Der Hammerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurde am 4. und 7. September 1972 im Olympiastadion München ausgetragen. 31 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde Anatolij Bondartschuk aus der Sowjetunion. Die Silbermedaille gewann Jochen Sachse aus der DDR, Bronze ging an Wassili Chmelewski aus der Sowjetunion.

Für die Bundesrepublik Deutschland – offiziell Deutschland – gingen Uwe Beyer, Edwin Klein und Karl-Hans Riehm an den Start. Alle drei erreichten das Finale. Beyer wurde Vierter, Klein Siebter und Riehm Zehnter. Neben Silbermedaillengewinner Sachse nahm Reinhard Theimer für die DDR teil. Auch er erreichte das Finale und belegte Platz dreizehn. Der Österreicher Peter Sternad wurde im Finale Siebzehnter. Athleten aus der Schweiz und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord76,40 mWalter Schmidt ()Lahr/Schwarzwald, BR Deutschland4. September 1971, sport-record.de (englisch)Olympischer Rekord73,36 mGyula Zsivótzky ()Finale OS Mexiko-Stadt, Mexiko17. Oktober 1968

Rekordverbesserung Der sowjetische Olympiasieger Anatolij Bondartschuk verbesserte den bestehendem olympischen Rekord im Finale am 7. September mit seinem ersten Wurf um 2,14 m auf 75,50 m. Den Weltrekord verfehlte er damit um neunzig Zentimeter.

Durchführung des Wettbewerbs Die Athleten traten am 4. September in zwei Gruppen zu einer Qualifikationsrunde an. Zwanzig von ihnen – hellblau unterlegt – erreichten die direkte Finalqualifikationsweite von 66,00 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern deutlich übertroffen.

Im Finale am 7. September hatte jeder Athlet zunächst drei Versuche. Den besten acht Teilnehmern standen anschließend weitere drei Würfe zu.

Zeitplan 4. September, 10:30 Uhr: Qualifikation 7. September, 16:50 Uhr: FinaleOffizieller Report 1972: Die Spiele, Band 3: Die Wettkämpfe (PDF; 28.754 KB) S. 43 (englisch, französisch, deutsch), abgerufen am 2. Oktober 2021.

Qualifikation Datum: 4. September 1972, ab 10:30 UhrOffizieller Report 1972: Die Spiele, Band 3: Die Wettkämpfe (PDF; 28.754 KB) S. 63 (englisch, französisch, deutsch), abgerufen am 2. Oktober 2021.

Gruppe A Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Reinhard Theimer 70,66 m – – 70,66 m 2 Wassili Chmelewski 70,00 m – – 70,00 m 3 Srećko Štiglić 65,52 m 69,60 m – 69,60 m 4 Mario Vecchiato 68,12 m – – 68,12 m 5 Karl-Hans Riehm 64,44 m 67,64 m – 67,64 m 6 István Encsi 67,38 m – – 67,38 m 7 Stavros Moutaftsidis 67,22 m – – 67,22 m 8 Edwin Klein 67,14 m – – 67,14 m 9 Takeo Sugawara 65,94 m 64,56 m 66,50 m 66,50 m 10 Barry Williams x 66,32 m – 66,32 m 11 Al Schoterman 65,18 m 63,74 m 64,06 m 65,18 m 12 Stanisław Lubiejewski 60,34 m 64,80 m x 64,80 m 13 George Frenn 57,28 m 62,14 m 58,86 m 62,14 m 14 Vladimir Prikhodko 60,80 m 61,78 m 59,58 m 61,78 m 15 Darwin Piñeyrúa 59,84 m x 58,50 m 59,84 m

Gruppe B mini|hochkant=0.9|

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Anatolij Bondartschuk 72,88 m – – 72,88 m 2 Gyula Zsivótzky 71,20 m – – 71,20 m 3 Jochen Sachse 69,94 m – – 69,94 m 4 Tom Gage 65,32 m 65,14 m 69,40 m 69,40 m 5 Jacques Accambray 68,00 m x x 68,00 m 6 Shigenobu Murofushi 65,94 m 67,26 m – 67,26 m 7 Uwe Beyer 67,04 m x x 67,04 m 8 Peter Sternad x 66,74 m x 66,74 m 9 Jossyp Hamskyj x x 66,72 m 66,72 m 10 Sándor Eckschmiedt 66,44 m – – 66,44 m 11 Todor Manolow x x 65,62 m 65,62 m 12 Howard Payne 63,58 m 64,56 m 64,10 m 64,56 m 13 Yoshihisa Ishida 63,00 m 63,82 m x 63,82 m 14 Georgios Georgiadis 63,58 m x x 63,58 m 15 William Silen x x 62,02 m 62,02 m 16 José Alberto Vallejo x 60,08 m x 60,08 m DNS Jorge Núñez x 60,08 m x 60,08 m

