Der FC Middlesbrough (offiziell: Middlesbrough Football Club) – auch bekannt als Boro – ist ein englischer Fußballverein aus der im Nordosten des Landes liegenden Stadt Middlesbrough. Derzeit spielt der im Jahre 1876 gegründete Verein in der EFL Championship, der zweithöchsten Spielklasse. Seine Heimspiele trägt der Klub seit August 1995 im 34.988 Zuschauer fassenden Riverside Stadium in Middlesbrough in North Yorkshire aus – der dritten sportlichen Heimat seit dem Beginn des Profifußballs im Verein im Jahre 1889.

Der Verein gewann 2004 den englischen Ligapokal durch ein 2:1 im Finale gegen die Bolton Wanderers im Millennium Stadium von Cardiff (Wales). Diese Trophäe stellt bis heute den einzigen bedeutenden Titelgewinn in der Klubgeschichte dar.

Die traditionellen Farben der Spielkleidung sind rot-weiß und die verschiedenen Wappen im Laufe der Geschichte – das aktuell gültige wurde im Mai 2007 vorgestellt – zeigen jeweils einen roten Löwen.

Geschichte Phase von der Gründung bis zum Ersten Weltkrieg (1876–1914) Der Legende nach wurde die Idee zu der Bildung eines Fußballklubs während eines Abendessens in dem Corporation Hotel in Middlesbrough geboren.football.co.uk Der eingehenden Recherche des klubinternen Historikers Harry Glasper hielt diese These jedoch nicht stand und vielmehr verdankte auch der FC Middlesbrough – wie viele andere Fußballvereine zu dieser Zeit (wie beispielsweise Sheffield Wednesday) – seine Geburt einer Reihe von Mitgliedern des heimischen Cricketvereins, die sich mit organisiertem Fußball in den Wintermonaten außerhalb der Cricketsaison fit halten wollten. So versammelten sich im Jahre 1876 in der Tat Mitglieder des Middlesbrough Amateur Cricket Club erstmals in der heimischen Cricketspielstätte im Albert Park an der Linthorpe Road, um eine Fußballmannschaft aufzubieten. Bis 1889 war der Klub auf reiner Amateurebene tätig, bis ein Streit zur Spaltung führte. Mehrere Abtrünnige des FC Middlesbrough formierten den Verein Middlesbrough Ironopolis und binnen einer Woche im Dezember 1889 machten beide Teams ihr jeweils erstes Spiel als Profimannschaft.

Nach drei Jahren war jedoch für die Offiziellen beider Vereine ersichtlich, dass nur mit einer Rückvereinigung die reelle Chance auf eine Aufnahme in den Profiligaverband der Football League bestand. Unter dem Namen „Middlesbrough and Ironopolis Football and Athletic Company Ltd.“ reichte man am 7. Mai 1892 einen Antrag zur Aufnahme in den Spielbetrieb der Football League ein. Da dieser jedoch erfolglos abgelehnt wurde, gingen beide Klubs wieder separat ihrer Wege und der FC Middlesbrough kehrte zudem in den Amateurstatus zurück. Dort verzeichnete der Klub erste Erfolge mit dem Gewinn des FA Amateur Cups in den Jahren 1895 und 1898. Im Jahr nach dem zweiten Pokalerfolg (also 1899) unternahm der Verein erneute Anstrengungen zur Aufnahme in den Football-League-Verband, nachdem er erneut zum Profiklub konvertiert war. Mit der Unterstützung der benachbarten Klubs Newcastle United und AFC Sunderland wurde dem Bitten vom 18. Mai 1899 nun nachgegeben. Der Verein spielte fortan in der Second Division und stach dabei knapp den Rivalen FC Blackpool aus.

Die erste Saison in der Football League war für Boro von wenig Erfolg gekennzeichnet. Die Mannschaft gewann kein Auswärtsspiel und belegte am Ende von 18 Mannschaften den 14. Platz. In der Spielzeit 1901/02 steigerte sich das Team auf einen zweiten Rang und sicherte sich damit den Aufstieg in die First Division. Dort bestritt der Verein von nun an seine Heimspiele im neuen Stadion Ayresome Park, das in den nächsten 92 Jahren die sportliche Heimat des FC Middlesbrough war – diese Spielstätte lag in unmittelbarer Nähe zu dem Stadion „The Paradise Ground“, in dem zuvor „Middlesbrough Ironopolis“ gespielt hatte.

