The Danish Girl ist eine US-amerikanisch-britische Filmbiografie aus dem Jahr 2015. Regie führte Tom Hooper, das Drehbuch schrieb Lucinda Coxon. Das Filmdrama basiert auf dem gleichnamigen Roman des US-amerikanischen Autors David Ebershoff über die Malerin Lili Elbe, die sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterzog. Es ist unklar, ob Lili Elbe intersexuell war. Premiere hatte der Film am 5. September 2015 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig, kam am 27. November 2015 in die US-Kinos und am 7. Januar 2016 in die deutschen Kinos.

Handlung Die dänische Malerin Gerda Wegener, die in dem deutschsprachigen Roman Greta genannt wird, führt in den frühen zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts mit ihrem Mann, dem dänischen Landschaftsmaler und Illustrator Einar Wegener, ein bewegtes Künstlerleben in Kopenhagen. Eines Tages springt dieser als weibliches Modell ein, weil Gerdas Modell verhindert ist. Als sie Einar porträtiert, findet dieser Gefallen an dem feinen Stoff und entdeckt seine lang verborgene weibliche Seite wieder. Von Ulla, der Freundin des Ehepaares, die die beiden beim Erstellen des Porträts überrascht, wird ihm scherzhaft der Name Lili gegeben.

Das gemalte Bild erlangt Berühmtheit, und so zeichnet Gerda weitere Porträts ihres Mannes in Frauenkleidern. Die feminine Seite, der er als Gerdas Modell freien Lauf lassen darf, lässt „Lili“ nicht mehr los, und er beginnt sich auch öffentlich als Frau zu präsentieren. Bei gesellschaftlichen Anlässen unternimmt er den Versuch, unerkannt in seiner neuen Rolle aufzutreten, und studiert bei diesen Gelegenheiten das Verhalten und die Körpersprache anderer Frauen, die er bald perfekt imitieren kann. Mit der Existenz von Lili entstehen aber zunehmend Spannungen in der Ehe von Lili und Gerda; Lili macht sich deshalb auf die Suche nach ärztlichem Rat. Einer der Ärzte rät ihm zur Lobotomie. Ein anderer diagnostiziert sogar eine angebliche Schizophrenie und möchte Lili direkt in die Psychiatrie einweisen, doch sie kann rechtzeitig durch ein Fenster fliehen.

Auf Ullas Empfehlung trifft Lili schließlich den Arzt Kurt Warnekros, der sie als einziger ernst nimmt und ihr von einer geschlechtsangleichenden Operation erzählt. Die Umwandlung besteht aus zwei Eingriffen; beim ersten wird das männliche Geschlechtsorgan entfernt, beim zweiten ein weibliches Geschlechtsorgan geformt. Der Eingriff ist nahezu unerprobt und äußerst riskant, aber da Lili endgültig im Körper einer Frau leben möchte, wagt sie den Schritt und wird Anfang der 1930er Jahre zu einer der ersten Personen, die sich einer solchen Operation unterziehen. Sie reist für die Operation durch Dr. Warnekros nach Dresden. Trotz anfänglicher Skepsis besucht Gerda Lili am Krankenbett. Beide reisen wieder nach Kopenhagen zurück, und Lili arbeitet fortan in einer Parfümabteilung für Frauen. Lili befreundet sich mit einem homosexuellen Mann, der Interesse an ihr hatte, als sie noch Einar war. Um den zweiten Teil der Operation vornehmen zu lassen, fährt Lili wieder nach Dresden, Gerda und der Jugendfreund Hans begleiten sie. Bei diesem Eingriff kommt es zu Komplikationen und Lili verliert sehr viel Blut; sie stirbt im Beisein von Gerda und Hans.

Produktion Finanzierung Im Juni 2010 wurde bekannt, dass der Film mit 1,2 Millionen Euro vom NRW Film Board unterstützt werden soll. Ein Vertrag verlangte im Gegenzug, dass 19 Drehtage in Deutschland stattfinden müssen.Scott Roxborough: 'Danish Girl' picks up German cash In: Hollywood Reporter, 11. Juni 2010.

Besetzung

Der britische Schauspieler Eddie Redmayne übernahm die Hauptrolle der Lili. Nachdem für die Rolle der Gerda in den Jahren zuvor mehrere bekannte Schauspielerinnen wie Charlize Theron, Gwyneth Paltrow und Nicole Kidman im Gespräch waren,Anita Singh: Nicole Kidman and Gwyneth Paltrow to play husband and wife In: The Telegraph, 9. November 2009. wurde im Juni 2014 die Besetzung der Rolle mit Alicia Vikander bekannt gegeben. Ebenfalls im April 2014 wurde die Übernahme der Regie durch Tom Hooper bekanntgegeben. Im Januar 2015 stieß Matthias Schoenaerts zur Crew.

Redmayne bereitete sich auf seine Rolle durch Gespräche mit Mitgliedern der Transgender-Community vor. Für diese Erfahrung war Redmayne sehr dankbar und resümierte: „Sie waren alle unglaublich herzlich und offen, haben mir eine großartige Erziehung ermöglicht und mich gelehrt, dass Sexualität und Geschlecht zwei verschiedene Dinge sind.“Christiane Peitz: 'The Danish Girl' bei den Filmfestspielen Venedig. Lili, Einar und ich In: Tagesspiegel Online, 5. September 2015.

