mini|hochkant|Sabine von Oettingen Sabine von Oettingen (* 1962 in Berlin) ist eine deutsche Künstlerin, Kostüm- und Bühnenbildnerin und Modedesignerin.

Leben Sabine von Oettingen entstammt einer Künstlerfamilie. Ihr Vater war der Schriftsteller Hans von Oettingen. Sie hat vier Geschwister. Von Oettingen begann ihre Karriere 1979 als Kascheurgehilfin und Ausstatterin beim Berliner Ensemble und am Pantomimentheater vom Prenzlauer Berg in Berlin (Ost). Ab 1980 war sie Mitglied des Berliner Pantomimentheaters unter Leitung von Eberhard Kube. Es folgen Kostüm- und Bühnenbildassistenzen bei Lothar Scharsisch, Ursula Scheib und Manfred Bofinger. 1983 war Sabine von Oettingen Mitgründerin des alternativen ostdeutschen Modelabels ccd.

1985 erhielt die Autodidaktin den „ordentlichen Berufsausweis“ als freischaffende Kostüm- und Bühnenbildnerin durch den Magistrat von Berlin (DDR). Das war die Voraussetzung für freie künstlerische Arbeit in der DDR. Es folgten u. a. Aufträge für Kostümbilder an der Berliner Volksbühne, dem Stadttheater Schwerin, dem Puppentheater Neubrandenburg und der Oper Halle. 1987 erfolgte die Ausreise in die USA mit einem Zweitwohnsitz in Berlin (West). Nach Kostümbildern in Paris und St. Brieux erhielt sie 1989 den Berliner Designerpreis für Kreativität und wurde von Nina Ricci zur Haute Couture Paris eingeladen.Paul Kaiser, Claudia Petzold: Boheme und Diktatur in der DDR - Katalog zur Ausstellung des Deutschen Historischen Museums vom 4. September bis 16. Dezember 1997. Berlin 1997, Verlag Fannei & Walz, S. 370ff., ISBN 978-3-927574-39-7

In den Jahren seit 1990 erhielt von Oettingen Aufträge für Bühnen- und Kostümbilder in Nürnberg, Weimar, Berlin, Bad Pyrmont, Erfurt, Jena, Reutlingen, Halle, Rostock, Paris und Leipzig. Das Deutsche Historische Museum kaufte 1997 Teile ihrer Kollektion aus den 1980er-Jahren auf.Berlin Stiftung Deutsches Historisches Museum (Hrsg.): Wir schreiben GeschichteN: 25 Jahre Deutsches Historisches Museum. Deutsches Historisches Museum, 2011, S. 35f., ISBN 978-3-86102-173-5.

1999 begann Sabine von Oettingen mit ihrem damaligen Lebensgefährten, dem französischen Schriftsteller und Buchhalter Thierry Benquey, die Obermühle in Polleben auszubauen. Ein Brand vernichtete im September 2003 den fast fertigen Bau. Die Mühle selbst wurde völlig zerstört. Das Wohnhaus wurde wieder aufgebaut und neu belebt, in den 2010er-Jahren jedoch verkauft.

2009 war von Oettingen Protagonistin im Film Comrade Couture – Ein Traum in Erdbeerfolie von Marco Wilms, der die Parallelwelt der Mode- und Überlebenskünstler Ost-Berlins zeigt.

Das Deutsche Haus der New York University widmete ihr im Jahre 2011 eine zweimonatige Personalausstellung mit dem Fotografen Jürgen Hohmuth unter der Titel „New York is Where We Are“.

Die Kunststiftung Sachsen-Anhalt, der Hallesche Kunstverein und das Literaturhaus Halle/S. inszenierten im Winter 2026 eine mehrwöchige Retrospektive unter dem Titel Die tapfere Schneiderin.

Sabine von Oettingen lebt in Halle/Saale.

Auszeichnungen 1989: Berliner Designerpreis „Mode Durchbruch Berlin“ 2018: Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt

Literatur Kathrin Schmidt, Jürgen Hohmuth: 1055 Berlin – Der Prenzlauer Berg 1980-1990. Edition Braus, 2011, ISBN 978-3-86228-110-7. Jürgen Hohmuth: Sabine von Oettingen. Ein Bilderbuch. Zeitort Verlag. Frauen Art. Busse Verlag, 2011. ISBN 978-3-512-04001-6. Moritz Götze: Zeit der großen Freiheit. Hasenverlag Halle, 2016, ISBN 978-3-945377-26-0.

Einzelnachweise

Weblinks

Offizielle Website von Sabine von Oettingen

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