mini|Das – denkmalgeschützte – 1598 von einem Mitglied der Künstlerfamilie Wulff geschaffene Epitaph des Conrad Wiedemeyer an der Nordwand der Marktkirche in Hannover
Konrad Wedemeyer der Ältere,Manfred Hamann (Bearb.): Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Staatsarchivs in Hannover, Bd. 4: Deposita, Kartenabteilung und Sammlungen bis 1945 ( = Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung, Bd. 47), Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1992, ISBN 3-525-35531-9 und ISBN 9783525355312, S. 253 Vorschau über Google-Bücher auch: Conrad WedemeyerWolfgang W. Ewig: Conrad Wedemeyer (1533–1598). Großvogt zu Calenberg. Barsinghausen 2002 oder Conrad Wedemeier„Conrad Wedemeier, calenbergscher Grossvogt“ wird 1585 genannt, siehe August Seidensticker: Geschichte der Forsten. Rechts- und Wirthschafts-Geschichte norddeutscher Forsten..., 2. Band, Göttingen 1896, S. 63; online über archive.org oder Conrad Wiedemeyer (* 26. Januar 1533 in Gronau; † 25. Januar 1598N.N.: Grabplatte des Conrad Wiedemeyer. In: November, Loseblatt-Sammlung vermutlich aus einem hannoverschen Kalender der 1970er Jahre, mit einer Fotografie der Grabplatte nach einer Aufnahme von j. Wisch in Hannover)Familiendatenbank NLF / Personenliste auf der Seite des Vereins für Computergenealogie war fürstlicher Rat und Großvogt des Fürstentums Calenberg und steht für den Beginn eines jahrhundertealten gesellschaftlichen Aufstiegs der Familie von Wedemeyer.
Leben Familie Conrad Wedemeyer wurde geboren als Sohn des seinerzeitigen Gronauer Stadtrates und Bürgermeisters Hans Wedemeyer, von dem das Adelsgeschlecht von Wedemeyer seinen Stammbaum sicher herleitet. Conrad heiratete in erster Ehe eine Tochter des seit 1529 herzoglichen Kanzlers Jakob Reinhard, der 1540 gemäß dem Testament von Herzog Erich I. zu Calenberg-Göttingen zusammen mit dessen Witwe Elisabeth von Brandenburg und dem hessischen Landgrafen Philipp I. zum Vormund des noch minderjährigen Sohnes Erich II. wurde. Heinrich Christian Beck, M. Johannes Sutellius, Reformator und erster Superintendent der Kirchen zu Göttingen und Schweinfurt, Schweinfurt 1842, S. 50 f. Konrads zweite Ehefrau war eine Geborene von Borries. Da des Kanzler Reinhards Sohn vor ihm gestorben war, wurde nach seinem Ableben im Jahre 1569 Konrad Wedemeyer als sein Schwiegersohn mit dessen Burgsassenhof zu Eldagsen belehnt.Urban Friedrich Christoph Manecke, Biographische Skizzen von den Kanzlern der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg, Lüneburg 1823, S. 38 f. Konrad Wedemeyers 1564 geborene Tochter Anna hatte 1587 Joachim Brandis den Jüngeren in Hildesheim geheiratet.DI 83, Landkreis Holzminden, Nr. 210 (Anm. 9) (Jörg H. Lampe und Meike Willing), in: www.inschriften.net Daneben hatte Konrad einen einzigen Sohn gleichen Namens, der 1597 Margarethe Brandis aus Hildesheim heiratete.Daniel Eberhard Baring, Der Lauensteinischen Saale und angränzender Oerter Beschreibung, 2. Teil, Lemgo 1744, S. 71 f.
Werdegang Conrad Wedemeyer studierte Rechtswissenschaften an der Universität Erfurt und trat im Jahr 1533 in den Dienst von Erich, Herzog von Braunschweig-Lüneburg und Fürst zu Calenberg-Göttingen.Im Kalenderblatt steht zwar ausdrücklich, dass Wedemeyer „[...] 1533 als Sekretär in den Dienst Herzog Erichs des Jüngeren“ trat, doch diese Darstellung steht im Widerspruch zum Todesjahr des seinerzeitigen, älteren Landesherrn Erich I., des Älteren, der erst 1540 starb; vergleiche Rainer Kasties: Erich I. (d.Ä), Herzog von Braunschweig-Lüneburg-Calenberg-Göttingen. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 162.
