mini|hochkant=1.06|Erna Bannow (ganz rechts hinten) und ihr späterer Mann Ernst Witt (ganz links) 1932 bei Göttingen Erna Witt, geb. Bannow (* 6. Oktober 1911 in Schlawe, Pommern; † 14. Dezember 2006 in Hamburg), war eine deutsche Politikerin der Freien Demokratischen Partei und von 1963 bis 1966 Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft.
Leben und Wirken Erna Witt legte ihr Abitur auf dem Oberlyzeum in Merseburg ab und studierte dann Mathematik und Philosophie an der Philipps-Universität Marburg, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Georg-August-Universität Göttingen. In Göttingen war sie Schülerin von Emmy NoetherFoto von Emmy Noether, Erna Bannow und den Noetherknaben und 1933 Erstunterzeichnerin einer Petition von Studierenden an den Kurator der Universität gegen den Entzug der Lehrerlaubnis Noethers.Digitalisat Nach einer Unterbrechung ihres Studiums kam sie zu Emil Artin an die Universität Hamburg. Am 25. Juli 1939 wurde sie mit einer von Ernst Witt betreuten Dissertation über Cayley-ZahlenErna Bannow, octonions and the Leech zum Dr. rer. nat. promoviert. 1940 heiratete sie Ernst Witt und wurde Hausfrau. Das Paar hatte zwei Töchter.
Im Jahr 1949 trat Erna Witt in die Freie Demokratische Partei (FDP) ein. Für ihre Partei saß sie von 1950 bis 1952 im Ortsausschuss Fuhlsbüttel. Von 1957 bis 1961 amtierte sie als Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bezirksausschuss Hamburg-Nord. Dort engagierte sich für eine Reduzierung des Lärms, den die Werft der Lufthansa am Flughafen Hamburg verursacht und forderte unter anderem den Bau einer Lärmschutzhalle.„Nicht mehr auszuhalten“, in: Hamburger Abendblatt vom 11. Oktober 1958, abgerufen am 30. Oktober 2018. Zudem sprach sie sich für eine bessere Ausstattung des Bezirks mit Kinderspielplätzen aus.„Ein kommunaler Notstand“, in: Hamburger Abendblatt vom 28. September 1961, abgerufen am 30. Oktober 2018. In den 1960er Jahren zog sie nach Othmarschen um.
Am 1. Dezember 1963 wurde sie Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft. Als Nachrückerin nahm sie im Landesparlament bis 1966 den Platz anstelle von Hans Biermann-Rathjen ein, der als Kultursenator sein Mandat als Abgeordneter niederlegte.„Senator legt Mandat nieder“, in: Hamburger Abendblatt vom 3. Dezember 1963, abgerufen am 30. Oktober 2018. Sie gehörte den Ausschüssen für Inneres und zur Bekämpfung der Luft- und Wasserverunreinigung sowie dem Gesundheitsausschuss, dem Rechtsausschuss, dem Eingabenausschuss und dem Sonderausschuss für Fernwärme an.
Schriften Die Automorphismengruppen der Cayley-Zahlen. Diss. Hamburg 1939
Literatur Ingeborg Grolle, Rita Bake: „Ich habe Jonglieren mit drei Bällen geübt.“ Frauen in der Hamburgischen Bürgerschaft 1946 bis 1993. Herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg 1995, ISBN 3-930802-01-5, S. 407 f.
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft Kategorie:FDP-Mitglied Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1911 Kategorie:Gestorben 2006 Kategorie:Frau