Dieser Artikel enthält die Resultate aller für die Zusammensetzung des schweizerischen Ständerats während der 45. Legislaturperiode (Oktober 1995 – Oktober 1999) massgeblichen Wahlen. Dies umfasst die zusammen mit den Nationalratswahlen vom 22. Oktober 1995 durchgeführten ordentlichen Wahlen, die Ersatzwahlen für während der Amtszeit zurückgetretene oder verstorbene Ratsmitglieder sowie die an eigenen Terminen durchgeführten ordentlichen Wahlen in den Kantonen Graubünden, Zug, Obwalden, Nidwalden und Appenzell Innerrhoden, deren Sieger (auch) zwischen 1995 und 1999 im Rat sassen.
Wahlsystem Ausführlicher hierzu: Ständerat – Wahlverfahren
Wahl und Amtsdauer der Ständeräte in die Zuständigkeit der Kantone fallen in die Zuständigkeit der Kantone. 1995 ergab sich dies aus der damals geltenden Bundesverfassung von 1874, die stillschweigend davon ausging.Christoph Lanz, Art. 150 N 5, in: Bernhard Ehrenzeller et al. (Hrsg.), Die schweizerische Bundesverfassung. Kommentar, 2. Auflage, Dike, Zürich/St. Gallen 2008, S. 2323.
Es entwickelte sich mit der Zeit allerdings eine gewisse Vereinheitlichung. Im betreffenden Zeitraum wurde in allen Kantonen der Ständerat direkt durch das Volk gewählt: In den meisten Kantonen an der Urne, in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Obwalden und Nidwalden (bis zu ihrer Abschaffung 1996) an der Landsgemeinde. In Appenzell Ausserrhoden fanden die ordentlichen Wahlen 1995 an der Urnen statt, die Ersatzwahl 1998 dagegen an der Landsgemeinde. Die Ständerate des Kantons Jura wurden im Proporzverfahren (Verhältniswahlrecht) gewählt, in allen anderen Kantonen galt das Majorzverfahren (Mehrheitswahlrecht). Dabei galt üblicherweise ein System mit zwei Wahlgängen: Im 1. Wahlgang muss ein Kandidat, um gewählt zu werden, das (unterschiedlich berechnete) absolute Mehr erreichen. Im 2. Wahlgang genügt das relative Mehr: Gewählt ist dann, wer am meisten Stimmen erhalten hat.
In allen Kantonen ausser Appenzell Innerrhoden, Graubünden, Nidwalden, Obwalden und Zug fanden die Ständeratswahlen für die 45. Legislaturperiode zusammen mit den Nationalratswahlen vom 22. Oktober 1995 statt. Für diese Kantone werden auch die letzten Ständeratswahlen vor dem 22. Oktober 1995 aufgeführt. Dies deshalb, weil die Sieger jener Wahlen aufgrund dieser Wahlsiege während der 45. Legislaturperiode im Ständerat sassen.
Kanton Aargau Ordentliche Wahl, 1. Wahlgang (22. Oktober 1995)
Weil im 1. Wahlgang kein Kandidat das absolute Mehr von 66'409 Stimmen erreichte, musste ein 2. Wahlgang angesetzt werden.
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Willy Loretan (bisher) FDP 59'359 44,7 % Maximilian Reimann SVP 58'850 44,3 % Josef Bürge CVP 41'182 31,0 % Doris Stump SP 35'887 27,0 % Kathrin Kuhn Grüne 19'413 14,6 % Dragan Najman SD 7'371 5,5 % Vereinzelte 11'725 8,8 %
Ordentliche Wahl, 2. Wahlgang (26. November 1995)
Weil im 1. Wahlgang kein Kandidat das absolute Mehr erreicht hatte, fand am 28. November 1999 ein 2. Wahlgang statt. Dabei galt das relative Mehr, dies bedeutet, gewählt war jener Kandidat, der am meisten Stimmen erreichte.