Ab 1553 diente Wedemeyer seinem Landesherrn als Sekretär in Münden am dortigen Hof. 1560 wurde Wiedemeyer zum Großvogt ernannt und leitete in dieser Funktion – „[...] mit Unterbrechungen“ – bis 1593 das Amt Calenberg. 1585 verfasste er eine Denkschrift über die Verwaltung.Samse, Die Zentralverwaltung in den Südwelfischen Landen, S. 257, 270
Im Jahr 1564 wurde Konrad Wedemeyer von Erich II. mit dem Gallenhof in der Stadt Hannover belehnt.Dirk Henning Hofer, Karl Konrad Werner Wedemeyer (1870-1934): ein Juristen- und Gelehrtenleben, Kiel 2009, S. 29 f. 1576 leistete er Bürgschaft für Wilhelm II., Dompropst von Hildesheim, Graf von Holstein, Schaumburg und Sternberg, eines Sohnes des Grafen Jobst I.Leopold von Zedlitz-Neukirch, Neues Preussisches Adels-Lexicon, Band 4, Leipzig 1837, S. 470
mini|links|Mit dem „Oberen Rittergut“ belehnte Herzog Erich II. von Calenberg seinen Großvogt in Eldagsen; Straßenschild Obergutstraße mit Legendentafel
mini|Im selben Jahr erhielt Wedemeyer dort auch das Untergut, das bis 1961 bestand.
Später erwarb Conrad Wedemeyer zwei Rittergüter in Eldagsen: 1582 war der Großvogt zum einen mit dem Sattelhof des Adelsgeschlechtes derer von Stemmen belehnt worden. Das sogenannte „Untergut“ in Eldagsen wurde später zum Wohnsitz der Untergut-Linie der Familie, das sich bis heute als Rittergut Wederade an der Coppenbrügger Straße erhalten hat. Das andere Lehen war ein ehemaliger Burgmannshof der Grafen von Hallermund, mit dessen Burg der Großvogt von Calenberg ebenfalls belehnt wurde. Die Burganlage wurde später – im Dreißigjährigen Krieg – 1626 zerstört, so dass die Nachkommen Wedemeyers ihren Wohnsitz auf das sogenannte „Obergut“ in Eldagsen verlegten. Diese Gesamtanlage mit ihren zum Teil später erbauten Gebäuden steht heute unter Denkmalschutz.Gerd Schwarz (Verantw.): auf der Seite eldagsen.de, mit einem Übersichtskarte, Fotos und weiteren Details erarbeitet mit dem Arbeitskreis Stadtgeschichte Eldagsen, zuletzt abgerufen am 5. September 2015 Beide Güter befinden sich bis heute im Besitz zweier Linien der Familie von Wedemeyer.
Conrad Wedemeyer wurde in Hannover in der Marktkirche begraben „[...] bey der Tauffee nach dem Markte“. Sein sandsteinernes, oftmals auch als Grabplatte bezeichnetes Epitaph mit den Wappen der drei Familien Reinhard (Reinharter), Wedemeyer und BorriesSiegfried Müller: Mode: die Kleidung des Mannes, in ders.: Leben im alten Hannover. Kulturbilder einer deutschen Stadt. Schlütersche, Hannover 1986, ISBN 3-87706-033-1, S. 74–77 findet sich an der NordwandArnold Nöldeke: Denkmäler des „alten“ Stadtgebietes Hannover. (Eingemeindungsstand bis 1. Januar 1870), in ders.: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, hrsg. vom Provinzialausschus und Landesdirektorium der Provinz Hannover, 1. Teil: Regierungsbezirk Hannover, Heft 1 und 2 (Heft 19 und 20 des Gesamtwerkes), Stadt Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Theodor Schulzes Buchhandlung, Hannover, 1932, S. 105; Digitalisat im Internet Archive und durch Kooperation mit der University of Toronto außerhalb der Marktkirche am Hanns-Lilje-Platz.Helmut Knocke, Hugo Thielen: Hanns-Lilje-Platz 11. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, 4., aktualisierte und erweiterte Auflage, S. 127–132; hier: S. 128
Archivalien Archivalien zu Konrad Wedemeyer finden Niedersächsischen Landesarchiv (Standort Hannover), dort in den Abteilungen Deposita, Kartenabteilung und Sammlungen bis 1945.
Literatur Wolfgang W. Ewig: Conrad Wedemeyer (1533–1598). Großvogt zu Calenberg. Barsinghausen 2002 Carl Schuchhardt: Die hannoverschen Bildhauer der Renaissance, Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1909, Nr. 29
Weblinks Epitaph für Conrad Wiedemeyer, gestorben 1598 im Bildindex der Kunst und Architektur Martin Heine: Legendenschilder [zu den Straßennamen in Eldagsen], mit Bezugnahme auf die Familie Wedemeyer bei den Straßen Amtmannshof, Auf dem Untergut, Obergutstraße und Untergutstraße auf der Seite des Arbeitskreises Stadtgeschichte Eldagsen Gernot Becker: Website Genealogie Becker – die Vorfahren unserer Enkelkinder, 2.176. Wedemeyer, Conrad d.Ä. (abgerufen am 6. September 2015)
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Rechtswissenschaftler (16. Jahrhundert) Kategorie:Vogt (Amt) Kategorie:Person (braunschweigische Geschichte) Kategorie:Person (Pattensen) Kategorie:Person (Springe) Kategorie:Person (Hannover) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1533 Kategorie:Gestorben 1598 Kategorie:Mann