Dieser Artikel bietet einen Überblick über die Figuren aus der US-Krankenhausserie Emergency Room – Die Notaufnahme (1994–2009) und eine Zusammenfassung der bedeutsamsten, von den wichtigsten Figuren handelnden Geschichten.

Es gibt insgesamt 13 männliche und 13 weibliche Hauptfiguren – das sind Figuren, deren Darsteller in den Opening Credits als Hauptdarsteller geführt werden – sowie eine Fülle von Nebenfiguren. Der Artikel fasst die Geschichten der Hauptfiguren zusammen, die in der Regel episoden- und staffelübergreifend erzählt werden. Dabei werden – soweit möglich – charakterliche Besonderheiten verdeutlicht und die Entwicklungen des beruflichen und des privaten Lebens der Figuren wiedergegeben.

Außerdem bietet der Artikel einen Kurzüberblick über die wichtigsten Nebenfiguren und ihre Rollen. Eine komplettere Liste der Figuren und ihrer Darsteller gibt es im Artikel Liste der Darsteller der Fernsehserie Emergency Room – Die Notaufnahme.

Hauptfiguren Mark Greene mini|hochkant=0.6|Anthony Edwards, Darsteller des Dr. Mark Greene Dr. Mark Greene arbeitet als Notfallmediziner, in der ersten Staffel als leitender Assistenzarzt und ab der zweiten Staffel als Oberarzt sowie stellvertretender Leiter der Notaufnahme. Die verschiedenen, zeitintensiven Berufe Marks und seiner Frau Jennifer Greene führen zur Ehescheidung in der zweiten Staffel und zur Aufteilung des Sorgerechts für die gemeinsame Tochter Rachel, um die er sich berufsbedingt oftmals nicht seinen eigenen Ansprüchen gemäß kümmern kann. In der Episode Schwarzer Tag der ersten Staffel leitet er – unter Abwesenheit der zuständigen Gynäkologin – eine komplikationsbehaftete Geburt, in deren Folge die gebärende Mutter stirbt. Im Nachgang dieses Ereignisses, für das Greene auch von der Familie des Opfers verantwortlich gemacht wird, kommt es zu einem Kunstfehlerprozess gegen das Krankenhaus, das dadurch eine Millionensumme zahlen muss. An einem Tag in der dritten Staffel stirbt ein von Greene zunächst als nicht akut genug verletzt eingestufter Schwarzer, Greene widmet sich der Behandlung eines Weißen. Der Bruder des Schwarzen wirft ihm deshalb rassistisches Verhalten vor, wodurch es für Greene abermals zu einem juristischen Nachspiel kommt. Wenige Episoden nach dem Tag wird Greene im Toilettenraum verprügelt, ohne dass der Täter ermittelt wird. Dadurch wird er auch seelisch verletzt, sodass er sich einige Monate lang emotional unausgeglichen und teilweise aggressiv verhält. Die Erfahrungen aus dem Umgang mit seinen Verletzungen helfen ihm in der fünften Staffel bei der Behandlung eines folterbedingt unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidenden Patienten.

In der sechsten Staffel pflegt Greene zu Hause seinen an Lungenkrebs erkrankten Vater bis zu dessen Tod. In der fünften und sechsten Staffel verliebt er sich in seine Kollegin Dr. Corday. Die Verlobung, die Heirat und die Geburt der gemeinsamen Tochter folgen in der siebten Staffel. Darin lässt er sich zudem wegen eines lebensbedrohlichen Glioblastoms operieren, ein bösartiger Hirntumor; nach der OP hat er eine Wortfindungsstörung. Am Ende der siebten Staffel enthält Greene einem Amok gelaufenen Serienkiller, von dem er auch seine Familie bedroht sah, die überlebensnotwendige Defibrillation vor, sodass der Patient stirbt; Greene verheimlicht die Wahrheit. In der achten Staffel stellt sich heraus, dass Greenes Tumor rezidiviert und nunmehr inoperabel ist. Er bricht seine Arbeit und die Chemotherapie ab, um sich in den wenigen, verbleibenden Lebensmonaten privaten Dingen zu widmen. Seine letzten Wochen verlebt er, bei fortschreitendem körperlichen Verfall, auf Hawaii, einem Kindheitsort, wo er kurz vor Staffelende im Alter von 38 Jahren stirbt. Eine Rückblende auf einen seiner letzten Arbeitstage im Krankenhaus ist in der 15. Staffel zu sehen; darin stellt er sich – obwohl Weaver die Chefärztin ist – als Leiter der Notaufnahme vor.

