerie Beck, Erlangen 1973: Collagen und Radierungen, Paula-Becker-Modersohn-Haus, Böttcherstraße, Bremen 1975: Ölbilder, Collagen, Druckgraphik, Theodor-Thomas-Halle, Esens 1982: Druckgraphik, Galerie „Gruppe Grün“, Bremen 1983: Druckgraphik, Einrichtungsstudio Rosebrock, Verden 1985: Druckgraphik, (gemeinsam mit Elsbeth Lange), Ausstellungsraum „Im Giebel“, Esens 1986: Radierungen und Linolschnitte, Galerie in der „Goldschmiede am Markt“, Norden 1998: Druckgraphik, (gemeinsam mit H.- C. Wimmer), Galerie im Borromäus-Hospital, Leer 2002: Linolschnitte, August-Gottschalk-Haus, Esens 2012: Symbolik und Hintersinn, Städtische Galerie „Müllerhaus“, EsensKlaus Händel: Reflexion über zentrale Fragen der Menschheit. Symbolik und Hintersinn – Ausstellung des Esenser Künstlers Gerd Rokahr in der Städtischen Galerie „Müllerhaus“. In: Anzeiger für Harlingerland vom 9. August 2012 2013: Landschaften, Menschen und Tiere, Kunsthaus LeerAndrea Lieder-Hein: Szenenapplaus für die Beschreibung der neuen Bilder. Gerd Rokahr-Ausstellung wurde im Kunsthaus in Leer eröffnet / Zahlreiche Besucher. In: Ostfriesen-Zeitung vom 17. April 2013. 2015: Radierungen zu Texten über jüdisches Leben in Ostfriesland, August-Gottschalk-Haus, EsensDetlef Kiesé: Jüdisches Leben mit der Radiernadel interpretiert. Ausstellung. Gerd Rokahr schuf beeindruckende Arbeiten zu Texten über jüdisches Leben in Ostfriesland. In: Anzeiger für Harlingerland vom 7. September 2015

