mini|Das Marienviertel mit der Marienkirche von oben (Aussichtsturm Knappenhalde) Die Liste der Straßen in Oberhausen-Marienviertel beschreibt das Straßensystem im Oberhausener Stadtteil Marienviertel mit den entsprechenden historischen Bezügen. Sofern nicht anders angegeben, wird als Quelle benutzt: Alfred & Ulrich Lindemann: 500 Kilometer Oberhausener Straßengeschichte, 1997
Überblick Das Marienviertel bildet zusammen mit der nördlichen Innenstadt, dem Knappenviertel, Bermensfeld, Schlad und dem Osten von Dümpten den Postleitzahlenbezirk 46047.
Der Stadtteil wird – im Westen beginnend – im Uhrzeigersinn folgendermaßen begrenzt: Bahnstrecke Duisburg–Dortmund im Westen zu Lirich-Süd und im Norden zur Neuen Mitte, Am Damm und Liebknechtstraße zum Knappenviertel, der weitere Verlauf der Liebknechtstraße sowie Virchow- und Mülheimer Straße zum Schladviertel und die Danziger Straße sowie die Friedrich-List-Straße zur Innenstadt.
Im Marienviertel gibt es 30 benannte Verkehrsflächen, darunter zwei Plätze. Davon befinden sich zehn Straßen nur teilweise im Stadtteil: Vier Straßen führen auch durch das Knappenviertel (Bismarckstraße, Falkensteinstraße, Liebknechtstraße, Martin-Luther-Straße), drei Straßen durch die Innenstadt (Danziger Straße, Düppelstraße, Mülheimer Straße). Vier weitere Straßen gehören teilweise zum Schladviertel (Danziger Straße, Falkensteinstraße, Mülheimer Straße, Virchowstraße) und zwei Straßen werden in der Neuen Mitte fortgeführt (Am Damm, Mülheimer Straße).
Durch das Marienviertel verlaufen die Bundesstraße 223 auf der Mülheimer Straße sowie die Landesstraße 215 auf der Danziger, Tannenberg- und Ebertstraße. Der weitere Verlauf der Ebertstraße ostwärts sowie die Falkensteinstraße ist im Oberhausener Kreisstraßensystem als Kreisstraße K 1 gelistet.
Übersicht der Straßen und Plätze Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die vorhandenen Straßen, Wege und Plätze im Stadtteil sowie einige dazugehörige Informationen.
Name: aktuelle Bezeichnung der Straße oder des Platzes. Länge/Maße in Metern: Die in der Übersicht enthaltenen Längenangaben sind gerundete Übersichtswerte, die in Google Earth mit dem dortigen Maßstab ermittelt wurden. Sie dienen Vergleichszwecken und werden, sofern amtliche Werte bekannt sind, ausgetauscht und gesondert gekennzeichnet.Bei Plätzen sind die Maße in der Form a × b angegeben. Der Zusatz im Stadtteil gibt an, dass die Länge die des Straßenabschnitts innerhalb des Marienviertels ist, sofern die Straße in benachbarte Stadtteile weitergeführt wird. Der Zusatz ohne Stichstraßen gibt bei verzweigten Straßen die Länge der „Hauptstraße“ an. Der Zusatz (alle Straßenabschnitte zusammen) gibt an, dass die Straße so verwinkelt ist, dass keine „Hauptstraße“ besteht. Stattdessen wird die Länge aller Straßenabschnitte zusammengezählt. Herleitung: Ursprung oder Bezug des Namens Anmerkungen: zusätzliche Informationen Bild: Foto der Straße oder eines anliegenden Objekts
Name Länge/Maße (in Metern) Herleitung Datum der Benennung Bemerkungen BildAm Damm 220im Stadtteil benachbarter Bahndamm der Bergisch-Märkischen Eisenbahn 1936 Am Damm liegt im Nordosten des Marienviertels unterhalb eines ehemaligen Bahndamms der Bergisch-Märkischen Eisenbahn. Es handelt sich um eine Stichstraße zur Brücktorstraße, die gleichsam die Ostgrenze des Marienviertels zum Knappenviertel bildet. Weitere Ausläufer der Straße führen zum Lipperfeld und zur Essener Straße in der Neuen Mitte. Bis 1936 hieß der Weg Dammstraße. Annabergstraße110+70 Aufstände in Oberschlesien, Schlacht bei St. Annaberg 1934 1921 erstürmten Deutsche Milizen den von polnischen Freischaren besetzten Annaberg und sicherten dadurch den Verbleib Oberschlesiens im Deutschen Reich. Als Erinnerung daran wurde diese Straße 1934 so genannt. Die Annabergstraße ist durch den John-Lennon-Platz zweigeteilt, der westliche Teil liegt an der Grillostraße, der östliche zwischen Sedan- und Elsa-Brändström-Straße.
