mini|Auf dem 1598 geschaffenen Epitaph an der Nordwand der Marktkirche in Hannover trägt der Großvogt Conrad Wiedemeyer einen spanischen Kragen am Wams
Der Spanische Kragen, auch Welscher Kragen genannt, war ein zu Beginn der 1580er Jahre in Mode gekommenes Bekleidungsstück, ähnlich wie die Mühlsteinkrause. Der welsche Kragen war jedoch üblicherweise fest am Oberhemd angenäht.Siegfried Müller: Mode: die Kleidung des Mannes, in ders.: Leben im alten Hannover. Kulturbilder einer deutschen Stadt. Schlütersche, Hannover 1986, ISBN 3-87706-033-1, S. 74–77, hier: S. 75
Der Spanische Kragen „stieg aus dem Halsausschnitte des Wamses schräg gegen den Nacken empor, den er umgab. Nach seinem unteren oder inneren Rande hin, der am Hemde saß, war der Kragen in einige Falten gelegt, die beim Stärken zusammengeklebt und dann glattgebügelt wurden [...] Dieser Kragen machte es nötig, den Rock- oder Wamskragen, der darunter saß, in ähnlicher Weise umzubiegen.“Friedrich Hottenroth: Handbuch der deutschen Tracht, Bd. 2: Handbuch der deutschen Tracht vom 16. - 19. Jahrhundert, Stuttgart: Verlag Weise [o. J.], S. 543Vergleiche auch Carl Schuchhardt: Die hannoverschen Bildhauer der Renaissance, Hannover: Hahnsche Buchhandlung, 1909, Nr. 10
Ein Beispiel für einen spanischen Kragen zeigt das Epitaph des Conrad Wiedemeyer an der Nordwand der Marktkirche in Hannover.Arnold Nöldeke: Denkmäler des „alten“ Stadtgebietes Hannover. (Eingemeindungsstand bis 1. Januar 1870), in ders.: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, hrsg. vom Provinzialausschuss und Landesdirektorium der Provinz Hannover, 1. Teil: Regierungsbezirk Hannover, Heft 1 und 2 (Heft 19 und 20 des Gesamtwerkes), Stadt Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Theodor Schulzes Buchhandlung, Hannover, 1932, S. 105; Digitalisat im Internet Archive und durch Kooperation mit der University of Toronto
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Mode Kategorie:Kostümkunde der Renaissance Kategorie:Kostümkunde des Barock Kategorie:Schulteraufliegendes Kleidungsstück