Le Lardin-Saint-Lazare (, ) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Vézeriens und Vézeriennes oder Lardinois und Lardinoises genannt.

Geografie

Le Lardin-Saint-Lazare liegt etwa 40 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux, etwa 24 Kilometer westsüdwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 27 Kilometer nördlich von Sarlat-la-Canéda am östlichen Rand des Départements am Übergang der Landschaft des Périgord central zum Périgord noir. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Vézère, die es im Südosten begrenzt, und den Flüsschen Cern, Elle, Nuelle und Rieu sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Le Lardin-Saint-Lazare liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die auf das Känozoikum datieren, sowie Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum und dem Paläozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine besonders nach Nordosten hin bewaldete Hügellandschaft auf, die vom breiten Tal der Vézère begrenzt und von den Tälern der besagten Fließgewässer durchschnitten wird. Die Höhen der Erhebungen nehmen nach Norden hin zu und erreichen über . Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit Höhe nordöstlich des Zentrums auf dem isolierten Hügel Poujelou. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Süden mit Höhe beim Austritt der Vézère aus dem Gemeindegebiet. Das Rathaus liegt oberhalb des Tals der Vézère auf etwa Höhe.

Rund 52 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen, genutzt, rund 26 % sind bewaldet, rund 17 % entfallen auf bebaute Flächen, rund 5 % auf Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen.

Le Lardin-Saint-Lazare wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Le Lardin-Saint-Lazare Naturrisiken manifestieren sich in Le Lardin-Saint-Lazare neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Vézère, dem Cern und der Mündung der Nuelle in den Cern Dürren Waldbrände Bodensetzungen Radonemanationen.

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1983, 1989, 1993, 1994, 1996, 1997, 1999, 2001, 2003, 2008, 2011, 2025 und 2026 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Die Gemeinde ist der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, ist nur ein kleiner Teil des Gemeindegebiets im Bereich des Hügels Poujelou von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1992, 1997, 2009, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.

In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde La Coquille der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.

Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Monceaux la Virolle im Département Corrèze, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter), das seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesem Staudamm der Klasse A mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch dieses Bauwerks entstünde.

Ein weiteres technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung im Süden des Gemeindegebiets, die von einer Fabrikanlage erschlossen wird. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.

Ein technologisches Risiko bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt sind. Dies ist in Le Lardin-Saint-Lazare bei acht Standorten der Fall. Es handelt sich hierbei um eine illegale Mülldeponie, vier frühere Tankstellen, ein früheres Lager für brennbare Flüssigkeiten, eine frühere Tischlerei und eine Papierfabrik.

Etymologie und Geschichte Es gibt keine frühen Belege für Le Lardin, und das Wort könnte sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Möglicherweise handelt es sich um einen gallorömischen Personennamen, °Laritinus, ein Diminutiv von Laritius. Dieser Name ist im alten Rom gut belegt. Er ist eine Variante von Larius aus dem Altgriechischen und bedeutet „freundlich, fröhlich“. Der Name von Saint-Lazare ist nicht rätselhaft. Er steht für Lazare (), dem Bruder von Martha und Maria, der dem Evangelium nach Johannes nach von Jesus auferweckt wurde. Im 13. Jahrhundert ist der Name des Ortes als Sanctus Lazarus belegt, an dem in der Folge prope Peyrals im Jahr 1411 hinzugekommen ist, dann im 16. Jahrhundert Saint Lazer.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 193–194 mini|Blick aus der Höhle von Badegoule Das Gebiet der Gemeinde war bereits in prähistorischer Zeit besiedelt. Die Höhle von Badegoule, die die Grube Cern nördlich des Weilers Rispe überblickt, beherbergt die gleichnamige Fundstätte aus dem Jungpaläolithikum (Badegoulien und Solutréen). Die Höhle, die seit dem frühen 19. Jahrhundert bekannt ist, wurde in den 1860er Jahren von Lartet und Christy und ab den 1930er Jahren von Dr. Cheynier ausgegraben.

Die alte Straße Périgueux-Brive verläuft teilweise entlang der heutigen D 6089 am Hang südlich der Gemeinde. 1827 wurden in La Boissière die Überreste einer alten Villa und Artefakte, darunter ein Denar von Gordian III. (238–239 n. Chr.), freigelegt. In der Nähe wurden 1835 zwei Sarkophage aus dem Frühmittelalter entdeckt. Es ist möglich, dass La Boissière einst der Hauptort einer Pfarrei war und die in historischen Texten erwähnte „ecclesia de Boyscheyra“ beherbergte.