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Willy Loretan (bisher) FDP 53'770 54,6 % gewählt Maximilian Reimann SVP 53'642 54,4 % gewählt Josef Bürge CVP 48'911 49,6 %
Kanton Appenzell Ausserrhoden (1 Sitz) Ordentliche Wahl (22. Oktober 1995)
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Otto Schoch (bisher) FDP 13'352 94,8 % gewählt Vereinzelte 726 5,2 %
Ersatzwahl Schoch (27. April 1997) Weil Ständerat Schoch zurücktrat, wählte die Landsgemeinde vom 27. April 1997 seine Nachfolge. Es kandidierten der offizielle FDP-Kandidat Landammann Hans Höhener sowie Hans-Rudolf Merz, auch FDP-Mitglied, jedoch von einem überparteilich-bürgerlichen Komitee nominiert und von der SVP unterstützt. In der Landsgemeinde wurden zudem spontan Paul Veuillemier (SP) und Kantonsrätin Ruth Tobler vorgeschlagen. Nachdem im 2. Wahlgang kein eindeutiges Mehr festgestellt werden konnte, siegte Merz im 3. Wahlgang klar.Appenzeller Zeitung, 28. April 1997NZZ, 28. April 1997 Kandidat Partei Ergebnis Hans-Rudolf Merz FDP gewählt Hans Höhener FDP ausgeschieden im 3. Wahlgang Paul Veuillemier SPAppenzeller Zeitung, 26. April 1997 ausgeschieden im 1. Wahlgang Ruth Tobler ausgeschieden im 1. Wahlgang
Kanton Appenzell Innerrhoden (1 Sitz) Ordentliche Wahl 1995 (30. April 1995)
An der Landsgemeinde vom 30. April 1995 wurde der bisherige Ständerat Carlo Schmid-Sutter wieder gewählt.
Kandidat Partei Ergebnis Carlo Schmid-Sutter (bisher) CVP gewählt
Ordentliche Wahl 1999 (24. April 1999)
An der Landsgemeinde vom 24. April 1999 wurde der bisherige Ständerat Carlo Schmid-Sutter wieder gewählt.
Kandidat Partei Ergebnis Carlo Schmid-Sutter (bisher) CVP gewählt
Kanton Basel-Landschaft (1 Sitz) Ordentliche Wahl (22. Oktober 1995)
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis René Rhinow (bisher) FDP 41'259 69,3 % gewählt Peter Brunner SD 9'151 15,4 % Manfred Reist Grüne 3'380 5,7 % Vereinzelte 5'719 9,6 %
Kanton Basel-Stadt (1 Sitz) Ordentliche Wahl (22. Oktober 1995)
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Gian-Reto Plattner (bisher) SP 31'872 57,2 % gewählt Thomas Staehelin LDP 18'715 33,6 % Werner Furrer SD 4'744 8,5 % Vereinzelte 401 0,7 %
Kanton Bern Ordentliche Wahl (22. Oktober 1995)
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Christine Beerli (bisher) FDP 152'699 61,9 % gewählt Ulrich Zimmerli (bisher) SVP 142'569 57,8 % gewählt Rudolf Strahm SP 94'048 38,1 % Luzius Theiler GPB-DA 4'797 1,9 % Vereinzelte 17'867 7,2 %
Kanton Freiburg Ordentliche Wahl, 1. Wahlgang (22. Oktober 1995) Im 1. Wahlgang erreichte nur Anton Cottier das absolute Mehr von 28'120 Stimmen. Es musste daher ein 2. Wahlgang angesetzt werden.
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Anton Cottier (bisher) CVP 31'904 56,7 % gewählt Monique Pichonnaz Ogier FDP 21'800 38,8 % Pierre Aeby SP 18'733 33,3 % Madleine Duc CSP 11'852 21,1 % Jean-Luc Piller SVP 6'091 10,8 %
Ordentliche Wahl, 2. Wahlgang (12. November 1995) Im 1. Wahlgang hatte nur Anton Cottier das absolute Mehr erreicht. Daher fand ein 2. Wahlgang statt.
