Die Vodafone Deutschland GmbH mit Sitz in Unterföhring, bis 22. Januar 2021 Vodafone Kabel Deutschland GmbH (VKD), bis 1. September 2015 Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH (KDG), war der größte Kabelnetzbetreiber in Deutschland, hervorgegangen aus der ehemaligen Kabel Deutschland Holding AG (KDH). Das Unternehmen wurde laut Handelsregister am 17. November 2025 mit der Vodafone GmbH verschmolzen.

Geschichte mini|hochkant|Detailansicht des Unternehmensgebäudes mini|Gesamtansicht des Unternehmensgebäudes mini|Ehemaliges Kabel Deutschland Ladengeschäft mini|Ehemaliges Logo von Kabel Deutschland Das Breitbandkabelnetz in Deutschland wurde ab Anfang der 1980er-Jahre von der Deutschen Bundespost aufgebaut und betrieben. Zur Vorbereitung eines durch regulatorische Vorgaben erzwungenen späteren Verkaufs gliederte die Deutsche Telekom Ende 1999 den gesamten Bereich Breitbandkabelnetze aus ihrem Unternehmen in die neu geschaffene Gesellschaft Kabel Deutschland GmbH (KDG) aus.

Die KDG übernahm die operative Führung des Kabelgeschäfts. In der Folge wurde das Unternehmen in neun eigenständige Regionalgesellschaften aufgeteilt. Diese Regionalgesellschaften sollten einzeln an Investoren verkauft werden. Die Abwicklung des Verkaufs übernahm der ehemals für das Telekommunikationsgeschäft der Deutschen Bundespost verantwortliche Ministerialdirektor Franz Arnold.

Zuerst verkaufte die Deutsche Telekom im Februar 2000 die Kabelnetze der Kabel Nordrhein-Westfalen GmbH & Co. KG (Kabel NRW) in Nordrhein-Westfalen an den US-amerikanischen Investor Richard Callahan. Kabel NRW wurde eine Tochtergesellschaft der Callahan NRW, die wiederum zu 55 % der US-amerikanischen Callahan & Associates und zu 45 % der Telekom-Tochter Kabel Deutschland gehörte. Als zweite Region wurde die Kabel Hessen an eine Investorengruppe unter der Führung von A. Gary Klesch verkauft. Im September 2001 erwarb die Callahan & Associates auch die Kabelnetze der Kabel BW. So entstanden die (später so neu benannten) regionalen Kabelgesellschaften ish (NRW), iesy (Hessen) und Kabel BW (Baden-Württemberg). Im Juni 2007 wurden ish und iesy unter der einheitlichen Marke Unitymedia zusammengelegt.

Nachdem im Februar 2002 der Verkauf der verbliebenen sechs Gesellschaften an Liberty Media vom Bundeskartellamt untersagt worden war, erwarb im März 2003 eine Investorengruppe aus Apax Partners, Providence Equity Partners und Goldman Sachs Capital Partners die sechs Regionalgesellschaften und bündelte sie in der Kabel Deutschland Gruppe. 2002 waren rund 2400 Mitarbeiter beschäftigt und erzielten einen Umsatz von rund einer Mrd. Euro bei rund 10 Millionen Kunden.kabelanschluss.com:

Im Dezember 2003 startete Kabel Deutschland in Berlin mit „Kabel Internet“ ein Pilotprojekt für den breitbandigen Internetzugang über das Fernsehkabel. Im Jahr 2004 folgten vier weitere Städte mit Leipzig, Bayreuth, München und Saarbrücken. Ende 2004 wurde der Regelbetrieb aufgenommen und mit der bundesweiten Bereitstellung von Kabel Internet begonnen. Im Januar 2004 verlegte Kabel Deutschland seinen Unternehmenssitz von Bonn und Berlin nach Unterföhring. Im April 2004 brachte Kabel Deutschland zwei digitale Programmpakete auf den Markt. Das Startpaket Kabel Digital Basic enthielt eine Kombination von Premiere Start sowie 45 digitalen Radioprogrammen und bot darüber hinaus Zugang zu den TV-auf-Abruf-Angeboten Premiere Direkt und Premiere Erotik. Kabel Digital Basic Plus umfasste sieben Spartensender E! Entertainment Television, Fashion TV, Kinowelt, Meteos TV, Motors TV, Planet und Trace.TV. Kunden konnten den Kabel-Digital-Receiver DC220KKD des britischen Herstellers Pace für 99,00 Euro erwerben. Am 27. Juli 2004 hat zudem die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien (BLM) den elektronischen Programmführer (EPG) von Kabel Deutschland freigegeben. Im September 2004 startete Kabel Deutschland das Programmpaket Kabel Digital Home mit anfangs zunächst 20 zusätzlichen Programmen, darunter 13th Street Universal und Sci Fi Channel.