Dreharbeiten Die Dreharbeiten begannen im Februar 2015 in LondonRyan Smith: Oscar-winner Eddie Redmayne cuts a gaunt figure as he begins work in London on his latest movie The Danish Girl, In: dailymail.co.uk, 28. Februar 2015. und fanden im weiteren Verlauf in Hertfordshire (ebenfalls Vereinigtes Königreich), Dänemark (Kopenhagen), Belgien (Brüssel), Norwegen (Møre og Romsdal und Romsdalen) und Berlin, sowie Dresden (Panoramaaufnahmen) statt. Die Dreharbeiten wurden im April 2015 abgeschlossen.

Historischer Hintergrund Echte Personen und literarische Vorlage mini|140px|Lili Elbe, 1926 Das Erstlingswerk The Danish Girl von David Ebershoff, auf dem der Film beruht, erschien im Jahr 2000 und wurde 2002 zu einem Bestseller. Lili Elbe war eine der Ersten, die sich in Deutschland Anfang der 1930er Jahre einer geschlechtsangleichenden Operation unterzogen, zuerst am Institut für Sexualwissenschaft von Magnus Hirschfeld in Berlin und dann noch zweimal von Kurt Warnekros in Dresden. Der Roman basiert auf Lili Elbes Lebensbericht Fra mand til kvinde, der 1931 zuerst in dänischer Sprache erschien und später auch ins Deutsche übersetzt wurde. Für seinen Roman ließ Ebershoff die Ehefrau von Wegener zur amerikanischen Malerin Greta Waud werden. Die echte Partnerin wurde als Gerda Gottlieb geboren und war Dänin.

Abweichungen vom Buch Abweichend vom Buch, wo sich Gerda und Lili trennen, bleibt Gerda im Film bis zum Schluss an Lilis Seite. Dass die Ehe vom dänischen König annulliert wurde, kommt im Film ebenfalls nicht zur Sprache. Auch den Umzug nach Marokko und Gerdas lesbische Beziehungen spart der Film aus.Christiane Peitz: 'The Danish Girl' bei den Filmfestspielen Venedig. Lili, Einar und ich In: Tagesspiegel Online, 5. September 2015.

Soundtrack Der Original-Soundtrack wurde am 4. Dezember 2015 von Decca Records veröffentlicht und enthält die Filmmusik von Alexandre Desplat. Er umfasst 20 Lieder,'The Danish Girl' Soundtrack Details In: filmmusicreporter.com, 19. November 2015. die Gesamtlänge beträgt 59:06 min.

Desplat wurde für seine Arbeit sowohl im Rahmen der Satellite Awards 2015 als auch der Golden Globe Awards 2016 in der Kategorie Beste Filmmusik nominiert.

Titelliste des Soundtracks The Danish Girl Lily’s Dream Watching Ulla Gerda Make-up & Costume Watching The Mirror Einar Returns Home To Dresden Aggression Radiation Gerda In The Rain Fonnesbech Schizophrenia One Step At A Time Lost Blood Lily’s Death Roses Of Picardy Danish Waltz 1 Danish Waltz 2

Rezeption Altersfreigabe In Deutschland ist der Film FSK 6. In der Freigabebegründung heißt es: „Einige Szenen, die die Härte der Diskriminierung in der damaligen Gesellschaft darstellen, können Kinder im Vorschulalter emotional überfordern, doch bereits 6-Jährige sind in der Lage, sie im Kontext der behutsamen Inszenierung zu verarbeiten. Ihnen erschließen sich zwar nicht alle Aspekte der Geschichte, doch die vielen ruhigen Passagen und die Betonung der liebevollen Beziehung des Malerpaars gibt ihnen ausreichend emotionalen Halt.“Freigabebegründung für The Danish Girl In: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Abgerufen am 3. Februar 2017.

Kritiken In einer Kritik des Hessischen Rundfunks heißt es: Mit ‚The Danish Girl‘ setzt Tom Hooper der historischen Figur Lili Elbe als erster transsexueller Frau ein würdiges Denkmal. Es ist eine berührende Geschichte über Akzeptanz und Toleranz und die Einsicht, wie tolerant unsere westliche Gesellschaft geworden ist. In: Hessischer Rundfunk Online, 6. Januar 2016. Trotz einer großen Liebe zum Detail und den Bemühungen aller Beteiligten, ein einfühlsames Porträt von Lili Elbe zu zeichnen, kritisiert Daniel Kothenschulte von der Frankfurter Rundschau, Hooper habe sich zu sehr von den historischen Fakten entfernt: Der Regisseur verzichtet in seinem Film auf alles, was an einer solchen Geschichte wehtun könnte. Hierbei bezieht sich Kothenschulte auf die etwaigen Selbstzweifel von Einar oder die erschreckend primitiven operativen Möglichkeiten der damaligen Zeit.Daniel Kothenschulte: In: Frankfurter Rundschau Online, 6. Januar 2016.

Auszeichnungen mini|Ein Kostüm aus dem Film, ausgestellt im Rahmen der 24. Annual Art of Motion Picture Costume Design in Los Angeles