Jörg Gillner (* 1943 in Berlin) ist ein deutscher Schauspieler, Synchron- und Hörspielsprecher.
Leben Der gelernte Werkzeugmacher Jörg Gillner fand nach seiner Militärzeit den Weg zur Bühne. Er wirkte zunächst an einem Ost-Berliner Arbeitertheater, einem Amateurtheater mit professionellen Strukturen. Später nahm Gillner Schauspielunterricht, besuchte die Filmhochschule Babelsberg und studierte Germanistik. Daran anschließend begann er, die Schauspielerei zu seinem Beruf zu machen.Bernd Lubowski: Jörg Gillner kämpft im Thalia mit den Engeln, Hamburger Abendblatt vom 5. Januar 1982, abgerufen am 16. September 2015, abgerufen am 16. September 2015 Gillner war u. a. 1977 im Theater der Freundschaft zu sehen, abgerufen am 16. September 2015 und hatte ein Engagement am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin, wo er gemeinsam mit Jürgen Gosch und Klaus Brasch einer Studie zufolge von der damaligen Dramaturgin Bärbel Jaksch in ihrer Eigenschaft als IM der DDR-Staatssicherheit bespitzelt und denunziert wurde., abgerufen am 16. September 2015 Zuletzt war Gillner an der Volksbühne Berlin tätig, ehe er im März 1981 mit seiner Familie nach West-Berlin übersiedelte. Sein erstes Engagement in der Bundesrepublik erhielt er am Hamburger Thalia Theater, an das er vom damaligen Intendanten Peter Striebeck verpflichtet wurde. Hier stand er u. a. als Patriarch in Lessings Nathan der Weise und unter der Regie von Pavel Kohout in dessen Stück Maria kämpft mit den Engeln auf der Bühne. 1982 gab er dort den Diener Valerio in Leonce und Lena von Georg BüchnerMathes Rehder: Ein Schleier aus süßer Schläfrigkeit, Hamburger Abendblatt vom 10. April 1982, abgerufen am 16. September 2015, 1983 war er neben Holger Mahlich in Bertolt Brechts Flüchtlingsgespräche in der Regie von Peter Maertens zu sehen.Dalida straft ihr Geburtsdatum Lügen, Hamburger Abendblatt vom 20. Oktober 1983, abgerufen am 16. September In der Spielzeit 2005/06 gastierte er am Theater Lüneburg als Theatermacher in Thomas Bernhards gleichnamigem Stück.Website des Schauspielers Harro Korn, abgerufen am 16. September 2015, abgerufen am 16. September 2015
Bereits zu DDR-Zeiten hatte Jörg Gillner in einer Folge der Serie Geheimkommando Ciupaga 1968 sein Debüt vor der Kamera gegeben. Er spielte weiter in Serien wie Der Staatsanwalt hat das Wort und Polizeiruf 110, ehe er ab Mitte der 1980er Jahre auch in bundesdeutschen Produktionen besetzt wurde. Hier sah man ihn mehrfach im Großstadtrevier und einigen Tatort-Episoden, ferner hatte er Gastrollen in der Krimiserie Die Männer vom K3, in Unsere Hagenbecks oder Frauenarzt Dr. Markus Merthin.
Jörg Gillner arbeitet daneben umfangreich in der Synchronisation. In neueren Synchronfassungen war er die deutsche Stimme von Barton MacLane in dem Film Fluß der Wahrheit und J. Farrell MacDonald in Vertauschtes Glück, synchronisierte James Hong in Latin Dragon oder Michele Soavi in einem Cameoauftritt in dessen Film The Church. Daneben lieh Gillner seine Stimme verschiedenen Kollegen in Episoden unterschiedlicher Fernsehserien, so Geoffrey Lewis in Dr. House oder Michael Fairman in King of Queens.