Rachel bewirbt sich in der finalen Episode der Serie um eine Stelle als studentische Praktikantin in der Notaufnahme.

Dr. Greene wurde durch Anthony Edwards verkörpert und in der deutschen Synchronfassung von Hans Hohlbein gesprochen.

Doug Ross mini|hochkant=0.6|links|George Clooney, Darsteller des Dr. Doug Ross Dr. Douglas Ross, meist nur kurz Doug genannt, ist ein auf Notfallpädiatrie spezialisierter Arzt, der in der Notaufnahme während der ersten vier Staffeln als Assistenzarzt tätig ist und in der fünften Staffel als Oberarzt. Er ist humorvoll und nimmt die Krankenhausvorschriften nicht besonders ernst. Zu Beginn der zweiten Staffel macht er sich wiederholt der Insubordination gegenüber dem Leiter der Pädiatrie schuldig, sodass dieser seinen auslaufenden Arbeitsvertrag nicht verlängern will. Bald darauf gerät Doug außerhalb des Krankenhauses zufällig in eine Situation, in deren Folge er ein Kind medienwirksam vor dem Tod bewahrt. Zur Vermeidung negativer Pressemeldungen wird sein Arbeitsvertrag verlängert.

Das Ende seiner Liebesbeziehung mit Carol ist im Pilotfilm, in dem er volltrunken behandelt wird, noch nicht lange vorbei. Als Frauenheld gelingt es ihm, sich recht schnell und einfach mit Frauen zu verabreden, die manchmal deutlich jünger sind als er. Mitunter hat er – wie auch sein bester Freund und Vorgesetzter Mark Greene in der Zeit zwischen seinen beiden Ehen – mehrere Liebhaberinnen gleichzeitig. Er geht sogar mit der Freundin seines Vaters, der ihn betrügt, sowie mit Müttern seiner jungen Patienten eine Beziehung ein. Doug und Carol werden in der vierten Staffel wieder ein Liebespaar und verloben sich. Am Ende jener Staffel führt er mit ihrer Hilfe bei einem Methadon-süchtigen Baby einen ultraschnellen Entzug durch, eine bislang kaum erprobte Behandlungsart. Dabei und in weiteren Fällen in der fünften Staffel belügt er Mark und verstößt er abermals bewusst gegen die Vorschriften, sodass seine Vorgesetzten seine Kompetenz und seine Ernennung zum Oberarzt sogleich wieder in Frage stellen. Nachdem sie erfahren haben, dass Doug einem ALD-kranken Patienten ungenehmigt ein Gerät zur patientengesteuerten Schmerztherapie verschrieben hat, kündigt er seine Stelle und verlässt die Stadt ohne Carol, die sich von ihm ebenfalls betrogen fühlt.

In der 15. Staffel ist er mit Carol verheiratet und praktiziert als Oberarzt mit ihr in einem Krankenhaus in Seattle.

Dr. Ross wurde durch George Clooney verkörpert und in der deutschen Synchronfassung von Detlef Bierstedt gesprochen.

John Carter mini|hochkant=0.6|Noah Wyle, Darsteller des Dr. John Carter John Truman Carter III. ist die am häufigsten auftretende Figur. Er ist in den ersten beiden Staffeln Medizinstudent in der Fachrichtung Chirurgie und meist unter der Leitung von Benton tätig. In dieser Zeit gerät er oft – wie auch andere Medizinstudenten im Serienverlauf – in Situationen, die sich am ehesten mit dem Sprichwort „Hochmut kommt vor dem Fall“ zusammenfassen lassen. Nach seiner Promotion arbeitet er in der dritten Staffel als Arzt im Praktikum (kurz: AiPler) in der Chirurgie, darunter auch der Kinderchirurgie, mit deren Leiterin er sogleich eine geheime Liebesbeziehung eingeht. In dem Jahr gerät er mit Benton in Streit über die Verantwortung für den Selbstmord eines befreundeten AiPlers, den Carter als von Benton zu streng angeleitet beurteilt. Am Ende des Jahres entschließt er sich – sehr zur Enttäuschung seiner Vorgesetzten –, fortan in der Notaufnahme zu arbeiten, weil er sein Talent beim emotionalen Umgang mit den Patienten dort am ehesten einzusetzen glaubt. Einhergehend mit seinem Fachrichtungs- und Abteilungswechsel zu Beginn der vierten Staffel muss er seine Assistenzarztzeit von vorn beginnen. Weil er zu einer Millionärsfamilie gehört, kann er seine Zeit als AiPler in der Notaufnahme ohne Bezahlung ableisten, die für ihn im Budget nicht mehr rechtzeitig eingeplant werden konnte. Die hauptberufliche Übernahme der bislang von seinen Großeltern geführten Carter-Stiftung lehnt er ab, weil er sich gänzlich dem Arztberuf verschrieben hat.

