mini|Haus in der Werkbundsiedlung Wien mini|Haus Briess in Olmütz Jacques Groag (geboren 5. Februar 1892 in Olmütz, Österreich-Ungarn; gestorben 28. Januar 1962 in London) war ein mährisch-britischer Architekt.
Leben Nach seinem Abitur auf dem deutschen Gymnasium in Olmütz und dem anschließenden Militärdienst ging Groag 1910 nach Wien, wo er Bauwesen bei Adolf Loos studierte. Während des Ersten Weltkriegs diente er bei der Artillerie.
Er lebte und arbeitete von 1926 bis 1938 als freier Architekt in Wien. Von 1937 bis zu seinem Tod war er mit der Kunsthandwerkerin und Designerin Jacqueline Groag (1903–1986) verheiratet, die er in Wien kennengelernt hatte. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 flüchtete das Ehepaar zuerst nach Prag, wo er als Architekt arbeitete, und dann 1939 nach Großbritannien. In London bauten sie sich eine neue Existenz auf. Von 1940 bis 1962 als Innenarchitekten und Designer in London, 1947 erhielten sie die britische Staatsbürgerschaft, von 1955 bis 1960 Lehrtätigkeit an der Hammersmith School for Arts and Crafts, London.
Groags Schwester Johanna heiratete den Dirigenten Heinrich Jalowetz, die Textilkünstlerin Trude Guermonprez ist mithin eine Nichte.
Bauten 1923: Umbau der Malzfabrik Groag in Olmütz / Olomouc 1926–1929: Bauausführung Palais Stonborough (Haus Wittgenstein) in Wien 3, Kundmanngasse 19 (Entwurf: Paul Engelmann und Ludwig Wittgenstein) 1927–1928: Bauausführung Villa Moller in Wien 18, Starkfriedgasse 19 (Entwurf: Adolf Loos) 1927: Villa Groag in Olmütz / Olomouc, Mozartova 454/36 1929: Haus Bermann in Olmütz / Olomouc, Vídeňská 959/18 1932: Doppelhaus Werkbundsiedlung in Wien 13, Woinovichgasse 5–7 1933: Haus Paula und Hans Briess in Olmütz / Olomouc, Na Vozovce 549/12 1933: Haus Dr. Gustav Stern in Perchtoldsdorf, Franz Josef-Straße 28 1935: Haus Rudolf Seidler in Olmütz / Olomouc, Václavkova 603/2 1935–1936: Landhaus Dr. Eisler in Ostrawitz / Ostravice 465 1936: Haus Franz Briess in Olmütz / Olomouc, Wellnerova 640/21 1937: Haus Spitzer in Skotschau / Skoczów 1937–1938: Arbeiterwohnsiedlung einer Chemiefabrik in Mährisch-Ostrau / Ostrava 1938: Haus Stibor (Šebor) in Prag, Na Hrebenkach 2365/41
Literatur
Zdeněk Lukeš: [Begleichung der Schuld: Deutschsprachige Architekten in Prag 1900–1938] (Splátka dluhu: Praha a její německy hovořící architekti 1900–1938). Fraktály Publishers, Praha 2002, ISBN 80-86627-04-7, Abschnitt Jacques Groag, S. 65; 217 S.
Weblinks
Jacques und Jacqueline Groag. apalaver.com; ausführliches Gespräch mit der Architekturhistorikerin Ursula Prokop in der Radioreihe A Palaver, 3. Februar 2020.
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