Wolff Lindner (* 25. September 1934 in Hamburg; † 16. November 2003 in Essen) war ein deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher und Schauspiellehrer.
Leben Wolff Lindner erlernte den Schauspielerberuf bei Eduard Marks in Hamburg. Von 1954 bis 1958 war Lindner am Hamburger Thalia Theater verpflichtet. Hier sah man ihn neben anderen Rollen 1956 in Das Glas Wasser von Eugène ScribeProgrammheft des Thalia Theaters von 1956, abgerufen am 9. September 2015, er spielte unter der Regie von Ilo von Jankó in Die tödliche Lüge von Gerd Oelschlegel"Die tödliche Lüge", Hamburger Abendblatt vom 30. April 1957, abgerufen am 9. September 2015 oder 1958 in Bruno Franks ZwölftausendBruno Franks "Zwölftausend", Hamburger Abendblatt vom 1. März 1958, abgerufen am 9. September 2015. Von 1958 bis 1978 schloss sich ein 20-jähriges Engagement am Grillo-Theater in Essen an. Hier war u. a. in der Titelrolle von Harold Pinters Der Hausmeister oder als Aigisthos in der Orestie von Aischylos zu sehen.
An der dortigen Folkwang Universität der Künste begann Lindner am 1. April 1978 seine professorale Tätigkeit im Studiengang Schauspiel. Daneben war er von 1988 bis 1990 Dekan des Fachbereichs 3 (u. a. Schauspiel und Regie) und von 1990 bis 1996 Prorektor.
Ab Mitte der 1980er Jahre spielte Wolff Lindner wieder am Grillo-Theater unter Hansgünther Heyme und bei den Recklinghausener Ruhrfestspielen. Hier verkörperte er u. a. 1992 einen der beiden Ganoven in Cole Porters Musical Kiss Me, Kate.Pitt Herrmann: , Sonntagsnachrichten Herne, abgerufen am 9. September 2015
Seit den 1960er Jahren arbeitete Lindner daneben sporadisch auch für Film und Fernsehen. So war er 1966 in einer kleinen Rolle in dem Straßenfeger Melissa zu sehen, 1973 spielte er in Wolfgang Menges Katastrophenfilm Smog. Ab Ende der 1990er Jahre hatte Lindner Gastrollen in bekannten Serien wie Die Anrheiner, Der Clown oder Stadtklinik, wo er in mehreren Folgen die Figur des Theo Donner verkörperte.
Während seiner Hamburger Zeit und erneut ab 1990 wirkte Lindner darüber hinaus in zahlreichen Hörspielproduktionen des Norddeutschen und des Westdeutschen Rundfunks mit, darunter 1957 in Friedrich Dürrenmatts Abendstunde im Spätherbst.
Wolff Lindner war bis zu seinem Tod für die Folkwang-Universität tätig und starb nach schwerer Krankheit 69-jährig in Essen.
Filmografie (Auswahl) 1964: Ein Sommernachtstraum 1966: Melissa (1. und 3. Teil) 1970: Draußen vor der Tür 1970: Das Verhör von Habana – Ein Selbstbildnis der Konterrevolution 1971: Recht oder Unrecht – Der Fall Meinberg 1972: Gladiatoren 1973: Smog 1975: Die Stadt im Tal 1978: Das fünfte Gebot 1984: Ninja – In geheimer Mission 1987: Wardog 1998: Die Anrheiner – Eine schöne Bescherung 1999: Der Clown – Handyman 2000: Stadtklinik (7 Folgen als Theo Donner) 2000: Himmel und Erde – Ein göttliches Team 2001: Das Rätsel des blutroten Rubins 2001: Tatort – Kindstod 2002: Tatort – Bienzle und der Tag der Rache 2002: Mehr als nur Sex 2002: Olgas Sommer 2003: Freundinnen für immer 2003: Die Musterknaben 3 – 1000 und eine Nacht 2005: Der Fahnder – Freund und Helfer
Hörspiele 1955: Erinnerungen – Regie: Ludwig Cremer 1955: Nuckelpinne fahrbereit – Regie: Gert Westphal 1955: Fröhliches Erwachen – Regie: Gert Westphal 1957: Abendstunde im Spätherbst – Regie: Gustav Burmester 1957: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Der kleine Alte von Batignolles) – Regie: S. O. Wagner 1958: Begegnung mit dir selbst (1. Teil: Begegnung in Afrika) – Regie: Kurt Reiss 1958: Die Göttliche – Regie: Gustav Burmester 1990: Nicht wie ein Dieb in der Nacht – Regie: Joachim Sonderhoff 1992: Keltengold – Regie: Joachim Sonderhoff 1992: Die Feder – Regie: Joachim Sonderhoff 1993: Watson und das Rätsel der Schweinepfote – Regie: Joachim Sonderhoff 1994: Weiße Amseln müssen sterben – Regie: Frank E. Hübner 1994: Diktatorweib – Regie: Joachim Sonderhoff 1995: Der Libero – Regie: Joachim Sonderhoff 1995: Arthur de Vaux: Aus dem Wörterbuch der Teufel – Regie: Michael Schlimgen 1996: Jezz abba feste (10. Episode: Immer wieder aufstehn) – Regie: Thomas Werner 1996: Jezz abba feste (11. Episode: Hiermit laden wir die Aktionäre...) – Regie: Thomas Werner 1996: Gegend mit Spuren – Regie: Norbert Schaeffer 1996: Der Auserwählte (1. Teil: Wege zur Weisheit) – Regie: Thomas Werner 1997: Ladscho Drom! Gute Reise! – Regie: Thomas Werner 1998: Waschküche – Regie: Thomas Leutzbach 2003: Im Schatten der Singvögel – Regie: Jörg Schlüter
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