Bad Weißenstadt (bis Juli 2025 Weißenstadt) ist eine Stadt und seit dem 21. Juli 2025 ein anerkanntes Heilbad im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Bad Weißenstadt darf den Namenszusatz „am See“ führen, der allerdings nicht zur amtlichen Schreibweise des Namens gehört.

Geografie Lage Die Stadt liegt eingebettet im Tal der Eger zwischen Waldstein, Rudolfstein und Höllpass auf der Hochebene des Fichtelgebirges. Weißenstadt liegt in etwa auf halber Strecke zwischen Hof (Saale) und Bayreuth.

Gemeindegliederung Es gibt 21 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Die Einöde Finkenmühle gehört zum Gemeindeteil Birk, Frankenhammer zu Franken, Grafenmühle, Staudenmühle und Weihermühle zu Bad Weißenstadt.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Franken, Meierhöfer Seite, Reicholdsgrün (Gemarkungsteil 2), Voitsumra, Weißenstadt und Weißenstadter Forst-Süd. Die Gemarkung Weißenstadt hat eine Fläche von 20,927 km². Sie ist in 4396 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4760,48 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Lehsten, Neuenhammer, Weiherhöfen und Zigeunermühle.

Geschichte mini|hochkant=1.3| mini|hochkant=1.36|Weißenstadt im September 2005 mini|Kirchenlamitzer Straße in Bad Weißenstadt mit Schneeberg Mittelalter Der Ort erschien erstmals urkundlich 1299 als „Weißenkirchen“ (lat.: alba Ecclesia) und gehörte zum Herrschaftsbereich der nahegelegenen Burg Rudolfstein. Diese wurde erstmals 1317 erwähnt und befand sich damals im Besitz der Herren von Hirschberg, die sie von den Grafen von Henneberg zu Lehen erhalten hatten. Die Henneberger hatten das Gebiet um den Rudolfstein aus dem Erbe der Andechs-Meranier übernommen. Nicht lange danach befand sich der Rudolfstein und damit auch der zu seinen Füßen gelegene Ort Weißenkirchen in der Herrschaft des Klosters Waldsassen, das diesen Besitz 1347 an die Burggrafen Johann II. und Albrecht den Schönen von Nürnberg weiterveräußerte. Diese erhoben den Ort wenig später zur Stadt, denn 1368 wurde die Siedlung erstmals Weißenstadt genannt. In der Folge erlangte Weißenstadt große Bedeutung durch den in der Umgebung betriebenen Zinnbergbau und die Zinnverarbeitung. Schon im 14. Jahrhundert bestand dort ein eigenes „Zinnergericht“. Das 1398 durch Burggraf Johann III. von Nürnberg in Weißenstadt eingesetzte „Zeidelgericht“ weist auf die hier ebenfalls umfangreiche Waldbienenzucht hin.

Frühe Neuzeit Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert wurden in Weißenstadt auch Bergkristalle bergmännisch gefördert, die beispielsweise beim Bau des Neuen Schlosses in der Bayreuther Eremitage verwendet wurden. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts verließen die Hirschberger, die seit dem Verkauf des Rudolfsteins an die Nürnberger Burggrafen als hohenzollerische Amtmänner fungiert hatten, die klimatisch ungünstig gelegene Höhenburg Rudolfstein und verlegten ihren Amtssitz nach Weißenstadt, wo sie zwei Edelsitze besaßen. Diese Schlösser fielen dem großen Stadtbrand von 1823 zum Opfer; es sind keine Reste mehr davon zu sehen. Mit der Verwaltungsreform 1613 wurden die Stellen der adeligen Amtmänner im Sechsämterland abgeschafft; Weißenstadt wurde Sitz eines markgräflichen Richteramtes. Neben Wunsiedel war Weißenstadt die einzige Stadt im Sechsämterland, die über eine Stadtmauer verfügte. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

19. und 20. Jahrhundert Im Jahr 1899 bekam Weißenstadt auch einen Eisenbahnanschluss. Eine 1993 stillgelegte Stichbahn verband die Stadt bei Kirchenlamitz-Ost (Niederlamitz) mit der Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1978 die Gemeinden Franken und Voitsumra sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Reicholdsgrün eingegliedert. Die früheren gemeindefreien Gebiete Weißenstadter Forst-Nord (5,45 km²), Weißenstadter Forst-Süd (15,11 km²) und Meierhöfer Seite (2,97 km²) wurden mit Wirkung vom 1. Januar 2025 aufgelöst und in die Stadt Weißenstadt eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 3734 auf 3113 um 621 Einwohner bzw. um 16,6 %.

