mini|Bílovec als Wagstadt auf einer deutschen Karte der Lachischen Dialekte von 1855 Bílovec (deutsch: Wagstadt) ist eine Stadt im Okres Nový Jičín (Neu Titschein) im Moravskoslezský kraj in Tschechien.
Geographische Lage Die Stadt liegt in Mährisch-Schlesien im Städte-Dreieck Ostrava (Ostrau), Opava (Troppau), Nový Jičín (Neu Titschein).
Geschichte Bílovec wurde 1276 erstmals erwähnt. Die Stadtgründung erfolgte zwischen 1316 und 1324 durch Wok von Krawarn, die älteste Erwähnung als „Woogstadt“ stammt aus dem Jahre 1324. Im 17. Jahrhundert war es ein bedeutendes Zentrum der Textilindustrie.
Nach dem Münchner Abkommen wurde der Ort dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Wagstadt, Regierungsbezirk Troppau, im Reichsgau Sudetenland. Aufgrund der Beneš-Dekrete wurde der deutsche Bevölkerungsanteil 1945 enteignet und vertrieben.
Bis 1960 war Bílovec Bezirksstadt. Bad Neustadt an der Saale (Bayern) ist seit 2001 Partnerstadt.
Einwohnerentwicklung + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1857 3.583 Carl Kořistka: Die Markgrafschaft Mähren und das Herzogthum Schlesien in ihren geographischen Verhältnissen. Wien und Olmüz 1861, S. 268–269 (books.google.de). 1900 4.556 deutsche Einwohner 1930 4.960 davon 3.608 Deutsche, 1.198 Tschechen und 122 Ausländer 1939 4.607
Sehenswürdigkeiten mini|Bílovec, Kirche des Hl. Nikolaus mini|Rathaus mini|Schloss Bílovec
Gotische Kirche des Hl. Nikolaus aus dem 14. Jahrhundert Renaissance-Rathaus (1593) mit einem Laubengang. Renaissance-Schloss aus dem 16. Jahrhundert Barockes Stadthaus aus dem 18. Jahrhundert, heute Museum Gotische St.-Georgs-Kirche aus dem 13. Jahrhundert in Lubojaty Kirche des Hl. Jakob in Stará Ves Windmühle in Stará Ves
Stadtgliederung Die Stadt Bílovec besteht aus den Ortsteilen Bílovec mit Annin Dvůr, Bravinné (Brawin) mit Dolní Nový Dvůr (Unterneuhof) und Horní Nový Dvůr (Oberneuhof), Labuť (Wipplarsdorf), Lhotka (Blaschdorf), Lubojaty (Laubias), Ohrada (Ohrad), Požaha (Poschaha), Radotín (Radnitz), Stará Ves (Altstadt) und Výškovice (Wischkowitz).
Söhne und Töchter Johann Ignaz Cimbal (1722–1795), österreichischer Maler und Etcher Felix Ivo Leicher (1727–1812), österreichischer Maler Andreas Rutzky von Brennau (1829–1896), österreich-ungarischer General und Militärschriftsteller Karl Raimund Kristinus (1843–1904), österreichischer Chorleiter, Musikpädagoge und Komponist Hugo Schmidt (1844–1907), sudetendeutscher sozialdemokratischer Politiker Richard Trampler (1845–1907), Historiker, Geograph, Pädagoge und Karst-Höhlenforscher Rudolf Sokol (1887–1974), österreichischer Maler Moritz Daublebsky-Sterneck (1912–1986), österreichischer Gerechter unter den Völkern Emil Ressel (1921–1991), Maler und Grafiker Otto Urban (1938–1996), Historiker Widmar Tanner (1938–2026), deutscher Biologe Joseph Carl Schöpp (* 1939), deutscher Amerikanist, Hochschullehrer Miloš Holaň (* 1971), Eishockeyspieler Květa Peschke (* 1975), Tennisspielerin Nikol Sajdová (* 1988), Volleyballspielerin Petra Kvitová (* 1990), Tennisspielerin Adam Pavlásek (* 1994), Tennisspieler Vít Kopřiva (* 1997), Tennisspieler
Literatur
Weblinks
Website der Stadt (tschechisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1276