Neben einer Reihe von Hörfunkproduktionen für den Norddeutschen Rundfunk ist Gillners Stimme insbesondere einem überwiegend jugendlichen Publikum durch seine Mitwirkung in zahlreichen Hörspielfolgen von Ein Fall für dich und das Tiger-Team, TKKG und Die drei ??? bekannt. In der Reihe Tweenies fungiert er als Erzähler bzw. in der Rolle des Max.
Jörg Gillner war daneben eine Zeit lang als Dozent an der Freien Schauspielschule Hamburg tätig., abgerufen am 16. September 2015
Filmografie (Auswahl) 1968: Geheimkommando Ciupaga (Teil 3) 1968: Mohr und die Raben von London 1969: Unterwegs zu Lenin 1969: Der Staatsanwalt hat das Wort – Die Falschmeldung (Fernsehreihe) 1970: Im Spannungsfeld 1970: Der Streit um den Sergeanten Grischa 1972: Leichensache Zernik 1973: Die Hosen des Ritters von Bredow 1974: Johannes Kepler 1975: Lotte in Weimar 1977: Drei kleine Nachtgeschichten 1978: Glücksperlen 1978: Brandstellen 1979: Des Henkers Bruder 1979: Abschied vom Frieden (Teil 1) 1979: Polizeiruf 110: Barry schwieg (Fernsehreihe) 1981: Verflucht und geliebt 1985: Der eiserne Weg – Die letzte Reise 1987: Gegen die Regel 1987: Die Kolonie 1988: Fifty-Fifty 1989: Großstadtrevier – Eine böse Überraschung 1990: Tatort: Zeitzünder (Fernsehreihe) 1991: Eurocops – Geständnis eines Toten 1991: Unsere Hagenbecks – Freud' und Leid 1992: Die Männer vom K3 – Zu hoch gepokert 1992: Deutschfieber 1992: Tatort: Stoevers Fall 1993: Großstadtrevier – Der Besuch 1993: Freunde fürs Leben (3 Folgen) 1994: Hagedorns Töchter (4 Folgen) 1994: Großstadtrevier – Manege frei 1995: Die Männer vom K3 – Geschäft mit dem Tod 1996: Tatort: Fetischzauber 1997: Frauenarzt Dr. Markus Merthin – Gut beraten 1998: König auf Mallorca 1998: Großstadtrevier – Feiglinge 1999: Gloomy Sunday – Ein Lied von Liebe und Tod 1999: Zwei Männer am Herd – Die Prüfung 2006: Die Frau am Ende der Straße 2007: Einfache Leute 2007: Doktor Martin – Ein Mann sieht rot
Theater 1970: Werner Bernhardy: Blaues Blut und zarte Pelle (Kronprinz) – Regie: Gerd Staiger (Hans Otto Theater Potsdam)
Hörspiele 1987: Wer liebt, der fällt – Regie: Hans Rosenhauer 1987: Der stumme Schrei – Regie: Hans Rosenhauer 1987: Big Fish (1. Teil: Kleine Fische) – Regie: Hans Gerd Krogmann 1987: Juni-Winter – Regie: Hans Rosenhauer 1990: Die Schipper-Kids (4. Teil: Die Schipper-Kids und der doppelte Verdacht) – Regie: Hans Helge Ott 1993: Lügenwasser – Regie: Ursula Weck 1998: Wo bin ich? – Regie: Christiane Ohaus 1998: Dann eines Nachmittags – Regie: Alfred Behrens 1998: Das Geheimnis der singenden Steine – Regie: Jeskow von Schwichow 1998: Du sollst nicht begehren – Regie: Corinne Frottier 2000: Das Handbuch der Inquisitoren (1. u. 2. Teil) – Regie: Norbert Schaeffer 2005: Menschenopfer unerhört (2. Teil: Abschaum der Erde) – Regie: Norbert Schaeffer 2007: Das Evangelium nach Jesus Christus (1. u. 2. Teil) – Regie: Hans Gerd Krogmann
Weblinks
Jörg Gillner bei Hörspielland
Einzelnachweise
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