Während der Evangelisierung im Périgord zwischen dem 5. und 12. Jahrhundert war das heutige Gemeindegebiet auf drei Pfarreien aufgeteilt, die alle der Jurisdiktion des Erzpriesters von Saint-Méard unterstanden. Diese Pfarreien werden hier in ihrer mutmaßlichen Reihenfolge ihrer damaligen Bedeutung aufgeführt: Bersac im Südwesten, Saint-Lazare im Osten und Mellet im Norden Die erste, die Pfarrei Bersac, wird ab dem 13. Jahrhundert (Ecclesia de Bersas, Kirchenregister), dann 1382 (Bersac) und 1528 (Bersacum) erwähnt. Die zweite Pfarrei, Saint-Lazare, war 1411 eine kirchliche Pfründe, die der Abtei Saint-Amand-de-Coly unterstand. Die dritte ist bei der Volkszählung von 1365 als Pfarrei Meleto aufgeführt und auf der Karte der beiden Diözesen des Périgord von 1554 mit der Ecclesia de Melet belegt, die jedoch die Pfarreiorganisation vor 1317 widerspiegelt. Diese Pfarrei muss recht schnell an Bedeutung verloren haben, möglicherweise bereits im Mittelalter in die Pfarrei Bersac eingegliedert, da sie danach nicht mehr erwähnt wird und auch nicht auf der Karte von Pierre de Belleyme von 1767 verzeichnet ist.

Mehrere Ortsnamen sind in dem Gebiet am Ende des Mittelalters oder zu Beginn der Neuzeit belegt – der Mansus de la Dotz (1461, 1528), Podium de la Garda (1461), En Salvouzo (1463), territorium de la Peyra (1466), molendin. Vigeyral (1494) – und zwei Seigneurien Peyrals oder Castrum de Peyralibus oder Peyraulx (1411, 1486, 1696), isoliert in der Landschaft nordöstlich der Pfarrei Bersac gelegen, der Adelssitz La Salle, im Ort Saint-Lazare selbst. Diese beiden Lehen, in den Pfarreien Bersac und Saint-Lazare gelegen, unterstanden der Kastellanei Ans, Vizegrafschaft Limoges.

Nach dem Hundertjährigen Krieg und der darauffolgenden wirtschaftlichen und demografischen Erholung gewann das Dörfchen Beauregard in der Pfarrei Bersac an Bedeutung und entwickelte sich schließlich zu einem regelrechten Dorf. Diese entstand um eine Kapelle, die 1309 von Johann III. von der Bretagne, dem Vizegrafen von Limoges, gegründet worden war und in manchen Texten bereits mit dem Pfarrsitz verwechselt wird. So verkaufte Alain d’Albret, Vizegraf von Limoges und Graf von Périgord, am 10. Mai 1487, um die Krönung und die Hochzeiten seiner beiden Söhne zu finanzieren, die „Pfarreien und die Stadt Beauregard, Saint-Lazar und Peyrignac“ an Jean d’Aubusson, Seigneur von Villac. Weitere Briefe bestätigen die Veräußerung der „Pfarreien Bersac und Saint-Lazar sowie des Ortes Beauregard“ an den Herrn von Villac zum Preis von 1500 Livres am 13. Oktober 1495. Doch schon bald darauf, am 8. Oktober 1500 und am 5. August 1501, kaufte der Graf von Périgord die besagten Pfarreien zurück.

Im späten 16. Jahrhundert entzog Heinrich von Navarra – der spätere Heinrich IV., Graf von Périgord und Vizegraf von Limoges –, der durch die Kriege hoch verschuldet war, nach und nach mehreren Kastellaneien innerhalb seines Herrschaftsgebiets ihre Vorrechte, indem er neue Rechte an lokale Adlige verkaufte. So erwarb Guy de Badefols, Herr von Peyraux, die Rechte der hohen, mittleren und niederen Gerichtsbarkeit für die Pfarrei Bersac (auf deren Gebiet sich damals das Schloss Peyraux befand). Diese Rechte wurden durch eine Urkunde, die am 8. August 1600 in Périgueux ausgestellt wurde, von der Kastellanei von Ans abgetrennt. Durch diesen Akt wurde Peyraux zum Sitz einer Herrschaft mit hoher Gerichtsbarkeit erhoben – der bedeutendsten in diesem Gebiet –, die alle anderen in den Schatten stellte.