Ab der fünften Staffel arbeitet er weiterhin als Assistenzarzt in der Notaufnahme. In der sechsten geht er eine vorübergehende, sexuelle Beziehung mit einer früheren Bekannten ein, die wegen Brustkrebs eine Mastektomie vornehmen lässt; in einer Liebesszene ist auch ihre Brust mit den frischen Operationsnarben zu sehen. Später in der Staffel werden John und die Medizinstudentin Lucy Knight von einem schizophrenen Patienten in der Notaufnahme niedergestochen. Während Lucy ihren Verletzungen erliegt, wird John an einer Niere operiert. Infolge des Attentats und der Operation wird er eine Zeitlang emotional unausgeglichen und schmerzmittelabhängig. Hatte er in der vierten Staffel seinem Cousin – wenn auch vergeblich – noch selbst beim Bekämpfen von dessen Drogensucht geholfen, so schafft er es nun nur, nachdem ihm seine Entlassung angedroht wurde, und mit Bentons Hilfe, sich in eine Rehabilitationsklinik zu begeben. Nach mehrmonatigem, dortigem Aufenthalt und streng kontrolliert arbeitet er weiter, allerdings nicht ohne Rückfall in die Sucht, sodass er bei seiner Bewerbung um die Stelle als Funktionsoberarzt übergangen wird; diese erhält er durch Dr. Chens Kündigung in der achten Staffel aber trotzdem. In jener Staffel ermöglicht er es seiner eben erst geschiedenen Mutter, einen krebskranken Jungen im County behandeln zu lassen und so ihre Vergangenheit zu bewältigen, in der ihr anderer Sohn einst an Leukämie starb.

Ab der siebten Staffel hilft er manchmal Abby Lockhart bei der Bewältigung ihrer privaten Probleme. In der neunten Staffel ist er mit ihr liiert und steht dabei kurz vor einem Heiratsantrag. Auch wegen der Alkoholprobleme Abbys zerbricht die Beziehung. Bei einem 2-wöchigen Einsatz für Ärzte ohne Grenzen, der am Ende der neunten Staffel erzählt wird, in der DR Kongo gerät er in ernste Lebensgefahr. Drei Wochen nach seiner Rückkehr nach Chicago reist er erneut in den Kongo, wo er den totgeglaubten Kovac lebend findet (Staffel 10). Im Gegensatz zu Kovac bleibt Carter im Kongo. Während seiner 7-monatigen ärztlichen Tätigkeit in einem Krankenhaus in der Nähe von Kisangani verliebt er sich in die französisch-kongolesische Makemba Likasu, kurz Kem. Von ihm schwanger geworden, reist sie mit ihm zurück nach Chicago. Am Ende der zehnten Staffel erleidet sie eine Totgeburt. Darüber tieftraurig, verlässt sie Chicago, ohne sich von Carter zu trennen.

Spätestens ab der zehnten Staffel ist er Oberarzt. Nach dem Tod seiner Großmutter (Staffel 9), bis dahin Leiterin der Carter-Stiftung, wird er per testamentarischer Verfügung zum Stiftungsleiter. Als solcher treibt er in der elften Staffel seinen Plan voran, als Anbau zum County General ein Tagespflegezentrum errichten zu lassen, das der ambulanten Behandlung von sozial Schwachen dient und dessen Bau er mit 150 Mio. Dollar aus der Stiftung finanziert. Gegen Staffelende wird er zum Dozenten für Notfallmedizin ernannt, beendet kurz darauf aber seine Arbeit im County General, da es seine Absicht ist, mit Kem im Kongo zu leben. Die folgenden vier Jahre ist er als Arzt in einem Flüchtlingslager in der sudanesischen Krisenregion Darfur tätig; dabei ist er auch mit Patienten konfrontiert, die von den Dschandschawid verfolgt und vergewaltigt werden.

Schwer nierenkrank, kehrt er in der 15. Staffel nach Chicago zurück, um sich einer Dialyse zu unterziehen. Im Dialysezeitraum arbeitet er einige Schichten als Oberarzt in der Notaufnahme. In einem anderen Krankenhaus lässt er sich notgedrungen eine Niere transplantieren. Am Staffelende weiht er das nach seinem totgeborenen Sohn benannte Tagespflegezentrum feierlich ein.

John Carter wurde durch Noah Wyle verkörpert und in der deutschen Synchronfassung von Oliver Feld gesprochen.

Susan Lewis