Eva Hörbiger (* 18. August 1938 in Salzburg; † 15. Mai 2012 in Bribir, Gemeinde Novi Vinodolski, Kroatien) war eine österreichische Schauspielerin.
Leben Hörbiger stammte aus der berühmten österreichischen Schauspielerfamilie Hörbiger.Eva Hörbiger ist wieder da in: Augsburger Allgemeine vom 15. Juni 2010. Abgerufen am 15. September 2015 Ihr Vater, Hans Robert Hörbiger, war ein Bruder der Schauspieler Paul Hörbiger und Attila Hörbiger.
Sie hatte Engagements als Theaterschauspielerin in Österreich und Deutschland. In der Spielzeit 1970/71 war sie am Landestheater Salzburg engagiert.Eva Hörbiger. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1971. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 79. Jg., Hamburg 1971, S. 524 und S. 692 (Register). In der Spielzeit 1971/72 war sie an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach verpflichtet.Eva Hörbiger. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1972. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 80. Jg., Hamburg 1972, S. 409 und S. 738 (Register). In der Spielzeit 1972/73 folgte ein Engagement am Theater Oberhausen.Eva Hörbiger. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1973. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 81. Jg., Hamburg 1973, S. 431 und S. 704 (Register). Ab der Spielzeit 1973/74 war sie bis einschließlich der Spielzeit 1976/77 festes Ensemblemitglied am Stadttheater Ingolstadt.Eva Hörbiger. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1974. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 82. Jg., Hamburg 1974, S. 353 und S. 738 (Register).Eva Hörbiger. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1977. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 85. Jg., Hamburg 1977, S. 208 und S. 870 (Register). In der Spielzeit 1975/76 spielte sie dort die Rolle der Daja in Nathan der Weise neben Ernst Fritz Fürbringer in der Titelrolle. 1977 gastierte sie bei den Bad Hersfelder Festspielen.Eva Hörbiger. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1978. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 86. Jg., Hamburg 1978, S. 210 und S. 893 (Register).
Danach wandte sie sich der damals aufstrebenden freien Theaterszene zu. 1977 gründete sie gemeinsam mit Norbert Kentrup, Gregor Lawatsch, Wilfried Weber und Claudia von Braunmühl die „Mobile Rhein Main Theater GmbH“ als Plattform für ein „freies Theater“.Beginn des 'Freien Theaters' in Deutschland. Einfluss der internationalen Szene. Selbstbestimmung; Offizielle Internetpräsenz Shakespeare und Partner. Abgerufen am 15. September 2015 Mit ihrer eigenen Theatergruppe gastierte Hörbiger in ganz Deutschland mit Stücken zu den gesellschaftlichen Schwerpunkten „Arbeitswelt“ und „Politik“.Theater-Experiment:? Ein Stück für den Blaumann 1. „Trau keiner Woche über 35“ (Stunden) in: Hamburger Abendblatt vom 27. April 1979. Abgerufen am 15. September 2015Eva Hörbiger. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1981. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 89. Jg., Hamburg 1981, S. 162 und S. 910 (Register). Als Geschäftsführerin der „Mobile Rhein Main Theater GmbH“ realisierte Hörbiger Theaterstücke u. a. zu den Themen Zensur, Arbeitslosigkeit, zum Stahlarbeiterstreik und der Diskriminierung von Frauen.