Finale Datum: 7. September 1972, 16:50 Uhr

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung 1 Anatolij Bondartschuk 75,50 m OR 72,62 m 71,76 m 73,78 m 73,50 m 72,90 m 75,50 m OR 2 Jochen Sachse 71,54 m x 73,70 m 71,26 m x 74,96 m 74,96 m 3 Wassili Chmelewski 68,82 m 71,62 m 74,04 m 68,16 m x x 74,04 m 4 Uwe Beyer 70,32 m 71,52 m x 68,98 m 69,90 m x 71,52 m 5 Gyula Zsivótzky 71,38 m 70,44 m 70,48 m x 70,66 m 70,20 m 71,38 m 6 Sándor Eckschmiedt 71,20 m x 67,26 m 69,24 m 67,90 m 68,86 m 71,20 m 7 Edwin Klein 71,14 m x x 69,70 m 70,26 m x 71,14 m 8 Shigenobu Murofushi 69,36 m 70,88 m 70,32 m 65,70 m 69,08 m 68,54 m 70,88 m 9 Mario Vecchiato x 69,46 m 70,58 m nicht im Finale derbesten acht Werfer 70,58 m 10 Karl-Hans Riehm 70,12 m 68,98 m 69,44 m 70,12 m 11 István Encsi 66,32 m 69,82 m 70,06 m 70,06 m 12 Tom Gage 66,94 m 69,50 m x 69,50 m 13 Reinhard Theimer x 69,16 m x 69,16 m 14 Srećko Štiglić 67,60 m 68,34 m 67,60 m 68,34 m 15 Stavros Moutaftsidis 68,14 m 68,30 m 67,04 m 68,30 m 16 Barry Williams 68,18 m 66,56 m x 68,18 m 17 Peter Sternad 65,60 m 65,94 m 66,64 m 66,64 m 18 Jossyp Hamskyj 66,26 m x 65,34 m 66,26 m 19 Jacques Accambray x 65,06 m x 65,06 m 20 Takeo Sugawara 55,82 m 64,56 m 64,70 m 64,70 m

Als Topfavorit galt der sowjetische Europameister von 1969, Anatolij Bondartschuk. Weitere Medaillenanwärter waren die bundesdeutschen Werfer Uwe Beyer, Europameister von 1971, und Edwin Klein, die DDR-Athleten Reinhard Theimer, Vizeeuropameister von 1971, und Jochen Sachse, der ungarische Olympiasieger von 1968 Gyula Zsivótzky sowie Wassili Chmelewski aus der UdSSR.

Im Finale warf Bondartschuk den Hammer gleich im ersten Versuch auf die neue Olympiarekordweite von 75,50 m. Diese Weite wurde im Verlauf des Wettbewerbs nicht mehr übertroffen. Dahinter ging es eng zu, zunächst mit sehr deutlichem Abstand zu Bondartschuk. Vier Werfer mit Weiten von knapp über 71 m folgten auf den nächsten Plätzen: Sachse, Zsivótzky, sein Landsmann Sándor Eckschmiedt und Klein. Im zweiten Durchgang setzte sich Chmelewski mit 71,62 m vor Sachse auf den zweiten Platz. Beyer warf 71,52 m und war damit zunächst Vierter nur zwei Zentimeter hinter Sachse. Wassili Chmelewski verbesserte sich in der dritten Runde noch einmal sehr deutlich auf 74,04 m, wurde jedoch im letzten Versuch von Jochen Sachse noch verdrängt, dem 74,96 m gelangen, was ihm die Silbermedaille einbrachte. Wassili Chmelewski blieb auf dem Bronzerang, dahinter belegten Uwe Beyer und Gyula Zsivótzky die Plätze vier und fünf.Athletics at the 1972 München: Men's hammer throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 2. Oktober 2021

Video Anatoli Bondarchuk Hammer Throw, München 1972, youtube.com, abgerufen am 1. Dezember 2017

Literatur Werner Schneider / Sport-Informations-Dienst / Bertelsmann Sportredaktion: Die Olympischen Spiele 1972. München – Kiel – Sapporo. Bertelsmann-Verlag, München / Gütersloh / Wien 1972, ISBN 3-570-04559-5, S. 49.

Weblinks Offizieller Report 1972: Die Spiele, Band 3: Die Wettkämpfe (PDF; 28.754 KB) S. 63 (englisch, französisch, deutsch), abgerufen am 2. Oktober 2021 Munich 1972, Athletics hammer throw men Results, Seite des IOC (englisch), olympics.com, abgerufen am 2. Oktober 2021 Olympedia, Athletics at the 1972 Summer Olympics, Hammer Throw, Men, olympics.com (englisch), abgerufen am 2. Oktober 2021 Athletics at the 1972 München: Men's hammer throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 2. Oktober 2021

Einzelnachweise

Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1972