mini|Max Schoeller Max Schoeller (* 28. Juli 1865 in Düren; † 1943) war ein deutscher Zuckerfabrikant und Ethnologe.
Familie Max Schoeller entstammte der Dürener Unternehmerfamilie Schoeller. Sein Vater war Alexander Paul Schoeller (1837–1892), Gründer der Zuckerfabrik Jülich. Seine Mutter war Adele, geb. Carstanjen. Der Geheime Kommerzienrat Leopold Schoeller war sein Großvater. Rudolf Wilhelm Schoeller und Leopold Schoeller waren seine Onkel. Er war verheiratet mit Elisabeth „Elly“ Wessel (1883–1929), die laut Familienchronik eine uneheliche Tochter Friedrich III. war. Der Verpackungsindustrielle Max Alexander Schoeller (1911–1973) war ihr gemeinsamer Sohn. Dieser heiratete später Christina von Miller, einer Enkelin von Oskar von Miller. Aus dieser Ehe stammt der Unternehmer Martin Alexander Schoeller (* 1958).Jubiläumsbuch der Schoeller Group (PDF; 21 MB) auf schoeller.org
Leben Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Köln und Düren studierte Max Schoeller Chemie an der Technischen Hochschule Karlsruhe, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. In Karlsruhe wurde er Mitglied des Corps Bavaria.Anschriftenliste des Weinheimer SC. 1928, S. 220. 1890 wurde er in Freiburg zum Dr. phil. promoviert. Anschließend übernahm er bis 1891 eine Tätigkeit in der Zuckerfabrik Schoeller & Skene. 1892 wurde er Vorstandsmitglied der Zuckerfabrik Jülich, Alex. Schoeller & Co. AG. Des Weiteren war er Aufsichtsratsvorsitzender der Sudenburger Maschinen AG, der Berliner Hypothekenbank AG und der Rath, Schoeller & Skene AG.
Nach einer ersten längeren Studienreise 1893 nach Ägypten und Kleinasien unternahm Schoeller 1894 eine wissenschaftliche Expedition nach der Colonia Erythrea in Nordabessinien, auf der er von Georg Schweinfurth und Alfred Kaiser begleitet wurde. Anschließend unternahm er von 1896 bis 1897 eine etwa einjährige wissenschaftliche Großexpedition nach Äquatorial-Ostafrika und Uganda. Zu seinen Begleitern gehörten abermals Alfred Kaiser sowie Carl Georg Schillings. 1897 führte ihn eine dritte Expedition nach Südafrika und Rhodesien. Den Großteil seiner umfangreichen ethnologischen und ethnographischen Sammlung vermachte Schoeller dem Ethnologischen Museum in Berlin. Einen anderen Teil, vor allem Objekte von der ostafrikanischen Küste, aus Pangani, aus Arusha, aus der Gegend um den Kilimandscharo und aus Meru schenkte er 1898 dem Linden Museum in Stuttgart. Der dritte Teil ging an das Völkerkundemuseum in Wien.
Nach seiner Rückkehr 1898 nach Deutschland widmete sich Schoeller kolonialen Interessen. Von 1900 bis 1910 war er Mitglied des Kolonialrats. Außerdem war er Vorsitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaft Nordwest-Kamerun, der Kaffeeplantage Sakarre AG, der Ostafrikanischen Bergwerks- und Plantagen AG und der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft.
Auszeichnungen und Ehrungen Eisernes Kreuz II. Klasse Roter Adlerorden 4. Klasse Friedrichs-Orden 3. Klasse Orden der Eisernen Krone (Österreich) 3. Klasse (jedoch ohne eine Erhebung in den Adelstand) Orden der Krone von Italien 3. Klasse Herzoglich Sachsen-Ernestinischer Hausorden 4. Klasse mit Schwertern Erlöser-Orden 4. Klasse Medschidije-Orden 2. Klasse mit Stern Komtur des Ordem de Nossa Senhora da Conceição de Vila Viçosa Sonnen- und Löwenorden 2. Klasse mit Stern Türkische Medaille für Kunst und Wissenschaft Namensgeber für die von Georg Schweinfurth erstbeschriebenen Aloe schoelleri
Schriften Zur Kenntnis des o-Chlorchinolins und seiner Derivate, 1890 Mittheilungen über meine Reise in der Colonia Erythrea, Nordabessinien, 1895 Mitteilungen über meine Reise nach Äquatorial-Ostafrika und Uganda (drei Bände)
Literatur Schoeller, Max. In: Robert Volz: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 2: L–Z. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1931, , S. 1687–1688. Schoeller, Max. In: Georg Wenzel: Deutscher Wirtschaftsführer. Lebensgänge deutscher Wirtschaftspersönlichkeiten. Ein Nachschlagebuch über 13000 Wirtschaftspersönlichkeiten unserer Zeit. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg/Berlin/Leipzig 1929, , Sp. 2020.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Industrieller Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert) Kategorie:Unternehmer (20. Jahrhundert) Kategorie:Ethnologe Kategorie:Autor Kategorie:Aufsichtsratsvorsitzender (Deutschland) Kategorie:Afrikaforscher Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Träger des Friedrichs-Ordens (Ritter) Kategorie:Träger des Ordens der Eisernen Krone (III. Klasse) Kategorie:Träger des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens (Ritter II. Klasse) Kategorie:Träger des Mecidiye-Ordens Kategorie:Träger des Erlöser-Ordens (Ritter) Kategorie:Träger des Ordens der Krone von Italien (Offizier) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Max Kategorie:Person (deutsche Kolonialgeschichte) Kategorie:Person (Zuckerherstellung) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1865 Kategorie:Gestorben 1943 Kategorie:Mann