Im Mai 1984 wirkte sie am Staatstheater Darmstadt in der Uraufführung von Jürg Amanns Büchners Lenz. Ein Stück (Regie: Jasmine Hoch) in der Rolle der Pfarrerin mit.Rudolf Krämer-Badoni: Darmstadt: „Büchners Lenz“ von Jürg Amann. Mit Dramen gescheitert. Aufführungskritik. In: WELT vom 26. Mai 1984, Seite 23. Abgerufen am 22. Februar 2025 In der Spielzeit 1984/85 gastierte sie unter der Regie von Friedo Solter als Daja in Nathan der Weise am Staatstheater Darmstadt.NATHAN DER WEISE. Programmheft, Staatstheater Darmstadt, Spielzeit 1984/85. Inszenierung: Friedo Solter. Mit Wolf Flüs (Nathan), Rainer Friedrichsen, Alexandra Tichy, Eva Spott, Eva Hörbiger, Uwe Eric Laufenberg, Georg Marin, Hagen Marks, Peter Hackenberger. Abgerufen am 22. Februar 2025. Im Oktober 1988 trat sie anlässlich der Eröffnung des Stadttheaters Neuburg an der Donau als Hauptdarstellerin in einer Bühnenfassung von Anna Wimschneiders Autobiografie Herbstmilch – Lebenserinnerungen einer Bäuerin auf, Hörbiger hatte die Bühnenfassung auch selbst erstellt.Eva Hörbiger liest Emmi Böck - „ein Herzensanliegen“; Veranstaltungshinweis vom November 2008; mit biografischen/Künstlerischen Details. Abgerufen am 15. September 2015Herbstmilch-Star liest Emmi Böck in: Donaukurier vom 21. November 2008. Abgerufen am 15. September 2015
In den 1990er Jahren war Hörbiger festes Ensemblemitglied am Theater Erlangen. Sie trat dort u. a. als Mutter in Am Ziel (Spielzeit 1991/92; neben Adele Neuhauser als Tochter), als Hekabe in Troerinnen (Spielzeit 1996/97) und als Mrs. Peachum in Brecht/Weills Die Dreigroschenoper (Spielzeit 1996/97) auf.Programmhefte Theater Erlangen. Im September 1996 erhielt sie, gemeinsam mit dem Ingolstädter Schauspieler Martin Hofer, den Theaterpreis des Theaters Erlangen.Chronik der Stadt Erlangen / Chronik 1996. Eintrag vom 28.09.1996: „Während der Premierenfeier zu der Aufführung „Die Troerinnen“ erhalten Martin Hofer und Eva Hörbiger, beide im Erlanger Ensemble, den zum dritten Mal vergebenen Erlanger Theaterpreis.“ Abgerufen am 22. Februar 2025 In der Spielzeit 1991/92 (in Liebe und Magie in Mammas Küche von Lina Wertmüller) und in der Spielzeit 1993/94 hatte sie jeweils ein Gastengagement am Stadttheater Ingolstadt.
Gelegentlich war Hörbiger auch für Film und Fernsehen tätig. Sie hatte Nebenrollen in den Fernsehfilmen Wildfeuer (1991; als ungebildete Mutter der Heimatdichterin Emerenz Meier) und in Madame Bäurin (1992; als Reisertalerin). 1995 war sie in dem Theaterstück Der müde Theodor, einer Fernsehproduktion des Bayerischen Rundfunks aus der Reihe Der Komödienstadel zu sehen; sie spielte das Dienstmädchen Marie.Der Komödienstadel: Der müde Theodor. Handlung und Besetzung. Abgerufen am 15. September 2015 1996 hatte sie eine Episodenrolle in der Fernsehserie Der Bergdoktor.
1978 wirkte sie in einer ORF-Hörspielbearbeitung von Bertolt Brechts Furcht und Elend des Dritten Reiches mit.Furcht und Elend des Dritten Reiches. Produktionsdetails und Besetzung. Abgerufen am 22. Februar 2025.
In den letzten Jahren war Hörbiger vor allem als Rezitatorin tätig, u. a. mit Die Donau von Claudio Magris und insbesondere mit Texten aus dem Sagenbuch von Emmi Böck, mit der Hörbiger viele Jahre auch befreundet war.Eva Hörbiger liest im Stadttheater in: Augsburger Allgemeine vom 21. November 2008. Abgerufen am 15. September 2015 Es finden sich zahlreiche Lesetermine mit Hörbiger bis Mai 2011. Veranstaltungshinweis. Buchhandlung Dombrowsky. Abgerufen am 15. September 2015Schaurig schöner Abend im Bauernhausmuseum Amerang. In: bezirk-oberbayern.de, Mai 2011, abgerufen am 15. März 2021 1976 initiierten Emmi Böck und Eva Hörbiger in Ingolstadt gemeinsam die Bürgerinitiative „Anti-Smog“, um der Luftverschmutzung durch die zahlreichen in Ingolstadt ansässigen Raffinerien entgegenzuwirken.. Abgerufen am 15. September 2015
Hörbiger lebte zuletzt in der früheren Schilchermühle in Neuburg an der Donau sowie in Bribir im Nordwesten Kroatiens, wo sie sich künstlerisch als Malerin betätigte. in: Augsburger Allgemeine vom 25. Jänner 2013. Sie starb 2012 in ihrer kroatischen Wahlheimat.
Filmografie (Auswahl) 1975: So oder so ist das Leben (Kinofilm) 1978: Notsignale (Fernsehserie; Folge: Eine Frau mit Verantwortung) 1991: Wildfeuer (Fernsehfilm) 1992: Madame Bäurin (Fernsehfilm) 1995: Der Komödienstadel: Der müde Theodor (Fernsehreihe, Theateraufzeichnung) 1996: Der Bergdoktor (Fernsehserie; Folge: Schicksalswege)
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