Vor 1934 hieß die Annabergstraße Beaumontstraße. 140px Arndtstraße 750 Ernst Moritz Arndt, 1769–1860, Historiker und Dichter Die Arndtstraße führt von der Virchowstraße zur Brücktorstraße. Bismarckstraße 500im Stadtteil Otto von Bismarck, 1815–1898, Gründer und erster Reichskanzler des Deutschen Reichs Die Bismarckstraße beginnt an der Mülheimer Straße und durchquert ostwärts das Marienviertel. Sie endet im Knappenviertel an der Uhlandstraße.
An der Bismarckstraße befindet sich das 1965 gegründete Bertha-von-Suttner-Gymnasium. Brücktorstraße 550im Stadtteil Brücke der Köln-Mindener Eisenbahn Die Straße endete unmittelbar an der Brücke der Köln-Mindener Eisenbahn, die 1846 dem Stand der Technik entsprechend mit Torbögen für jedes einzelne Gleis errichtet wurde. Am Brücktor bürgerte sich schnell als Bezeichnung für das Gebiet ein. Die Brücktorstraße führt heute von der Mülheimer Straße durch das Marienviertel und endet im Knappenviertel an der Knappenstraße. Danziger Straße 600im Stadtteil Danzig, ehemals deutsche Stadt in Polen 1934 Die Danziger Straße bildet vom Oberhausener Hauptbahnhof bis zur Mülheimer Straße die südöstliche Grenze des Marienviertels zur Innenstadt, danach führt sie durch Dümpten nach Mülheim. Bis 1934 hieß sie Zechenstraße. Düppelstraße 160im Stadtteil Erstürmung der Düppeler Schanzen Die Düppelstraße führt nur kurz durch das Marienviertel, nämlich als verkehrsberuhigte Zone zwischen Schwartz- und Danziger Straße an der Luise-Albertz-Halle vorbei. Ebertplatz 100 × 80 Friedrich Ebert, 1871–1925, Politiker der SPD und erster Reichspräsident der Weimarer Republik 1947 Der Ebertplatz bildet mit dem Ebertbad, einem Veranstaltungsort für Kleinkunst, mehreren Restaurants, Villen und dem Theater Oberhausen ein Zentrum der Stadt. Der östliche Teil des Platzes vor dem Theater heißt Will-Quadflieg-Platz. Der Ebertplatz liegt zwischen Rathaus und Marienkirche an der Kreuzung Ebert-/Grillostraße nordöstlich vom Königshütter Park.
Bis 1918 hieß der Platz Neumarkt, dann bis 1947 Hindenburgplatz. 140px|Ebertbad am EbertplatzEbertstraße 850 Friedrich Ebert, 1871–1925, Politiker der SPD und erster Reichspräsident der Weimarer Republik 1947 Die Ebertstraße führt von der Hansastraße in Lirich-Süd als Verlängerung der Buschhausener Straße durch das westliche Marienviertel. Hinter der Mülheimer Straße wird sie als Falkensteinstraße fortgeführt.