Im Februar 2006 übernahm die Investmentgesellschaft Providence Equity Partners die Anteile der bisherigen Mitgesellschafter Apax und Goldman Sachs Capital Partners und hielt danach mehr als 95 Prozent der Anteile. Im März 2010 erfolgte der Börsengang in Frankfurt, insgesamt wurden etwa 34,5 Mio. Aktien ausgegeben und dadurch rund 760 Mio. € eingespielt.heise online: Kaum Nachfrage nach KDG-Aktie 22. März 2010 Am 21. Juni 2010 wurde Kabel Deutschland in den MDAX aufgenommen, wo sie bis zum 18. Dezember 2015 verblieb.Wirtschaftswoche: Dax-Neuordnung: Teure Einkäufe für Indexfonds. 21. Juni 2010

Zum 30. Juni 2012 stieg die Zahl der Abonnenten des Unternehmens auf rund 13,7 Millionen, darunter machten ein Drittel der Abos die Kombidienste aus Kabelfernsehen, Internet und Telefon aus.focus.de: Kabel Deutschland verbucht Gewinnsprung. 15. August 2012 Im Juni 2013 gab der britische Vodafone-Konzern bekannt, dass er den Aktionären von Kabel Deutschland ein Übernahmeangebot vorlegen wolle. Das Vorhaben fand die notwendige Resonanz von 75 Prozent und wurde im September 2013 von der EU-Kommission genehmigt. Vodafone gab am 14. Oktober 2013 offiziell bekannt, dass man 76,6 Prozent des Aktienkapitals erworben habe. Der Kaufpreis habe 10,7 Milliarden Euro betragen.

Das Ziel von Kabel Deutschland war es nach eigenen Angaben, ein möglichst deutschlandweit flächendeckendes Kabelnetz zu betreiben. Das Bundeskartellamt verhinderte jedoch die Aufkäufe von Konkurrenten der Netzebene 3 und somit ein bundesweites Angebot der KD in diesem Segment. Die Übernahme-Verbote wurden am 7. Oktober 2004 für ish (Dienstleister für Nordrhein-Westfalen), iesy (Dienstleister für Hessen) und Kabel BW (Dienstleister für Baden-Württemberg) ausgesprochen. Kabel Deutschland hatte für diese Aufkäufe insgesamt 2,7 Milliarden Euro eingeplant, nach erfolgreichem Kauf wären 17 Millionen von insgesamt 22 Millionen direkten Kabelanschlüssen in Deutschland versorgt worden. Im Mai 2012 bestätigte Kabel Deutschland, den Kabelanbieter Tele Columbus für 603 Millionen Euro übernehmen zu wollen. Tele Columbus mit Sitz in Berlin hatte rund 1,7 Millionen Kunden. Das Bundeskartellamt stellte sehr hohe Auflagen, weshalb die Übernahme im Februar 2013 abgesagt wurde.abendblatt.de: Kabel Deutschland scheitert bei Übernahme von Tele Columbus. 19. Februar 2013

Ab dem 1. April 2014 bestand zwischen Vodafone und der Kabel Deutschland ein Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag. Kabel Deutschland verlor somit seine Unabhängigkeit und war nun eine Tochter von Vodafone geworden. Beide Marken und Unternehmen blieben zunächst unabhängig voneinander bestehen und wurden weitergeführt. Vodafone kündigte an, die Marke Kabel Deutschland langfristig nicht mehr gegenüber Endkunden zu verwenden und ab September 2015 den Namen von Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH in Folge des Zusammenschlusses in die Vodafone Kabel Deutschland GmbH umbenennen. Die Kabel Deutschland Holding existierte temporär noch als börsennotierte Holding unter altem Namen und Logo weiter. Am 3. September 2015 wies der Mutterkonzern Vodafone die Gesellschaft an, binnen eines Jahres das Delisting der Aktien vom regulierten Markt Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse zu beantragen. Zum 21. Dezember 2015 wurde die Aktie aus dem MDAX genommen.

Der Umsatz der KD lag im Geschäftsjahr 2014/15 (zum 31. März 2015) nach IFRS bei 2.020,7 Millionen Euro (Vorjahr 1.900,2). Der Gewinn betrug in diesem Zeitraum 238,9 Millionen Euro (gegenüber 68,2 Mio. Euro Verlust im Vorjahr) und der durchschnittliche Umsatz pro Kunde (ARPU) betrug 18,34 Euro im Monat (Vorjahr 17,11). Die KD versorgte zum Stichtag 8,308 Millionen angeschlossene Haushalte (Vorjahr: 8,344). Davon waren 2,526 Millionen Premium-TV-Abonnements (Vj.: 2,302) und 5,175 Millionen Internet- und Telefon-Kunden (Vj.: 4,309).

Im Geschäftsjahr 2017/18 lag nach Angaben von Vodafone der Umsatz im Bereich Kabel bei 2,41 Milliarden Euro.

