Creysse (, ) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Creyssois und Creyssoises genannt.

Geografie

Creysse liegt etwa sechs Kilometer ostnordöstlich von Bergerac am Südufer der Dordogne in der Région naturelle des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Die Gemeinde besitzt kein eigentliches Zentrum. Kirche und Bürgermeisteramt befinden sich in einem als Straßendorf entwickelten Dorf. Das Gemeindegebiet wird außer von der Dordogne vom Caudeau entwässert, der es im Norden begrenzt, sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Creysse liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, aus einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, anderen aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine bis auf die Gebiete entlang der nördlichen und östlichen Gemeindegrenze kaum bewaldete, gewellte Hügellandschaft, deren Erhebungen erst nach Norden hin auf Höhen über gelangen. Der topografisch höchste Punkt der Gemeinde mit Höhe ist auch dort in der Nähe des Lieu-dits La Borde zu finden. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Südwesten mit Höhe beim Austritt der Dordogne aus dem Gemeindegebiet. Kirche und Bürgermeisteramt liegen am rechten Ufer der Dordogne auf etwa Höhe.

Etwa 47 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, inklusive etwa 12 % auf Flächen mit Dauerkulturen, wie beispielsweise Weinberge, etwa 26 % sind bewaldet, etwa 18 % entfallen auf bebaute Flächen, etwa 7 % auf Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen und etwa 3 % auf Binnengewässer.

Umgeben wird Creysse von den sechs Nachbargemeinden:

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Creysse Naturrisiken manifestieren sich in Creysse neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Dordogne Dürren Waldbrände Bodensetzungen.

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1996, 1999 und 2024 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

In einem Großteil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.

Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 80 % des Gemeindegebiets von einer mittleren, vor allem aber von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1991, 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Bort-les-Orgues, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter) im Département Corrèze, das seit 2009 einem sogenannten Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesen Staudämmen der Klasse A und mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch eines dieser Bauwerke entstünde.

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes erschien erstmals zu Beginn des 12. Jahrhunderts in der heutigen Schreibweise sowie als Croicha (1107). In der Folge sind einige Varianten belegt: Crossia (1197), Crayscha (13. Jahrhundert) und Creyscha (1382). Das Wort stammt von dem Namen einer gallorömischen Person Croceus, villa, impliziert Crocea villa (). Crocus war ein Familienname in antiken Rom, als gebräuchliches Wort bezeichnete es im Lateinischen den Safran, eine Krokus-Art.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 127–128

Im Gemeindegebiet wurden zahlreiche prähistorische Stätten freigelegt, darunter bedeutende Zeugnisse menschlicher Besiedlung aus dem Acheuléen (Barbas I), dem Châtelperronien (Freilandfundstätte Canaule II) und dem Solutréen (Grateloup). Ein Jäger- und Sammlerlager aus der Jungsteinzeit wurde 2024 am Lieu-dit Les Rivelles entdeckt.

Ein Priorat, das der Abtei La Sauve-Majeure unterstand, wird in Creysse erwähnt.

Im Jahr 1575 erbeuteten Hugenotten die Reliquien des heiligen Fronto von Périgueux, brachten sie zum Schloss Tiregand und warfen sie dann in die Dordogne.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde in Creysse ein Arbeiterlager errichtet, um die vom Militär eingezogenen französischen Arbeiter der Sprengstofffabrik in Bergerac zu ersetzen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ließen die Deutschen auf ihrem Rückzug Tausende Russen zurück, die sie deportiert oder gefangen genommen hatten. Von Januar bis August 1945 waren 1550 von ihnen in einem Lager in Creysse, dem sogenannten „Bikini-Lager“, untergebracht, bevor sie in die Sowjetunion zurückkehrten.

Im Jahr 1956, nach dem Ende des Indochinakrieges, wurden Tausende von Personen aus Indochina nach Frankreich repatriiert und dann auf mehrere Camps d’accueil des rapatriés d’Indochine, (CARI) verteilt, die später zu Aufnahmelagern für Franzosen aus Indochina (CAFI) wurden, darunter eines in Creysse.

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Schloss Tiregand aus dem 18./19. Jahrhundert mit Park, Nebengebäuden und Spuren der früheren Bebauung, seit 2002 als Monument historique eingeschrieben Schloss Le Roc aus dem 15. Jahrhundert mit Umgestaltung im 19. Jahrhundert Kirche Notre-Dame-de-la-Nativité aus dem 18. Jahrhundert

Bildung Die Gemeinde verfügt über die öffentliche Vorschule (École maternelle) „Maurice Albe“ und eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 754 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Creysse erwerbstätig, entsprechend 75,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (77,1 %) höher war als bei den Frauen (73,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 89 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (133). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 16,9 % (2016) auf 11,8 % (2022), in der Altersklasse von 15- bis 24-Jährigen um 23,2 %.

Branchen und Betriebe 291 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Creysse wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt291Fertigung, Bergbau und andere Industrien268,9 %Baugewerbe3813,1 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie11539,5 %Finanzen und Versicherungen124,1 %Immobilien113,8 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten289,6 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln3211,0 %Andere Dienstleistungen2910,0 %

Landwirtschaft Creysse liegt in den Zonen AOC und geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) der Weine: Bergerac blanc, rosé und rouge, Côtes de Bergerac blanc und rouge, Rosette und Pécharmant.

Im Jahr 2020 war der Weinbau der wichtigste Zweig der Landwirtschaft in Creysse. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 22 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 14 im Jahr 2000 und auf 10 im Jahr 2010 und im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 54,5 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 486 Hektar im Jahre 1988 auf 325 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb vergrößerte sich von 22,1 Hektar auf 32,5 Hektar.

Radwanderweg Der Radwanderweg V56 von Metz nach Estérençuby (Département Pyrénées-Atlantiques) durchquert das Gemeindegebiet. Er folgt der Via Lemovicensis, einem der vier Jakobswege in Frankreich.

Verkehr Die zur Departementsstraße D 660 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 660 durchquert das Gebiet der Gemeinde entlang der Dordogne und verbindet die Gemeinde mit Bergerac im Westen und Lalinde über Mouleydier in östlicher Richtung. Die Nationalstraße N 21 durchquert Creysse als Umfahrung von Bergerac und kreuzt die D 660 im Südwesten. Die D 32 und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Creysse mit den Weilern der Gemeinde und weiteren Nachbargemeinden.

Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Creysse mit Bergerac, Lalinde und mit Beaumontois en Périgord.

Die Bahnstrecke Libourne–Buisson wird entlang der Dordogne geführt und durchquert Creysse ohne Haltepunkt.

Gemeindepartnerschaft Mit der kanadischen Gemeinde Saint-Alphonse-Rodriguez in der Provinz Québec besteht eine Partnerschaft.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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