Bis 1918 hieß sie Wilhelmstraße, dann bis 1947 Hindenburgstraße. 140px|EbertstraßeElsa-Brändström-Straße 700 Elsa Brändström, 1888–1948, „Engel von Sibirien“, Initiatorin des Hilfswerks für deutsche und österreichische Kriegsgefangene in Russland 1934 Die Elsa-Brändström-Straße beginnt an der Schwartzstraße neben dem Rathaus und führt nordwärts bis zur Tannenbergstraße. An ihr befinden sich der katholische Kindergarten St. Marien, die Marienschule und das St.-Joseph-Hospital sowie das „Lyzeum“, das alte Gebäude des Elsa-Brändström-Gymnasiums. Bis 1934 hieß sie Elsestraße. 140px|Altes Lyzeum an der Elsa-Brändström-Straße Falkensteinstraße 450im Stadtteil alte Flurbezeichnung („auf dem Falkenstein“) Die Falkensteinstraße beginnt an der Mülheimer Straße als Fortsetzung der Ebertstraße. Ab der Liebknechtstraße ist sie Grenzstraße zwischen Schlad- und Marienviertel, hinter der Mellinghofer Straße führt sie als Nathlandstraße weiter in Bermensfeld. Freiherr-vom-Stein-Straße 650 Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein, 1757–1831, Reformer des preußischen Staates 1936 Die Freiherr-vom-Stein-Straße führt vom Oberhausener Hauptbahnhof aus in einem Bogen zur Tannenbergstraße und von dort aus parallel zur Ebertstraße bis zur Mülheimer Straße. Bis 1936 trug sie den Namen Hermannstraße. Friedrich-List-Straße 230 Friedrich List, 1789–1846, Mitbegründer des deutschen Eisenbahnwesens 1945 Die Friedrich-List-Straße beginnt an der Ebertstraße und führt südwärts, macht dann einen rechtwinkligen Bogen und endet an der Freiherr-vom-Stein-Straße. Aufgrund der Nähe zum Hauptbahnhof ist sie nach Friedrich List, dem Vorkämpfer der deutschen Eisenbahn, benannt worden. Bis 1945 hieß sie Ludwig-Knickmann-Straße, davor war sie bis 1933 Teil der Industriestraße. Goethestraße 500 Johann Wolfgang von Goethe, 1749–1832, bedeutendster deutscher Dichter Die Goethestraße führt parallel zur Falkenstein-, Bismarck- und Schenkendorfstraße von der Mülheimer Straße zur Liebknechtstraße. Grillostraße 450 Friedrich Grillo, 1825–1888, Großindustrieller Die Grillostraße beginnt am Grillopark an der Schwartzstraße und führt nordwärts bis zum John-Lennon-Platz. An ihr befindet sich die Villa Concordia. 140px|Villa Concordia an der Grillostraße Henri-Dunant-Weg 220 Henri Dunant, 1828–1910, Gründer des Roten Kreuzes Der Henri-Dunant-Weg ist ein kleiner Fußweg zwischen Schwartz- und Danziger Straße. John-Lennon-Platz 110 × 100 John Lennon, 1940–1980, britischer Rockmusiker und Exponent der Anti-Vietnamkriegsbewegung 1991 Der John-Lennon-Platz liegt im Nordwesten des Marienviertels zwischen Tannenberg-/Sedan- und Annabergstraße. Hier liegt die städtische Kindertageseinrichtung Villa Kunterbunt. Bis 1991 trug der Platz den Namen Graf-Haeseler-Platz. Kreuzbergweg 90 altes Heidekreuz Der Kreuzbergweg ist ein schmaler Weg an der Marienschule und dem katholischen Kindergarten St. Marien, zwischen der Elsa-Brändström-Straße und der Mülheimer Straße. Hier stand früher ein altes Heidekreuz auf einer Anhöhe der Lipper Heide. Liebknechtstraße 850 Wilhelm Liebknecht, 1826–1900, einer der Gründer der SPD 1947 Die Liebknechtstraße, die von der Virchowstraße bis zur Brücktorstraße führt, bildet zwischen Falkensteinstraße und Brücktorstraße die Grenze zwischen dem Marienviertel und dem Knappenviertel. Bis 1934 hieß sie Feldstraße und bis 1947 Richthofenstraße. Lipperheidstraße 750 Lipper Heide Die Lipperheidstraße führt von der Virchowstraße parallel zur Liebknecht- und Arndtstraße durch das östliche Marienviertel bis zur Brücktorstraße. Sie ist nach dem Heidegebiet benannt, in dem die Stadt Oberhausen ab 1862 schachbrettartig angelegt worden ist. Martin-Luther-Straße 150im Stadtteil Martin Luther, 1483–1546, Reformator 1934 Die Martin-Luther-Straße führt von der Lipperheidstraße bis zur Körnerstraße im Knappenviertel. An ihr liegt die evangelische Lutherkirche. Bis 1934 hieß sie Karlstraße. 140px|Lutherkirche an der Martin-Luther-StraßeMülheimer Straße 1200im Stadtteil Mülheim an der Ruhr 1892 Die Mülheimer Straße führt von der Oberhausener Neuen Mitte durch das Marienviertel, die Innenstadt, Schlad, Styrum und Dümpten in die Nachbarstadt Mülheim, wo sie als Oberhausener Straße weitergeführt wird. Zwischen Danziger Straße und Falkenstein-/Ebertstraße ist sie Grenze zwischen Marienviertel und Schlad, danach durchquert sie das Marienviertel nordwärts. Sie ist Teil der Bundesstraße 223. An der Mülheimer Straße befindet sich die Marienkirche, nach der das Marienviertel benannt worden ist.