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Pierre Aeby SP 23'723 52,4 % gewählt Monique Pichonnaz Ogier FDP 21'584 47,6 %
Kanton Genf Ordentliche Wahl (22. Oktober 1995)
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Christiane Brunner SP 38'727 54,6 % gewählt Françoise Saudan FDP 34'114 48,1 % gewählt Gilbert Coutau (bisher) LPS 32'744 46,1 % Paolo GilardiAdGTribune de Genève, 11. und 12. Oktober 1995 26'009 36,7 %
Kanton Glarus Ordentliche Wahl (22. Oktober 1995)
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Fritz Schiesser (bisher) FDP 4'945 85,4 % gewählt Kaspar Rhyner (bisher) FDP 4'139 71,5 % gewählt Vereinzelte 1'385 23,5 %
Ersatzwahl Rhyner, 1. Wahlgang (15. März 1998) Weil Ständerat Rhyner zurücktrat, fand im März 1998 eine Ersatzwahl statt. Im 1. Wahlgang erreichte kein Kandidat das absoluten Mehr von 5'455 Stimmen. Es musste daher ein 2. Wahlgang angesetzt werden. Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis This Jenny SVP 5'245 48,1 % Willy Kamm FDP 5' 45,8 % Vereinzelte 665 6,1 %
Ersatzwahl Rhyner, 2. Wahlgang (29. März 1998) Im 1. Wahlgang hatte kein Kandidat das absolute Mehr erreicht. Daher fand ein 2. Wahlgang statt. Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis This Jenny SVP 5'089 53,5 % gewählt Willy Kamm FDP 4'347 45,7 % Vereinzelte 70 0,7 %
Kanton Graubünden
Im Kanton Zug fanden die Ständeratswahlen bis 2007 nicht zusammen mit den Nationalratswahlen statt wie in den meisten anderen Kantonen, sondern jeweils bereits ein Jahr vorher. Weil sowohl die Wahl vom 25. September 1994 wie auch diejenige vom 27. September 1998 die Zusammensetzung des Ständerats während der Legislaturperiode 1999/2003 beeinflussten, sind die Ergebnisse beider Wahlen aufgeführt.
Ordentliche Wahl 1994, 1. Wahlgang (25. September 1994) Im 1. Wahlgang erreichte nur Christoffel Brändli das absolute Mehr von 22'626 Stimmen. Es musste daher ein 2. Wahlgang angesetzt werden. Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Christoffel Brändli SVP 22'903 54,5 % gewählt Theo Maissen CVP 16'796 40,0 % Andrea Hämmerle SP 14'308 34,0 % Johannes Flury FDP 13'325 31,7 % Vereinzelte 544 1,3 %
Ordentliche Wahl 1994, 2. Wahlgang (16. Oktober 1994) Im 1. Wahlgang hatte nur Christoffel Brändli das absolute Mehr erreicht. Daher fand ein 2. Wahlgang statt. Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Theo Maissen CVP 16'311 65,0 % gewählt Andrea Hämmerle SP 8'491 33,8 % Vereinzelte 284 1,1 %
Ordentliche Wahl 1998 (27. September 1998)
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Christoffel Brändli (bisher) SVP 29'459 64,4 % gewählt Theo Maissen (bisher) CVP 28'451 62,2 % gewählt Silva Semadeni SP 15'997 35,0 % Vereinzelte 710 1,6 %
Kanton Jura Ordentliche Wahl (22. Oktober 1995) Im Kanton Jura wird der Ständerat nach Proporz (Verhältniswahlrecht) gewählt. Massgeblich ist also zuerst die Stimmenzahl der Parteien und dann nur innerhalb der Partei die Stimmenzahl der einzelnen Kandidierenden.