Politik Stadtrat Der Stadtrat in Bad Weißenstadt hat 16 Mitglieder. Bei der Stadtratswahl am 15. März 2020 wurde folgendes Ergebnis für die Wahlperiode 2020–2026 erzielt: mini|Rathaus von Bad Weißenstadt

Sitzverteilung Stimmenanteile SPD 6 Sitze CSU 7 Sitze Freie Wähler 3 Sitze

Nach früheren Wahlen ergaben sich folgende Sitzverteilungen: Wahlperiode 2014–2020 SPD 7 Sitze CSU 7 Sitze Freie Wähler 2 SitzeWahlperiode 2008–2014 SPD 7 Sitze CSU 6 Sitze Freie Wähler 3 Sitze Wahlperiode 2002–2008 SPD 4 Sitze CSU 7 Sitze Freie Wähler 3 Sitze ÜWG 2 Sitze

Bürgermeister Bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2020 konnte sich Frank Dreyer (SPD) mit 54,01 % gegen Matthias Beck (CSU) mit 32,12 % und Thomas Miksch (FW) mit 13,87 % erneut durchsetzen. Nachdem Dreyer im Frühjahr 2024 seinen gesundheitsbedingten Rücktritt erklärt hatte, wurde Matthias Beck (CSU) am 28. Juli 2024 mit 86 % zum neuen Bürgermeister gewählt. Sein Gegenkandidat war Markus Zitzmann (SPD).

Bisherige Bürgermeister 1866–1868: Kreiselmeyer 1877–1887: Karl Schmidt 1888–1891: Friedrich Gebhardt 1894: Wilhelm Kleemann 1911–1915: Karl Schmidt 1915–1927: Heinrich Ruckdäschel 1927–1933: Georg Pflieger 1935: Ernst Rubner 1950: Georg Schuster 1952–1972: Max Stollberg (SPD) 1972–1984: Christof Hager (FW), ab 1978 Erster BürgermeisterWalter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 441. 1984–2008: Klaus Knies (CSU) 2008–2024: Frank Dreyer (SPD) ab 2024: Matthias Beck (CSU)

Wappen

Kirchen Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde mit der Stadtkirche St. Jakobusweissenstadt-evangelisch.de Katholische Pfarrgemeinde mit der Pfarrkirche Maria Immaculata

Sehenswürdigkeiten mini|Osterbrunnen in Weißenstadt mini|Scheunenreihe Bayreuther Straße in Weißenstadt Katholische Pfarrkirche Maria Immaculata von 1936 Die evangelische Stadtkirche St. Jakobus wurde unter Verwendung der alten Außenmauern nach dem Brand von 1823 wieder aufgebaut.. Die evangelische Gottesackerkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit hat sich ihre reiche Ausstattung aus dem 17. Jahrhundert bewahrt.. Im Kurpark stehen nahe der Scheunenreihe an der Bayreuther Straße die Ruinen der Steinschleiferei Erhard Ackermanns. In der Kirchenlamitzer Straße 12 liegt das nach Vereinbarung öffentlich zugängliche Drogeriemuseum in Sack’s Destille, verbunden mit der Weißenstädter Unterwelt, einem Kristallbergwerk.Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Erst ein Spiritus gegen Rheuma – und dann ab in die Welt der Kristalle. (das Drogeriemuseum in Sack’s Destille in Weißenstadt) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 2, Süddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 153–154, ISBN 978-3-7776-2511-9. Zwischen See und Campingplatz befindet sich eines der ersten Zeugnisse der Steinschleiferei, ein Fischkasten aus Granit. Das kleine Museum Die für das Fichtelgebirge früher typischen Scheunenreihen an den Ortseinfallsstraßen sind in Weißenstadt noch weitgehend erhalten. In einer ehemaligen Scheune ist eine Info-Stelle des Naturparks Fichtelgebirge über den Fluss und das Biotop Eger untergebracht. Felsenkeller im Umfeld der Stadt Die Burgruinen und Naturdenkmäler Rudolfstein und Waldstein Teile der Stadtmauer Ehemaliges Zinnerzbergwerk Werra am Rudolfstein

Weißenstädter Kellerwelt mini|rechts| Felsenkeller zur Lagerung oberhalb des Friedhofes Ein System von unterirdischen Lagern und Erdkellern befindet sich in der sogenannten Weißenstädter Kellerwelt, die einhundertdreißig unterirdische Lagerräume auf einem Gelände etwas größer als ein Fußballfeld umfasst. Die Keller bilden zusammen ein „labyrinthisches System aus Lagerräumen und weitverzweigten Gängen“, das noch nicht systematisch erfasst ist. Nach Gerald Kastl, einem Mitglied des Arbeitskreises Kellerforschung Weißenstadt, wurden die Keller ab 1756 vor der Stadt als Lagerräume für die Lagerung der seinerzeit neu eingeführten Kartoffeln angelegt.siehe

