mini|Die ehemalige Synagoge in Eldagsen, heute Lange Straße 90 Die profanierte Synagoge in Eldagsen war eine im 19. Jahrhundert errichteteStadt Springe (Hrsg.): Aus der Geschichte der Stadt Eldagsen. Springe 1984 (Neudruck der bis 1926 von verschiedenen Bürgermeistern und anderen verfassten Chronik der Stadt), S. 72In dem Abschnitt Zur Einführung (Seite 5f.) in der während der Amtszeit von verschiedenen Bürgermeistern der Stadt Eldagsen und anderen bis etwa 1926 verfassten und 1984 neu gedruckten Chronik der Stadt verweist der Oberkreisdirektor unter anderem auf den Umstand, dass die „[...] alte Chronik Eldagsen [...] ihre eigene Zeitgeschichte wider[spiegelt] und nicht etwa den heutigen Wissensstand [...]“. Zwar werden exakte Einzelheiten kaum benannt, jedoch beziehen sich der neuere, „heutige Wissensstand“ der seinerzeit noch nicht aktualisierten Chronik der Stadt Eldagsen offensichtlich vornehmlich auf das Mittelalter. und bis in die Zeit des Nationalsozialismus unterhaltene Synagoge der Jüdischen Gemeinde in der seinerzeit selbständigen Stadt Eldagsen.Gerd Schwarz (Verantw.): Geschichte. abgerufen am 14. August 2026 auf der Seite eldagsen.de ... Standort ist die Lange Straße 90Vergleiche die angebrachte Hausnummer etwa auf diesem Fotodokument in dem heute zu Springe zählenden Ortsteil in der Region Hannover. Geschichte mini|links|1995 datierter Gedenkstein „zur Erinnerung an unsere jüdischen Mitbürger“
Nachdem verschiedene Juden aus Eldagsen bereits im Jahr 1753 das Gelände für den dortigen Jüdischen Friedhof gekauft hatten,Gerd Schwarz (Verantw.): auf der Seite eldagsen.de errichtete die Synagogengemeinde von Eldagsen mehr als 100 Jahre später ihr Gotteshaus bis zum Jahr 1867. Zwar war der Innenausbau seinerzeit noch nicht abgeschlossen, dennoch galt es bereits damals als „[...] eins der ansehnlichsten Gebäude der Langenstraße“. In dem Gebäude wurde auch ein Schulraum eingerichtet sowie eine Wohnung für den Lehrer bereitgestellt.
1910 stellten die Menschen jüdischen Glaubens mit 48 Personen oder rund 4 Prozent der Gesamtbevölkerung Eldagsens eine etwa gleich große Religionsgemeinschaft wie die der Katholiken.Stadt Springe (Hrsg.): Aus der Geschichte der Stadt Eldagsen ... S. 86
mini|2008 datierte Informationstafel des Arbeitskreises Stadtgeschichte Eldagsen am Gebäude als Station 4 des Historischen Rundweges Unterstadt
Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde die Synagoge während der Novemberpogrome am 10. November 1938 „beschädigt“ und im Jahr 1940 verkauft.
1948 pachtete die katholische Kirchengemeinde des Ortes die ehemalige Synagoge und weihte das Gebäude als Josephskapelle. Ende der 1950er Jahre wurde das gesamte Gebäude zum Wohnhaus umfunktioniert.
In dem 1985 erschienenen Band der Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland für den südlichen Teil des ehemaligen Landkreises Hannover, für den auch eine Bestandsaufnahme für die Bausubstanz Eldagsens erfolgte, wurde die ehemalige Synagoge nicht berücksichtigt und nicht als Baudenkmal ausgewiesen. Allerdings zählt die Lage in der Unterstadt, ebenso wie das Gebiet der Oberstadt Eldagsens, zum „denkmalpflegerischen Interessengebiet“.Henner Hannig (Bearb.) et al., Gerd Weiß, Walter Wulf (Red.): Springe-Eldagsen, in: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Band 13.1: Landkreis Hannover, hrsg. von Hans-Herbert Möller, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1988, ISBN 3-528-06207-X, S. 152f., 269–272; sowie 'Stadt Springe (Hrsg.): Aus der Geschichte der Stadt Eldagsen. Springe 1984 (Neudruck der bis 1926 von verschiedenen Bürgermeistern und anderen verfassten Chronik der Stadt), S. 301
Seit 1995 findet sich ein auf dieses Jahr datierter Gedenkstein vor dem Wohnhaus mit der Inschrift: Zur Erinnerung an unsere jüdischen Mitbürger der Stadt Eldagsen.
Im Jahr 2008 wurde eine weitere Informationstafel an der ehemaligen Synagoge angebracht – als Station 4 eines vom Arbeitskreis Stadtgeschichte Eldagsen konzipierten Historischen Rundweg Unterstadt.Vergleiche beispielsweise diese Aufnahme
Weblinks
Novemberpogrome 1938 in Niedersachsen: Eldagsen
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Profanierte Synagoge Kategorie:Synagogenbau in Niedersachsen Kategorie:Synagogenbau in Europa Synagoge Kategorie:Erbaut in den 1860er Jahren Kategorie:Neugotisches Bauwerk in der Region Hannover Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Synagoge Eldagsen Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in der Region Hannover