mini|hochkant|Stampe 2026 Zenia Stampe (* 30. März 1979 in Roskilde) ist eine dänische Politikerin der linksliberalen Partei Radikale Venstre. Seit 2026 ist sie die Kulturministerin Dänemarks.
Leben und Wirken Stampe wuchs in ihrem Geburtsort Roskilde auf. Ihr Vater, der Dänischlehrer Birger Heide Hansen, zog als Jugendlicher aus Deutschland nach Dänemark. Ihre Mutter Susanne Stampe ist Kinderpsychologin. Von 1996 bis 1997 verbrachte Stampe als Austauschschülerin ein Jahr in der Schweiz, wo sie sich in der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz engagierte. 1999 machte Stampe ihr Abitur am Amtsgymnasiet Roskilde. 2008 erwarb sie einen Abschluss in Politikwissenschaft (cand.scient.pol.) an der Universität Kopenhagen. Stampe ist mit dem Theaterregisseur Martin Lyngbo verheiratet. Das Paar hat vier Kinder.
Im Jahr 1998 wurde Stampe Mitglied in der Jugendorganisation der Radikale Venstre, Radikal Ungdom, deren Vorsitzende sie von 2003 bis 2006 war. 2008 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden der Radikale Venstre gewählt. Stampe wurde erstmals bei der Folketingswahl 2011 in das dänische Parlament gewählt und war innerhalb der Fraktion der Radikale Venstre für die Bereiche Außenpolitik, Verteidigungspolitik, Medien und Demokratie zuständig. Sie wurde auch bei den nachfolgenden Wahlen stets im Sjællands Storkreds gewählt. Ab 2019 war sie Kultursprecherin der Radikale Venstre und prägte die kulturpolitische Linie der Partei maßgeblich. Als Kultursprecherin schlug sie eine umfassende Museumsreform, Kultursalons zur Stärkung der öffentlichen Debatte und eine Startförderung für junge Künstlerinnen und Künstler am Beginn ihrer Laufbahn vor. Von 2023 bis 2026 war sie die stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses. Nach der Folketingswahl 2026 übernahm Stampe am 3. Juni 2026 das Kulturministerium in der Regierung Frederiksen III. Zu den in der Regierungsgrundlage für ihr Ressort beschriebenen Aufgaben gehören eine kulturpolitische Vision 2040, der Umgang mit der Nutzung sozialer Medien durch Kinder und die Folgen künstlicher Intelligenz in der Kunst. Kurz nach ihrer Ernennung zur Ministerin machte sie Gebrauch von der Möglichkeit, das Abgeordnetenmandat während der Ministertätigkeit an einen Stellvertreter weiterzureichen. Für sie rückte Line Krogh Lay nach.
Stampe ist Antimonarchistin und setzt sich sehr aktiv für eine Abschaffung der dänischen Monarchie ein. Sie profilierte sich in dänischen Debatten über Einwanderungspolitik, nationale Identität und Kulturpolitik als deutlich wertpolitische Stimme. In kulturpolitischen Beiträgen betonte sie, Kulturerbe bestehe nicht nur aus Überlieferungen der Vergangenheit, sondern werde auch durch zeitgenössische Kunst und Kultur geschaffen.
Stampe verfasst regelmäßig Debattenbeiträge für die Tageszeitungen Politiken und Berlingske.
Weblinks
Stampe über ihre deutschen Wurzeln Stampes Beiträge für Politiken Stampes Beiträge für Berlingske Tidende
Einzelnachweise
Kategorie:Kulturminister (Dänemark) Kategorie:Politiker (Dänemark) Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Folketingsabgeordneter (21. Jahrhundert) Kategorie:Radikale-Venstre-Mitglied Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1979 Kategorie:Frau