Gunther Hildebrandt (* 12. Januar 1924 in Freiburg; † 6. März 1999) war ein deutscher Physiologe und Hochschullehrer.

Leben Von 1951 bis 1959 arbeitete Hildebrandt als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Balneologischen Forschungsstelle Bad Orb, deren Leitung er 1959 übernahm. 1959 habilitierte er sich über Die rhythmische Funktionsordnung von Puls und Atmung für das Fach Humanphysiologie und Balneologie. 1964 wurde er Direktor des neu gegründeten Instituts für Arbeitsphysiologie und Rehabilitationsforschung in Marburg, seit 1967 als ordentlicher Professor. Er baute mit Herbert Hensel in Marburg den Sonderforschungsbereich Adaptation und Rehabilitation auf. Er wurde 1992 emeritiert.

Von 1967 bis 1969 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation, er war Gründungspräsident der Europäischen Gesellschaft für Chronobiologie (1985–1987). Hildebrandt war Mitglied der 1996 gegründeten Europäischen Gesellschaft für Klassische Naturheilkunde und Ehrenmitglied zahlreicher nationaler und internationaler wissenschaftlicher Gesellschaften.

Ein Tätigkeitsschwerpunkt war die Chronobiologie und Chronomedizin. Er verfasste hier früh Forschungsarbeiten zur Organrhythmik. Beispielsweise pendeln sich im Schlaf Puls und Atmung tendenziell auf ein Verhältnis 4:1 ein. Diesen Puls-Atem-Quotient führte er in die Kurmedizin ein. Er schlug eine Disziplin der „therapeutischen Physiologie“ vor, die analog der Beschreibung der zur Erkrankung führenden Prozesse (Pathophysiologie), die Prozesse beschreibt, die zu einer Gesundung führen.

Schriften (Auswahl)

gemeinsam mit Christoph Gutenbrunner (Hrsg.): Handbuch der Balneologie und medizinischen Klimatologie. Springer, Berlin u. a. 1998, ISBN 3-540-60534-7.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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