Partei Stimmen % Kandidat Stimmen Ergebnis Christlichdemokratische Volkspartei 15'703 39,1 % Pierre Paupe 7'228 gewählt Marie-Madeleine Prongué (bisher) 6'462 Sozialdemokratische Partei 14'448 36,0 % Pierre-Alain Gentil 7'404 gewählt Corinne Juillerat 6'231 Freisinnig-Demokratische Partei 8'046 24,8 % Nicolas Carnat (bisher) 4'565 Jean-Marie Voirol 3'815
Kanton Luzern Ordentliche Wahl, 1. Wahlgang (22. Oktober 1995) Im 1. Wahlgang erreichte kein Kandidat das absoluten Mehr von 53'701 Stimmen. Es musste daher ein 2. Wahlgang angesetzt werden.
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Franz Wicki CVP 49'156 45,8 % Helen Leumann-Würschm FDP 37'185 34,6 % Hans Widmer SP 19'969 18,6 % Josef Scherrer SVP 19'918 18,5 % Adrian Schmid Grüne 12'378 11,5 % Thomas Blättler SD 4'382 4,1 % Beatris Stadler parteilos 2'867 2,7 % Vereinzelte 4'177 3,9 %
Ordentliche Wahl, 2. Wahlgang (26. November 1995) eil im 1. Wahlgang kein Kandidat das absolute Mehr erreicht hatte, musste ein 2. Wahlgang angesetzt werden. Weil sich für diesen 2. Wahlgang aber nur Franz Wicki und Helen Leumann-Würsch anmeldeten, wurde diese beiden Kandidaten in stiller Wahl gewählt.
Kandidat Partei Stimmen Ergebnis Franz Wicki CVP stille Wahl gewählt Helen Leumann-Würsch FDP stille Wahl gewählt
Kanton Neuenburg Ordentliche Wahl (22. Oktober 1995)
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Thierry Béguin (bisher) FDP 17'728 56,5 % gewählt Jean Cavadini (bisher) LPS 17'206 54,8 % gewählt Bernard Soguel SP 8'671 27,6 % Fernand Cuche Grüne 6'833 21,8 % Alain Bringolf PdA 5'715 18,2 %
Kanton Nidwalden (1 Sitz) Erläuterung etc. Ordentliche Wahl 1994 (24. April 1994) An der Landsgemeinde vom 24. April 1994 wurde der bisherige Ständerat Peter-Josef Schallberger wieder gewählt.
Kandidat Partei Ergebnis Peter-Josef Schallberger (bisher) CVP gewählt
Ordentliche Wahl 1998 (15. März 1998)
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Peter-Josef Schallberger (bisher) CVP 7'975 80,3 % gewählt Daniela Filliger parteilos 1'959 19,7 %
Kanton Obwalden (1 Sitz) Ordentliche Wahl (24. April 1994) An der Landsgemeinde vom 24. April 1994 wurde der bisherige Ständerat Niklaus Küchler wieder gewählt.
Kandidat Partei Ergebnis Niklaus Küchler (bisher) CVP gewählt
Kanton Schaffhausen Ordentliche Wahl (22. Oktober 1995)
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Kurt Schüle (bisher) FDP 14'385 46,4 % gewählt Bernhard Seiler (bisher) SVP 12'515 40,4 % gewählt Silvia Pfeiffer SP 9'287 30,0 % René Steiner parteilos 5'843 18,9 % Rolf Zubler parteilos 4'007 12,9 % Vereinzelte 970 3,1 %
Kanton Schwyz Ordentliche Wahl (22. Oktober 1995)
Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Bruno Frick (bisher) CVP 14'907 75,1 % gewählt Hans Bisig (bisher) FDP 11'734 59,1 % gewählt Vereinzelte 3'177 16,0 %
Kanton Solothurn Ordentliche Wahl (22. Oktober 1995)