Als der Verein im Februar 1905 bereits seit zwei Jahren kein Auswärtsspiel mehr erfolgreich bestritten hatte, finanzierte die Vereinsführung den Kauf von Alf Common für die damalige Rekordablösesumme von 1.000 Pfund. Ihm sollte in der folgenden Saison Steve Bloomer von Derby County folgen und mit dieser neuen Formation kam der FC Middlesbrough in der Saison 1907/08 mit Rang 6 auf den höchsten bis dato erreichen Platz und hatte dabei zwei Punkte weniger als der Vizemeister Aston Villa gesammelt.

Im Jahre 1910 verstrickte sich der Verein in einen Bestechungsskandal, als im Nachgang zum 1:0-Sieg gegen den AFC Sunderland bekannt wurde, dass Boros Trainer Andy Walker an mehrere Spieler des Gegners herangetreten war und ihnen jeweils zwei Pfund für eine Niederlage ihrer Mannschaft geboten hatte. Die angesprochenen Spieler gaben diesen Umstand an ihre eigene sportliche Leitung weiter, was zu einer Sperre Walkers auf Lebenszeit führte. Die Form der Mannschaft ließ anschließend deutlich nach, bis sie sich in der Spielzeit 1913/14 schlagartig verbesserte und mit Platz 3 am Saisonende eine neue Bestmarke in der englischen Meisterschaft aufstellt. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbrach den offiziellen Spielbetrieb.

Zwischen den beiden Weltkriegen (1919–1939) Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges waren eine Reihe von Spielern bereits zu alt für die Fortführung ihrer Karriere. Auch die drei Spieler, die im Kampf gefallen waren, rissen eine große Lücke in die Mannschaft. Vor dem offiziellen Beginn der neuen Saison hatte „Boro“ aber erfolgreich in der „Northern Victory League“ gespielt, so dass die Mannschaft dennoch optimistisch in die ersten Spiele ging. Aber obwohl der Stürmer George Elliott und der Torhüter Tim Williamson immer noch Leistungen auf Spitzenniveau brachten, war die Mannschaft im Kampf um die oberen Plätze chancenlos und belegte einen Rang im Mittelfeld. Dort bewegte man sich auch in den anschließenden Spielzeiten, bevor das Team in der Saison 1923/24 auf den 22. und letzten Platz abrutschte und mit einem 10-Punkte-Abstand auf den Dritt- und Vorletzten in die Zweitklassigkeit abstieg. (mfc1986.co.uk)

Drei Jahre später gelang mit der Zweitligameisterschaft der Wiederaufstieg, obwohl die Mannschaft in den ersten vier Spielen nur einen einzigen Punkt hatte erringen können. Zum fünften Saisonspiel setzte der Trainer verletzungsbedingt erstmals auf den in der Vorsaison vom Drittligisten Durham City verpflichteten George Camsell, der im Verlauf der Saison 59 Meisterschaftstore schoss – darunter neun Spiele mit jeweils drei Toren. Auch in den folgenden zehn Spielzeiten sollte Camsell Toptorschütze seines Vereins sein.

Der Aufenthalt in der obersten Spielklasse sollte jedoch nicht lange andauern. Trotz eines guten Saisonbeginns wurde Herbert Bamlett im Januar 1928 durch den vormaligen Spurs-Trainer Peter McWilliam ersetzt. Der Verein rutschte im weiteren Verlauf an das Tabellenende und stieg nach nur einem Jahr der Erstklassigkeit wieder ab. Der direkte Wiederaufstieg durch den Gewinn der Zweitligameisterschaft folgte bereits in der Folgesaison und begründete eine bis 1954 andauernde Periode in der First Division.

Nach zahlreichen Spielzeiten im unteren Tabellenbereich wendeten sich in der Saison 1936/37 die Vereinsgeschicke zum Besseren. Maßgeblichen Anteil daran hatten der aufstrebende Wilf Mannion, der vor Beginn der Spielzeit von „South Bank St. Peter’s“ – einem kleinen Verein aus der Region – verpflichtet worden war, und der junge George Hardwick, der von „South Bank East End“ zum Verein stieß. Beide sollten später zu Stützen in der englischen Nationalmannschaft werden und halfen zunächst dem FC Middlesbrough hintereinander zu einem siebten, dann zu einem fünften Platz und in der Saison 1938/39 mit Rang vier zur besten Platzierung seit den Zeiten vor dem Ersten Weltkrieg. Der Verein schaute hoffnungsvoll in die Zukunft, startete aber unter der Regie von Wilf Gillow – ehemals bei Grimsby Town aktiv – in den ersten drei Spielen schwach. Die Mannschaft belegte den vorletzten Platz, bevor der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges den offiziellen Spielbetrieb für mehrere Jahre unterbrach.

