mini|hochkant|Alexander Struys, um 1894
Alexander Théodore Honoré Struys (* 24. Januar 1852 in Berchem (Antwerpen); † 25. März 1941 in Ukkel bei Brüssel) war ein belgischer Porträt-, Historien- und Genremaler.
Leben Alexander Struys war der Sohn des aus den Niederlanden stammenden Glasmalers Dirck Pierre Struys und seiner belgischen Frau Adèle Honorine Theresa Van Bredael. Der Vater war nach Antwerpen gekommen, um seine künstlerische Ausbildung an der dortigen Kunstakademie zu vollenden. Zurück in der Heimat, erhielt Alexander Struys bereits mit sechs Jahren Unterricht in der Zeichenklasse an der Akademie in Dordrecht bei Johann Rutten und bei dem Maler Johannes Antonius Canta in Rotterdam.Fernand Khnopff: Alexandre Struys, a Belgian Painter. In: The Studio, an Illustrated Magazine of Fine and Applied Art. Vol. 41. No. 174, London, September 1907, S. 283–287 (Digitalisat Uni Heidelberg) (englisch).
Im Alter von zwölf Jahren, die Familie war wieder in Antwerpen, wurde er ab 1864 bis 1871 Student der Akademie, der Koninklijke Academie voor Schone Kunsten bei Polydore Beaufaux (1829–1905) und Joseph van Lerius (1823–1876). Studienreisen führten ihn nach Deutschland und gemeinsam mit Jan Van Beers nach Paris und London. 1871 stellte er erstmals im Genter Salon aus: A Young Girl returning from School. Sein Bild Roofvogels / Birds of Prey, zwei Jesuiten bei einem Sterbenden als Erbschleicher darstellend, führte 1876 wegen seiner antiklerikalen Aussage zu einem Skandal.Walther Scheidig: Die Geschichte der Weimarer Malerschule ... S. 111ff. (siehe Literatur).
Im Jahre 1878 folgte Struys dem Ruf, als Nachfolger von Charles Verlat Professor an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar zu werden. Diese Funktion übte er aus bis 1882, danach ließ er sich in Den Haag nieder, lebte aber zeitweise auch in Antwerpen und Brüssel. Ab dieser Zeit widmete er sich vor allem der Porträtmalerei.
Zwei Jahre später kam der nächste Ortswechsel, ab 1884 war er wieder zurück in Belgien und hatte seinen Wohnsitz nun in Mecheln, Boulevard des Capucins No. 172. Hier wurde er Direktor der Mechelner Königlichen Zeichenakademie. Struys war Mitglied der Königlichen Belgischen Akademie. und des Institut de France. Alexander Struys starb 1941 in seinem 90. Lebensjahr in Ukkel in der Nähe von Brüssel. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Antwerpener Friedhof Schoonselhof.Grabstelle Alexander Struys auf schoonselhof.be (niederländisch).
Als Künstler sammelte Struys Ruhm für seine Porträts, vor allem aber durch seine von Elend und sozialen Missständen inspirierten Genreszenen, die in der Regel in dunklen Farben gehalten waren. Seine Werke findet man u. a. in den Museen von Antwerpen, Brüssel, Doornik, Gent, Mecheln, Dordrecht und Weimar.
Werk Eine wichtige Phase in Alexander Struys’ Schaffen bildeten drei Werke, die Szenen aus Martin Luthers Leben darstellen. Deren Auftraggeber war der Großherzog Carl-Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach. Es entstanden 18 große Bilder, in denen Szenen aus Luthers Leben von der Schulzeit bis zum Tod dargestellt wurden. Die Bilder wurden ab 1869 innerhalb von 13 Jahren durch Maler der Weimarer Kunstschule geschaffen: Durch Ferdinand Pauwels (7), Paul Thumann (5), Willem Linnig den Jüngeren (3) und Struys. Die Gemälde waren bestimmt für die so genannten Reformationszimmer auf der Wartburg.Abbildungen bei bildindex.de Luthers Predigt in der Stadtkirche zu Leipzig Versöhnung der beiden Brüder Grafen Mansfeld durch Luther Luthers Tod zu Eisleben 1546
Werke (Auswahl) mini|Alexander Struys: Birds of Prey 1876 mini|Alexander Struys: Es reicht nichtDie Gartenlaube (1879) Raubvögel (Jesuiten als Erbschleicher), Roofvogels, God is dood (NL), Birds of Prey (EN) (Eremitage Sankt Petersburg) Enttäuschung (Es reicht nicht). Peut-être ? „Vielleicht ?“ Alles dahin. Trost den Betrübten.Katalog der Kunstausstellung im Münchner Glaspalast 1890, Abbildung: S. 132 (Digitalisat BSB online) Gottvertrauen.Katalog der Kunstausstellung im Münchner Glaspalast 1892, Abbildung: S. 75 (Digitalisat BSB online) De Broodwinner. 1887Abbildungen In: Pol de Mont: De schilderkunst in België van 1830 tot 1921. Martinus Nijhoff, 's Gravenhague 1921, Tafel 83–85 Krankenbesuch, „Het Bezoek bij den zieke“. 1893Katalog der Internationalen Kunst-Ausstellung, Berlin 1896, Abbildung: S. 143 (digishelf.de) Spitzenklöpplerin, „De Mechelsche Kantwerkster“. 1902 Allein beim Stelldichein. Verzweifelt. Porträt der Catharina Beersmans Bildnis Frau Mathilde Arnemann (Klassik Stiftung Weimar)
Schüler Elmar von Eschwege (1856–1935) Max Merker (1861–1928) Adolf Rettelbusch (1858–1934) Christian Rohlfs (1849–1938) Maximilian Schäfer (1851–1916)
Literatur
Struys, Alexander. In: Dictionnaire des peintres belges. (französisch, balat.kikirpa.be). Max Rooses: Alexander Struys. In: Oude en nieuwe kunst. Ghent, Boekhandel J. Vuylsteke, 1896, S. 205–220. (niederländisch, ). Émile Wesly: Alexander Struys. In: Elsevier’s Geïllustreerd Maandschrift. Jahrgang 4 (1894), Teil 7, S. 1–20. (niederländisch, elseviermaandschrift.nl).
Walther Scheidig: Die Geschichte der Weimarer Malerschule 1860–1900. Seemann, Leipzig 1991, ISBN 3-363-00538-5.
Weblinks
Werke von Alexander Struys bei artnet Werke von Alexander Struys in den Kunsthistorischen Museen von Antwerpen, Brügge und Gent Werke von Alexander Struys beim Portal europeana.eu Foto von Alexander Struys bei Getty Images
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Maler (Belgien) Kategorie:Hochschullehrer (Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar) Kategorie:Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien Kategorie:Belgier Kategorie:Geboren 1852 Kategorie:Gestorben 1941 Kategorie:Mann