Wirtschaft und Infrastruktur Bildung Grundschule Weißenstadt

Naherholung mini|Weißenstädter See, im Hintergrund Radon-Kur- und Erholungshotel mini|Weißenstädter Marktplatz mit Maibaum und der Stadtkirche St. Jakobus mini|Blick auf den Schneeberg bei Ruppertsgrün Der 48 ha große Weißenstädter See liegt am Rand der Stadt. Er ist von allen Seiten zugänglich und bietet viele Freizeitmöglichkeiten wie zum Beispiel ein Beachvolleyball- und ein Basketballfeld und man hat die Möglichkeit, einige Wassersportarten zu betreiben. Der 4,2 Kilometer lange, durchgehend asphaltierte Seeweg eignet sich zum Inlineskaten und zum Spazierengehen. Der Kurpark und die Landschaft um den See laden zur Entspannung und Erholung ein. Am Südwestufer des Sees wurde am 18. August 2007 ein Radon-Kur- und Erholungshotel eröffnet.

Thermalbad Am 30. Oktober 2016 wurde das Siebenquell GesundZeitResort am Südwestufer des Weißenstädter Sees eröffnet. Dazu gehören rund 6200 Quadratmeter Sauna-Landschaft und 1500 Quadratmeter Wasserfläche. Das fluoridhaltige Schwefel-Thermalwasser wird aus 1835 Metern Tiefe gefördert, die Becken haben Temperaturen von 31 bis 34 Grad.Thermen-Informationsportal von Marc Bienlein, abgerufen am 30. Oktober 2016

Freizeit- und Sportanlagen Bademöglichkeiten Naturfreibad Stadtnahe Badezonen am Nordende des Weißenstädter Sees modernes Hallenbad im Kurhotel am Südende des Weißenstädter Sees (nur für Hotelgäste) Therme Siebenquell am Weißenstädter See Kneipp-Anlagen Kneipp-Anlage am Weg vom Parkplatz zum Nordwestende des Sees Kneipp-Anlage am Radweg nach Kirchenlamitz bei Kleinschloppen (etwa drei Kilometer vom Zentrum Bad Weißenstadts) Wassersport Surfclub mit Lagerfläche am Südende des Weißenstädter Sees Segelverein mit Lagerfläche und Slipbahn am Südende des Weißenstädter Sees Zwei Tretboot-Verleihstellen beim Segelverein und auf Halbinsel Camping Campingplatz in Seenähe mit verschiedenen Arealen für Dauerparker, mobile Wohnwagen und Zelte Tennisplätze Anlage mit drei Plätzen am Parkplatz nahe dem Westende des Weißenstädter Sees Basketball Teerplatz im Osten des Weißenstädter Sees nahe dem Wehr Sport- und Fußballplätze Ein Turnier- und ein Trainingsplatz in der Nähe des Naturfreibades Leichtathletikanlage bei der Grund- und Hauptschule Sporthallen Mehrzwecksportanlage der Grund- und Hauptschule Sporthalle des Turnvereins Loipen Mehrere durch den WSV Weißenstadt gepflegte Loipen in Richtung Schneeberg und Waldstein mit Anbindung an die Loipen der Nachbargemeinden Rodeln Kleiner Rodelhügel im Kurpark Rodelhang am Großen Waldstein unmittelbar am Waldsteinhaus Radwege Beschilderte Mountainbike-Strecken in den umliegenden Wäldern (Routen Schneeberg und Waldstein) Asphaltierter Rundweg um den Weißenstädter See (auch für Inliner) Wassergebundener Fahrradweg (gesandet) auf ehemaliger Bahnstrecke nach Kirchenlamitz Die ca. drei Kilometer entfernte Saalequelle ist der Ausgangsort des 427 Kilometer langen Radwanderweges Saale Vorbei an der Eger-Quelle über den Schneebergpass (798 m) kommt man nach ca. 5 Kilometer zum Beginn des (Weiß-)Main-Radwanderweg auf ehemaliger Bahnstrecke von Bischofsgrün nach Bad Berneck (durchgehend asphaltiert und auf der der Straße gegenüberliegenden Flussseite). Asphaltierte Nebenstrecken in Richtung Grub, Birk, Ruppertsgrün für Rundfahrten und Touren Beginn des Egerradweges in Voitsumra (im Bau) Wanderwege E3 (ca. 6950 km) von Istanbul bis Kap St. Vincent/Santiago de Compostela (E) E6 (ca. 5200 km) von Kilpisjärvi bis zu den Dardanellen Markierter Jakobsweg (Pilgerweg über den Kleinen Waldstein) Höhenweg des Fichtelgebirgsvereins Nordweg des Fichtelgebirgsvereins Quellenweg des Fichtelgebirgsvereins Egerweg des Fichtelgebirgsvereins