Der stetige Niedergang (1946–1966) Nach dem Krieg war der Klub nicht dazu in der Lage, die Leistungen aus der Zeit der späten 1930er-Jahre zu konservieren, belegte zumeist nur einen Mittelfeldplatz in der Liga und auch in den FA-Cup-Spielen kam man über die ersten Runden nie hinaus. In der Saison 1949/50 kam die Mannschaft auf einen neunten Abschlusstabellenplatz, wobei vor allem der in Jamaika geborene Flügelspieler Lindy Delapenha für Aufsehen sorgte. In der anschließenden Spielzeit 1950/51 führte der FC Middlesbrough um Weihnachten herum die Meisterschaft an, aber eine enttäuschende 0:1-Niederlage bei Leeds United war der Anfang einer schlechten Phase, die mit dem Abrutschen auf den sechsten Platz endete. Zudem hatte während der Saison George Hardwick den Verein in Richtung Oldham Athletic verlassen, um dort Spielertrainer zu werden. Die sportliche Entwicklung zeigte anschließend weiter nach unten und hatte mit dem Abstieg in der Saison 1953/54 ihren vorläufigen Tiefpunkt.

Die Schockwirkung des Abstiegs führte zunächst zu einem sehr schlechten Saisonstart, von dem sich die Mannschaft erholte und am Ende den zwölften Platz belegte. Die Saison war gekennzeichnet durch extrem hohe Leistungsschwankungen und einem 6:0-Sieg gegen West Ham United stand eine 0:9-Niederlage gegen die Blackburn Rovers gegenüber. Wilf Mannion hatte sich nach dem Abstieg geweigert, einen neuen Vertrag zu unterzeichnen und war zu Hull City transferiert worden, wo er jedoch nur kurze Zeit aktiv war und anschließend dem Profifußball den Rücken kehrte.

In der 20 Jahre andauernden Phase außerhalb der obersten englischen Spielklasse tauchte mit Brian Clough ein Spieler auf, der zu einer Legende im Verein werden sollte. In der Saison 1955/56 kam er zu seinem Einstand und belegte mit Boro den 14. Rang. In den anschließenden Jahren sicherte er sich mit seinen Torjägerqualitäten einen eigenen Platz in der Vereinsgeschichte. 38 Toren in der Saison 1956/57 folgten in den anschließenden Spielzeiten jeweils 40, 43, 39 und 34 Treffer in der Saison 1960/61, bevor der zweimalige englische Nationalspieler den Verein nach 204 Toren in 222 Spielen in Richtung des Lokalrivalen AFC Sunderland verließ.

Nach einem vergleichsweise guten vierten Platz in der Saison 1962/63 ließen die Mannschaftsleistungen jedoch dramatisch nach. Es ging stetig bergab, was sich zunächst im zehnten und dann im 17. Platz niederschlug. In der Spielzeit 1965/66 stieg der Verein als Tabellenvorletzter auf Rang 21 ab. Dabei hatte die Mannschaft am letzten Spieltag bei Cardiff City lediglich ein Remis für den Klassenerhalt benötigt – Cardiff City hingegen hatte als direkter Konkurrent unbedingt gewinnen müssen. Trotz dreier Tore von Dickie Rooks, der nur als Notlösung als Stürmer aufgeboten worden war, verlor Boro mit 3:5 und stieg erstmals in seiner Geschichte in die drittklassige Third Division ab.

Erholung, Erfolge und Katastrophe (1966–1986) Unter dem neuen Trainer Stan Anderson gelang auf Anhieb die Rückkehr in die Zweitklassigkeit. Dabei hatten nur zwei Siege in den ersten zehn Spielen für Besorgnis innerhalb der Anhängerschaft gesorgt, dass der direkte Weg in die viertklassige Fourth Division folgen könnte. Anderson gelang jedoch die Wende und am Ende reichte die Vizemeisterschaft in der Third Division für den Aufstieg. Die Mannschaft wurde von Gordon Jones als Kapitän angeführt und gemeinsam mit dem Neuankömmling John Hickton belegten beide Akteure später den zweiten und dritten Platz in Bezug auf die meisten Spiele für den FC Middlesbrough.