Die Retirada (auch Retirata, Ritirada oder Ritirata) ist in der Barockmusik die Bezeichnung des Satzes, der eine Folge von zusammengehörigen (Tanz-)Musikstücken (Suite) abschließt, also das Gegenstück zur eröffnenden Intrada, so dass beide die anderen Sätze einrahmen. Der Name stammt vom spanischen retirada oder vom italienischen ritirata ab, was beides „Rückzug, Abmarsch“ bedeutet. Die Begriffe Intrada und Retirada stammen von den Fanfaren, die bei mittelalterlichen Turnieren den Eintritt der Kämpfer und den Ausritt des Siegers verkündeten.

Bei Michael Praetorius (1571–1621) in Syntagma musicum heißt die Retirada Retrajecte:

Retiraden kommen unter anderem bei folgenden Komponisten (vorwiegend Wien zugehörig) vor: Biagio Marini (1594–1663), Wolfgang Ebner (1612–1665), Johann Heinrich Schmelzer (um 1623–1680), Philipp Jakob Rittler (1637–1690), Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-–1704), Alessandro Poglietti († 1683), Jan Ignác František Vojta (vor 1660 – vor 1725), Wenzel Ludwig von Radolt (1667–1716), Luigi Boccherini (1743–1805).

Literatur Paul Nettl: Die Wiener Tanzkomposition in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts. In: Studien zur Musikwissenschaft, herausgegeben von der Gesellschaft zur Herausgabe von Denkmälern der Tonkunst in Österreich, Band 8 (1921), S. 64 f. (). Don Michael Randel (Hrsg.): Harvard Dictionary of Music. 4. ed. Cambridge, Mass./London 2003, Stichwort Retirada.

Einzelnachweise

Kategorie:Musikalische Gattung Kategorie:Barock (Musik)