Gruppenausstellungen 1965: Junge Stadt sieht junge Kunst, Stadthalle Wolfsburg 1966: 54. Herbstausstellung niedersächsischer Künstler, Kunstverein Hannover 1967: 128. Frühjahrsausstellung, Kunstverein Hannover 1967: Bremer und Schweizer Künstler, Galerie Alioth, Basel 1967: Deutscher Kunstpreis der Jugend, Städtische Galerie Bochum, Kunsthalle Mannheim, Rijksmuseum Twenthe, Enschede 1967: Künstler des Landes Bremen, Kunsthalle Bremerhaven 1968: Große Kunstausstellung (Neue Gruppe), Haus der Kunst, München 1969: Herbstsalon, Haus der Kunst, München 1969–1971: 3. Almanach der Galerie im Centre, Galerie im Centre, Göttingen, Galerie K 276, Amsterdam, Galerie van Hulsen, Leeuwarden 1970: Wilhelmshavener Künstler, Kunsthalle Wilhelmshaven 1971: Gruppenarbeiten (Dokumentation), Kunsthalle Baden-Baden 1971: 59. Herbstausstellung niedersächsischer Künstler, Kunstverein Hannover 1972, 1973: Nürnberger Galerietage, Kunsthalle Nürnberg 1973: Neue Kunst in Ostfriesland VI, Rathausfestsaal Emden 1973: Bertrand Russell Centenary International Art Exhibition and Sale, Bertrand Russell House, Nottingham (Vereinigtes Königreich) 1973: 6. Internationale Triennale für farbige Druckgraphik, Kunstgesellschaft Grenchen 1974: Kunst in Bremen 1974, Kunsthalle Bremen 1974: Biennale Ibiza, Museo de Arte contemporáneo, Ibiza, Spanien 1975: 6. Biennale der Ostseestaaten, Kunsthalle Rostock 1975/1976: Grabadores Alemánes en la Bienal de Ibiza, Institutos Alemánes en España, (Madrid, Barcelona, Soria in Spanien) 1976: Niedersächsische Künstler stellen aus, Kurparkhalle Cuxhaven-Döse; Teilnahme an weiteren Ausstellungen des BBK Niedersachsen (Bezirksgruppe Ostfriesland): 1977, 1980–1983, 1996–1999, 2001 1976: Spiel, Roemer-Pelizaeus-Museum, Hildesheim 1977: Hommage á Cassel, Kunsthochschule Kassel 1979: Kunst aus Ostfriesland, Kulturzentrum Stadskanaal, Theaterzentrum Veendam, Radio Noord, Groningen, Rathaus Warsingsfehn, Rathaus Rhauderfehn, Haneburg, Leer 1981: Internationaler Stempelworkshop, Weserburg, Museum für moderne Kunst, Bremen 1982: Küstenlandschaften – Landschaftsmalerei zwischen Emden und Hamburg, Holsteins Gulfhof, Aurich 1983: Menschen und Gesichter, De Oosterpoort, Groningen, Kerkje Oude Schans, Kulturzentrum Molenberg, Delfzijl, Schule im Spiet, Norden, Grundschule Carolinensiel, Hermann-Tempel-Schule, Ihlow 1984: Livelovelovelive, Mailheart Exhibition, Linköping 1984: Stadt zum Leben – Town to live in, Galerie Sohle 1, Bergkamen, Galerii Klubu Dziennikarzy, Krakau 1984: Gesammelte Angst, Rathaus Stuttgart, Kulturzentrum Alte Hauptfeuerwache, Mannheim; Dimock Gallery, George Washington University, Washington, D.C., Kunstverein Leonberg (1985); Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin (1990) 1985: Ostfriesische und emsländische Künstler stellen in den Niederlanden aus, Kreativiteitscentrum De Barak, Stadskanaal 1986: Segni di esperienze urbane, Laboratorio artistico, Lucca, Italien 1986: Peace Project ’86, Young men and women house, Kyoto City Fushimi, Japan 1987: 1st International Mailart Manifest, Kunstforening Trondheim, Kunstforening Bergen, Heni-Onstad-Kunstsenter, Oslo (alle Norwegen) 1991: Schwarz / Weiß Gemachtes, Galerie Perspektive, Wilhelmshaven 1995: Sarajevo-Chechnya-Rwanda, Pryzmat Gallery, Krakau (Polen) 1996: Aufbruch einer Szene – Bremen 1963–67, Städtische Galerie Bremen im Buntentor, Bremen 2004: Boßeln – eine Kunst, Güterschuppen Westerstede 2012: Privatbesitz. Kunstsammlungen Bremer Künstlerinnen und Künstler, Städtische Galerie im Buntentor, BremenPrivatbesitz. Kunstsammlungen Bremer Künstlerinnen und Künstler. Ausstellung in der Städtischen Galerie Bremen, 30. September bis 11. November 2012. Einladungskarte mit den Namen aller ausstellenden Künstlerinnen und Künstler. 2012: Kleines Format – Kleiner Preis, Galerie Nordbrücke, WiesmoorChristian Behrends: Ausstellung: Der Name ist Programm. 25. Ausstellung noch bis Jahresende im „Nordbrücke“-Kunsthaus. In: Anzeiger für Harlingerland vom 5. Dezember 2012

Werke in öffentlichem Besitz Zahlreiche Arbeiten Gerd Rokahrs befinden sich heute in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland, unter anderem der Hochschule für Künste, Bremen, beim Senator für das Bildungswesen, Bremen, dem „Artist’s Books Archive“, Edewecht, und „The State Museum“ in Majdanek, Lublin.Manfred Schütz: Äußerer Erfolg interessiert wenig. Der Grafiker Gerd Rokahr aus Esens sucht vor allem seine innere Selbstbestätigung. In: Ostfriesen-Zeitung (Leer), 12. vom 1996. Ebenso: Axel-Alexander Ziese: In: Allgemeines Lexikon der Kunstschaffenden in der bildenden und gestaltenden Kunst des ausgehenden XX. Jahrhunderts. Abgerufen am 9. August 2024 und: . In: Anzeiger für Harlingerland vom 8. August 2012. Abgerufen am 9. August 2024. Mit seiner 330 Arbeiten umfassenden Rokahr-Sammlung verfügt das Kunsthaus Leer über einen umfangreichen Bestand an Ölbildern, Collagen, Zeichnungen und vor allem Druckgraphik des ostfriesischen Malers und Graphikers.Susanne Augat: Gerd Rokahr – Landschaften, Menschen und Tiere. Eine Veröffentlichung des Kunsthauses Leer. Oldenburg 2013. ISBN 978-3-89995-958-1. S. 9 Weitere 265 seiner Werke übergab Rokahr im März 2025 dem Museum Leben am Meer in Esens.

Veröffentlichungen (Auswahl) Eine Auswahl an Literatur von und über den Künstler Gerd Rokahr, die von ihm illustrierten Bücher sowie seine regionalgeschichtlichen Veröffentlichungen ist im Katalog der Landschaftsbibliothek in Aurich zu finden.

Bildende Kunst