Im Dezember 2020 wurde bekannt, dass Vodafone seinen Anteil auf über 90 % erhöhen möchte. Mit diversen Anteilseignern war man bereits handelseinig. Ziel war es jedoch, Kabel Deutschland ganz zu übernehmen.

Mit der zusätzlichen Übernahme von Unitymedia musste sich Vodafone zu einer Öffnung des Kabelfernsehnetzes verpflichten. Ab 2021 vertrieb Telefónica Deutschland unter der Marke O2 neben Vodafone und Eazy auch Produkte über das Kabelfernsehnetz.

Im März 2023 leitete die Vodafone Vierte Verwaltungs AG das verschmelzungsrechtliche Squeeze-Out bei der Kabel Deutschland Holding AG ein, das Unternehmen wurde dabei am 15. Oktober 2023 vollständig mit der Vodafone Deutschland GmbH verschmolzen.VOdafone.de: Vodafone Vierte Verwaltungs AG leitet verschmelzungsrechtlichen Squeeze-Out bei Kabel Deutschland Holding AG ein; abgerufen am 16. März 2024Northdata.de: KABEL DEUTSCHLAND HOLDING AG, UNTERFÖHRING; abgerufen am 16. März 2024

Das Unternehmen fungierte als Netzbetreiber für das größte Kabelnetz in Deutschland und versorgte zuletzt rund 8,3 Millionen Haushalte mit Kabelanschlüssen in allen Bundesländern mit Ausnahme von Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, welche die Vodafone West GmbH, ehemals Unitymedia, übernahm. Mit den Kabelfernsehanschlüssen wurden Angebote für hochauflösendes (HD) und digitales (SD) Fernsehen vertrieben, sowie Video-on-Demand und Pay-TV-Angebote. Über den Kabelanschluss bot das Unternehmen Breitband-Internet-Anschlüsse (bis zu 1 Gbit/s), WLAN-Dienste und Festnetz-Telefonanschlüsse über Breitbandkabel (Next Generation Network; NGN) an.

Durch Beendigung des Nebenkostenprivileg für den Kabelfernsehanschluss zum 30. Juni 2024 wurde ein Quasimonopol abgeschafft, wodurch dem Unternehmen eine wichtige Einnahmequelle entfiel.

Kabelnetz Die KD war mit ihren sechs Regionen in insgesamt 13 Bundesländern als Anbieter von Produkten über das Kabelnetz vertreten. Von den 15,3 Millionen anschließbaren Haushalten (Homes passed) waren 8,7 Millionen angeschlossen (Homes connected).kabeldeutschland.com: Von diesen Kunden wurden rund ein Drittel direkt, die anderen zwei Drittel der Kunden wurden über andere Netzebene-4-Betreiber und Wohnungswirtschaftsunternehmen versorgt.

Das Netz der KD war bis 2011 kein zusammenhängendes Netz, sondern bestand aus vielen kleineren Kabelinseln. Das TV-Signal wurde zum Stichtag 31. März 2011 an 882 Stellen, den Kabelkopfstellen, in das Netz eingespeist.

Im Laufe der Jahre 2010 und 2011 wurde schließlich durch KD ein zusammenhängendes Glasfaser-Backbone aufgebaut. An dieses wurden sukzessive die allermeisten Netze der KD angeschlossen. Damit dies möglichst kostengünstig vonstattengehen konnte, wurden zudem zahlreiche kleinere, bislang komplett eigenständige Ortsnetze an die großen Glasfasersterne gehängt. Dadurch wurden etwa 98 Prozent der Haushalte von KD über das Backbone versorgt. Die restlichen Netze, die nicht am Backbone angeschlossen waren, wurden weiterhin dezentral über Satellit gespeist. Nach Abschluss dieser Maßnahmen konnte im Februar 2012 schließlich die Ausstrahlung der KD-Pakete über Astra 23,5°Ost, über den die Programme bis dahin zu den einzelnen Kopfstationen zugeführt wurden, eingestellt werden.helpdesk.kdgforum.de: Inoffizielles Vodafone-Kabel-Helpdesk – Backbone

+ Infrastruktur von Kabel Deutschland Einrichtung Anzahl August 2007 Anzahl März 2014 Playoutcenter (POC) 2 in Frankfurt-Rödelheim und als Backup in Kirchheim bei München Breitband-Zugangsserver (Point of Presence) 24 Master-Kopfstationen 52 Kopfstationen mit CMTS 738 Point of Presence (PoP) für TV in den Kopfstationen 116 Point of Presence (PoP) für Internet & Telefon 289 Hubs 2000 1900 Verstärker 134.000 135.000 Splitter und Kabelabzweiger 2.200.000 2.200.000 Hausübergabepunkte 4.200.000 4.300.000 Kabellänge 261.000 km 266.000 km Kabelrohre 31.400 km 31.400 km

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